Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Nancy Sinatra

I was five and he was six • We rode on horses made of sticks

"Bang Bang", Grafik und Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Bang Bang“, Grafik und Foto © Friedhelm Denkeler 2011

In meinem dritten und letzten Artikel (siehe „Are You Ready Boots? Start Walkin‘!und „Ich werde dir etwas von meinem Sommerwein geben„) zu historischen Songs von Nancy Sinatra geht es um ihr Lied „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“ aus dem Jahr 1966. Es ist ein Titel ihres zweiten Albums „How Does That Grab You?“ und ein Remake von Chers gleichnamigem Song aus dem demselben Jahr. Beide Versionen erhielten seinerzeit kaum Anerkennung.

Auch ich konnte mich an den Song kaum erinnern, das änderte sich aber schlagartig. 2003 suchte Regisseur Quentin Tarantino die Version von Nancy Sinatra für seinen Film „Kill Bill – Volume 1“ aus und dadurch wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Nancy Sinatra: „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“

Uma Thurman (Foto), „Black Mamba“ oder „Kiddo“ genannt, ist Mitglied des von Bill (David Carradine) geführten Attentatskommandos „Tödliche Viper“. Sie erwartet ein Kind von Bill, verschwindet aber nach einem Auftrag und will das Kind in besseren Verhältnissen aufwachsen lassen.

Kiddo nimmt Arbeit in einem Geschäft an und will den Inhaber heiraten. Das Kommando überfällt aus Rache die Hochzeitsgesellschaft in der Kirche von Two Pines. Nur Kiddo überlebt schwer verletzt und liegt vier Jahre im Koma. Als sie erwacht, stellt sie eine Todesliste (Kill Bill) mit der Überschrift „Death List Five“ mit jenen Namen zusammen, die ihre Hochzeitsgesellschaft überfallen haben und arbeitet die Liste nach und nach ab. Allerdings braucht sie dazu noch den zweiten Teil „Kill Bill – Volume 2“ (2004) und hier ist der Titel wörtlich zu nehmen, sie tötet Bill.

Nancy Sinatra, Uschi Obermeier, Natalia Avelon und der „Summer Wine“

Strawberries cherries and an angel’s kiss in spring, my summer wine is really made from all these things. Take off your silver spurs and help me pass the time and I will give to you summer wine. Ohh-oh summer wine.

"Der wilde Sommer mit Mirjana", Foto © Friedhelm Denkeler 1968
„Der wilde Sommer mit Mirjana“, Foto © Friedhelm Denkeler 1968

Über Nancy Sinatras bekanntesten Song „These Boots Are Made For Walkin'“, meinen Sommer-Hit aus dem Jahr 1966, habe ich berichtet (siehe „Are You Ready Boots? Start Walkin‘!“. Für ihre ersten Alben, „Boots“ und „How Does That Grab You?“, arbeitete sie mit dem Singer-Songwriter und Produzenten Lee Hazlewood zusammen. 1967 nahmen die beiden erstmalig gemeinsam einen Song auf, der international bekannt wurde: „Summer Wine“ und der über die Jahre zu ihrer berühmtesten Aufnahme wurde.

Nancy Sinatra und Lee Hazlewood: „Summer Wine“

Dieser Klassiker wurde anschließend von vielen Musikern gecovert. Ich habe ihn als Titelsong des Films „Das wilde Leben“ 2007 neu entdeckt. In dem Film geht es um das wilde Leben von Uschi Obermaier in den 1960er und 1970er Jahren. Die Hauptrolle spielt Natalie Avelon und Rainer Langhans wird von Matthias Schweighöfer dargestellt. Der Titelsong wurde von Ville Valo (Sänger von HIM) und Natalie Avelon gesungen. In dem Video

Ville Valo und Natalie Avelon: „Summer Wine“ (Ersatzlink)

sind viele Szenen aus dem Film „Das wilde Leben“ zu sehen. Einige wenige Stationen/Szenen der Uschi Obermeier/Natalie Avelon will ich nennen: Model für die Zeitschrift „Twen“, Bekanntschaft mit der Krautrock-Band „Amon Düül“, Mitglied der „Kommune 1“, Beziehung mit Rainer Langhans, 1968 Einladung der Rolling Stones nach London, Affären mit Keith Richards und Mick Jagger in München und ab 1974 mit Dieter Bockhorn auf einem Asien-Trip.

Der Sommerhit aus dem Jahr 1966 – Nancy Sinatras „These Boots Are Made For Walkin'“

"Badesteg am Wörther-See", Foto © Friedhelm Denkeler 1966
„Badesteg am Wörther-See“, Foto © Friedhelm Denkeler 1966

Wo bleibt der Sommerhit 2011? Nirgendwo kann ich ihn hören oder entdecken. Im letzten Jahr war es „We No Speak Americano“ von Yolanda Be Cool & DCUP (siehe „Der Sommer kann kommen„). Gut, dann werde ich einmal 45 Jahre zurückblicken und schauen, was ich dort finde: „These Boots Are Made For Walkin'“ von Nancy Sinatra war im Sommer 1966 am Wörther-See einer meiner Lieblingssongs in den Bars und Diskotheken.

Nancy Sinatra (* 1940 in Jersey City, New Jersey) ist die Tochter des Sängers Frank Sinatra. Ihre musikalische Karriere begann 1961 unter den Fittichen ihres Vaters – mit mäßigem Erfolg. Dieser stellte sich erst mit der Single „These Boots Are Made For Walkin'“ ein. Er entwickelte sich zum Welthit und in den USA und in Deutschland stand er auf Platz 1 der Charts. Es ist ihr bekanntester Song geblieben.

Nancy Sinatra: „These Boots Are Made For Walkin“

1966 erschien unter der Regie von Lee Hazlewood ihr erstes Album „Boots“. Neben den Kompositionen von Hazlewood enthält das Werk auch Coverversionen, wie „Day Tripper“ von den Beatles und „It Ain’t Me Babe“ von Bob Dylan. 1967 sang Nancy im Duett mit ihrem Vater den Song „Somethin’ Stupid“. Für beide Sinatras war es ein großer Erfolg. Übrigens, 2001 haben Robbie Williams und Nicole Kidman „Somethin’ Stupid“ neu interpretiert. Für den James-Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ mit Sean Connery sang Nancy Sinatra 1967 den Titelsong „You Only Live Twice“.

Nancy Sinatra spielte als Schauspielerin in verschiedenen Filmen mit. Ich kann mich aber nur an den Film „Die wilden Engel“ von Roger Corman aus dem Jahr 1966 erinnern, insbesondere an die Eröffnungsszene des Films „Wild Angels“ mit dem Song „Blues Theme“ von Davie Allan and the Arrows. Nach der Wiederaufführung des Films im Jahr 2003 soll Nancy gesagt haben: „Mit diesem Film begann meine hoffnungsvolle Filmkarriere und endete zugleich.“

You keep saying you’ve got something for me.
something you call love, but confess.
You’ve been messin‘ where you shouldn’t have been a messin‘
and now someone else is gettin‘ all your best.

Und es gibt noch zwei weitere Songs von Nancy Sinatra: Ein „Sommer-Song“, den sie zusammen mit Lee Hazlewood sang und den ich erst 2007 durch einen Film wieder entdeckte und zum anderen den Titelsong eines Films von Quentin Tarantino von 2003. Dazu demnächst mehr.