Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Roy Andersson

… und ein Bild hängt an der  Wand

Das Film-Jahr 2015 startete mit dem fantastischen Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson. Der Schwede hat jetzt bei der 28. Verleihung der Europäischen Filmpreise in Berlin den Preis für die beste Komödie des Jahres entgegen nehmen dürfen. Das „Journal“ hat den Film bereits am 4. Februar 2015 ausführlich vorgestellt (siehe hier). Vielleicht läuft er nach der Preisverleihung wieder in einigen Kinos. Ansonsten, es ist ja bald Weihnachten, gibt es ihn auch auf DVD – ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk nicht nur für „Augen-Menschen“!

"Original und Fälschung (Suchbild)", Collage/Grafik © Friedhelm Denkeler 2012
„Original und Fälschung (Suchbild)“, Collage/Grafik © Friedhelm Denkeler 2012 [Grundlage: Szene aus dem Film „Das jüngste Gewitter“ von Roy Andersson]

Das Film-Jahr 2015 startet mit einem fantastischen Film

Pieter Bruegel der Ältere: „Die Jäger im Schnee“ (1556), Quelle: Wikipedia
Pieter Bruegel der Ältere: „Die Jäger im Schnee“ (1556), Quelle: Wikipedia

Ich habe Vampirzähne zum halben Preis im Angebot.

Unser Filmjahr 2015 startete mit dem fantastischen Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson. So wie der Titel, so sind auch Anderssons Filme: In vierzig Jahren hat der Regisseur („Songs from the Second Floor“ und „Das jüngste Gewitter“ aus seiner Trilogie über die Natur des Menschen) nur fünf Filme gedreht; jeweils ohne durchgehende, nachvollziehbare Handlung, dafür aber einzigartig, sehr komisch und mit überbordender Phantasie. Seinen eigentümlichen Stil hat er in über 400 Werbespots entwickelt und die wiederum haben mit den üblichen Spots, wie wir sie kennen, nichts gemein.

Ist es denn sinnvoll, um diese Uhrzeit über so etwas nachzudenken?

Wenn man so will, nutzt der Film als Rahmenhandlung zwei Handelsvertreter, die durch die schwedische Provinz ziehen und drei Scherzartikel verkaufen: Vampirzähne, Lachsäcke und die Masken „Gevatter Tod“ – sie bleiben allerdings erfolglos. Mit einem Todesfall beginnt auch der Film. Aber einzelne Szenen hier nach zu erzählen, bringt wenig, man muss sich den Film anschauen. Die Standfotos der Film-Website und der Trailer geben einen Vorgeschmack. Zum Filmtitel ließ sich Andersson durch ein Gemälde von Pieter Bruegel inspirieren: Er stellte sich vor, wie die Vögel auf den Zweigen dem Treiben der Menschen zusehen und sich darüber wundern.

Man kann doch nicht fühlen, was für ein Wochentag es ist.

SPIEGEL online schreibt „Der Film ist ein komplexes Kunstwerk, in dem man sich verlieren kann wie in einem Labyrinth. Er ist bitterböse, aber ohne Demagogie. Er ist liebevoll, aber ohne falsche Zuckrigkeit. Man sitzt und staunt, und dann wünscht man sich, dass sich auch hierzulande ein paar Menschen finden, die bereit sind, sich den Geist von so einem Film durchlüften zu lassen, anstatt immer nur das zu gucken, was man eigentlich sowieso schon kennt.“ Oder zusammengefasst: Wir konnten den Menschen beim Existieren zuschauen.

Können Sie mir bitte bestätigen, dass ich es war, der den Fehler gemacht hat?