Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Steinhuder Meer

"Sumpf-Schwertlilie am Steinhuder Meer", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Sumpf-Schwertlilie am Steinhuder Meer“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Auf einer Wanderung über die Lütjen Deile, ausgehend von Steinhude und immer am Steinhuder Meer entlang gen Westen, sind mir an den sumpfigen Rändern des Sees insbesondere die vielen gelben Sumpf-Schwertlilien (Iris pseudacorus) aufgefallen. Sie blühen von Ende Mai bis Juni und sind giftig. Vielleicht sind diese Aufnahmen der Beginn einer neuen Serie „Wilde Blumen“? Mal sehen, was ich in der nächsten Zeit noch so an „Wildem“ entdecke. Die Jahreszeit verspricht einiges.

Übrigens, das plattdeutsche „Lütjen Deile“, der Beginn unserer Wanderung, steht für „Kleine Teile“. Hiermit sind die kleinen Flurstücke gemeint, die am Meer liegen und ursprünglich Steinhuder Bauern gehörten. Anfangs waren sie mit kleinen Sommerhäuschen bebaut, später wurde durch Zusammenlegung mehrerer Parzellen auch der Bau größerer Häuser möglich. Klein und putzig sind aber alle Flure und Häuser geblieben.

"Undine im Steinhuder Meer", © Friedhelm Denkeler 2011
„Undine im Steinhuder Meer“, © Friedhelm Denkeler 2011

Es soll als sicher gelten, dass die Geschichte des jungfräulichen Wassergeistes Undine  am Steinhuder Meer ihren Ursprung hat. Der Verfasser der Erzählung „Undine“, Friedrich de la Motte Fouqué, war 1796 als Offizier in Bückeburg stationiert. Der Künstler der modernen Meerjungfrau „Undine“ (auch Undene, lat. unda = Welle, oder auch französisch Ondine = Nixe) des Steinhuders Meeres in Form einer Edelstahlskulptur aus dem Jahr 1994 ist  Hans Jürgen Zimmermann. Nach dem Entwurf des Künstlers zu einem Bühnenbild der Ballettfassung von „Undine“ in der Staatsoper von Hannover entstand die Skulptur.

"Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
„Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein“, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Der große Nachteil einer Großstadt wie Berlin ist, dass man so gut wie nie den Horizont sieht. Also, ein paar Tage auf dem Land verbringen, zum Beispiel in Steinhude am Steinhuder Meer. Mit 29 Quadrat-Kilometern Fläche ist dieses „Meer“ der größte Binnensee Nordwest-Deutschlands. Er wird vorwiegend aus Grundwasser gespeist und ist das Zentrum des Naturparks Steinhuder Meer. Der See befindet sich in der Großlandschaft der Hannoverschen Moorgeest, östlich angrenzend liegt das Tote Moor (siehe Lage hier). Der See bildete sich in einem Becken gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. www.naturpark-steinhuder-meer.de