Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Sebastião Salgado

Ausstellung „Genesis“ bei C|O Berlin noch bis zum 16. August 2015

Gleich vor dem Eingang des Amerika-Hauses zur C|O-Galerie wird der Besucher von der riesigen Schwanzflosse eines Glattwals, die aus dem Südatlantik vor Argentinien auftaucht, begrüßt. Weitere spektakuläre Fotografien des französisch-brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado erwarten uns in den Ausstellungsräumen. Beim ersten Ausstellungsbesuch war ich nach 245 gesehenen Fotos regelrecht erschlagen. Deshalb erfolgte kurz vor Ausstellungsende ein zweiter Besuch. Es hat sich gelohnt. Die meisten Bilder haben das Riesenformat verdient, erst bei näherem Herantreten sieht man die zu Hunderten auftretenden „Zügelpinguine auf Saunders Island“, die den Gletscher-Abhang herunterrutschen und zum Schluss ins Wasser „fliegen“. Irgendwie auch ein witziges Suchbild.

Plakat zur Ausstellung "Genesis" von Sebastião Salgado, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Plakat zur Ausstellung „Genesis“ von Sebastião Salgado, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der Ausstellungsführer beschreibt die Werke wie folgt: „Archaische Vulkanlandschaften, arktische Eismassen, mäandernde Fluss-Canyons, nebelumhüllte Gebirgsketten, ursprüngliche Regenwälder und endlose Sanddünen – „Genesis“ ist eine visuelle Hommage an den blauen Planeten. Salgado dokumentiert in opulenten Schwarz-Weiß-Fotografien die überwältigende Schönheit und die Artenvielfalt unberührter Flora und Fauna sowie indigener Völker. Sein ästhetisch beeindruckender, großformatiger Bilderzyklus ist das Ergebnis einer langjährigen Expedition mit dem Ziel, über das Medium Fotografie das Bewusstsein für die Kostbarkeit der letzten unberührten Winkel der Erde zu schärfen. Das Genesis-Projekt ist Salgados Appell an die Zivilisation, einen Teil des Planeten in seiner Ursprünglichkeit und faszinierenden Diversität zu bewahren.“

Acht Jahre war Salgodo an den Enden der Welt unterwegs. Herausgekommen sind Fotografien, die in der Ausstellung in die fünf Kapitel „Planet South“ (Galapagosinseln mit Seelöwen, Kormoranen, Pinguinen sowie Wale in der Antarktis und im Südatlantik), „Sanctuaries“ (isolierte und artenreiche Zonen wie Madagaskar, Sumatra und West-Papua, einschließlich der Bewohner der Mentawaiinseln vom Stamm der Korowai), „Africa“ (Großwild, Dünenwogen, Lava, Okavango-Fluss, inmitten des Nomadenvolks der Dinka im Sudan), „Northern Spaces“ (große Rentierherden am Polarkreis, die Kamtschatka-Halbinsel, die zerrissenen Bergmassive Alaskas und die Menschen, vom Eis überkrustet samt ihrer Schlitten, Hunde und Zelte) und „Amazônia“ (Jaguare an den Flussläufen des Amazonas, Negro und Juruá sowie das Volk der Zo’é im Dschungel Brasiliens), eingeteilt sind.

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