Anspruch und Wirklichkeit im Martin-Gropius-Bau

Von Friedhelm Denkeler,

Monat der Fotografie 2014 in Berlin

Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist zurzeit die zentrale Gruppenausstellung Memory Lab: Die Wiederkehr des Sentimentalen unter dem Motto Fotografie konfrontiert Geschichte anlässlich des Monats der Fotografie (MdF) 2014 zu sehen. Die Kuratoren fragen: »Wie werden geschichtliche Ereignisse, wie werden kulturelle Besonderheiten und deren Veränderungen oder soziale Verhältnisse heute von Fotografen und Künstlern, welche sich der Mittel von Fotografie und Video bedienen, dargestellt? Wie wird die Distanz zwischen damals und heute, zwischen aktuellen Lebensverhältnissen und dem Gegenstand des Interesses, fotografisch konstruiert und welche Wirklichkeit entsteht dabei? Wie wird Erinnerung formuliert und dem Vergessen entgegengewirkt?«

"Zelle 235" (Untersuchungshaftanstalt  der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen), Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Zelle 235«, Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Wir sehen in der Schau weniger Fotojournalismus, dokumentarische Fotografie oder reine Fotografie (Straight Photography), sondern essayistisch arbeitende Künstler, die in Serien und mit filmischen Mittel inszenieren, oder theatralische Effekte nutzen und manchmal auch mit Spielereien fotografisch agieren. Zwischen dem Anspruch der Kuratoren und ihren Texten in der Ausstellung und der Wirklichkeit der gezeigten Werke klafft aber oft eine größere Lücke. Fünf von 17 ausgestellten Arbeiten möchte ich hier vorstellen.

Mitten in einem der acht großen Ausstellungsräume hat Nasan Tur eine Zelle der ehemaligen Stasi-Untersuchungs-Haftanstalt Bautzner Straße 112, Dresden, nachgebaut und an die Wände über ein Dutzend Fotografien von geschlossenen Metalltüren in beiger, leicht vergilbter Farbe gehängt. Die 1,90 x 3,40 Meter große Zelle (hier waren zwei Menschen inhaftiert) lösen beim Besucher ein Gefühl von Enge und Machtlosigkeit aus, obwohl hier die Zellentür offen steht.

Andreas Mühe zeigt seine bereits bekannte Serie Obersalzberg. Durch groß aufgezogene Nachinszenierungen der Fotos von Walter Frentz, dem Kameramann von Leni Riefenstahl, versucht er den propagandistischen Teil der Fotos vom Hitler-Fotografen Walter Frentz darzustellen, zeigt aber auch gleichzeitig die Faszination, die diese Bilder damals wie heute haben. »Der Betrachter ist verantwortlich für das, was in seinem Kopf passiert, nicht der Photograph« sagte Mühe in einem Interview dazu.

Zu empfehlen ist die sehenswerte, 20-minutige Videoarbeit Scopophilia von Nan Goldin. In dieser Arbeit konfrontiert Goldin ihre eigenen, persönlichen Bilder von Freunden mit Fotos von Gemälden aus dem Louvre. Dabei stellt sie »Gesten und Posen, Haltungen und Gebärden gegenüber und entwickelt so eine Ästhetik der Nähe …, die sie in der Malerei und Skulptur ebenso wiederentdeckt, wie in den Augenblicken des Entstehens ihrer eigenen Werke«.

Erwin Olaf ist mit der Serie Berlin vertreten. Er hat in den ehemaligen Sportstätten der Olympischen Spiele 1936 und im Logenhaus Berlin sonderbare Gegenstände und Personen, die in eine dunkle, historisierende Einfarbigkeit (bräunlich) getaucht sind, fotografiert. Die Fotos weisen, bedingt durch die Pigmentdrucke (Carbon Prints), einen fantastischen ›Sound‹ auf.

"Untersuchungshaftanstalt  der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Wie Anspruch und Wirklichkeit auseinander driften kann man anhand Pablo Zuleta-Zahrs Arbeit Puppies in Torture Chambers gut sehen. Eine Schulklasse ist in die Kellergewölbe eines ehemaligen, geheimen Untersuchungsgefängnisses der chilenischen Junta gestiegen und Zuleta-Zahr fotografiert in Schnappschüssen mit langen Belichtungszeiten das Erkunden der Gewölbe durch die Kinder. Die Aufnahmen hätten überall auf der Welt in einem Abbruchhaus stattfinden können. Der Anspruch, die Aufregung und den Schock der Kinder zu zeigen, ist in den verwischten, schwarzweißen Bildern nicht zu erkennen; nur aufgrund des begleitenden Textes lässt sich eine Verbindung herstellen. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau ist noch bis zum 15.12.2014 zu besichtigen.

»Very Yao« – der Fahrrad-Turm des Ai Weiwei

Von Friedhelm Denkeler,

Im Lichthof des Martin-Gropius-Baus zeigt Ai Weiwei sein über alle Stockwerke reichendes, monumentales Installationskunstwerk »Very Yao«, 2009. Hierfür verwendete er 150 Fahrräder in unterschiedlichen Größen der in China am weitesten verbreiteten Fahrradmarke »Forever Bicycles«. Die Skulptur erinnert an einen zum Tode verurteilen Radfahrer, dem vorgeworfen wurde, ein nicht registriertes Fahrrad dieser Marke gefahren zu haben.

"Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau, 'Very Yao', 2009", Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau, Very Yao, 2009«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

DER TAGESSPIEGEL schrieb zu seinen Arbeiten: »In seinem Werk überkreuzt sich Minimal-Kunst mit Marcel Duchamps Idee des Ready-mades. Beide Strömungen lernte Ai Weiwei während seines Aufenthalts in den USA von 1981 bis 1993 kennen (seine Fotos aus der Zeit zeigte der Gropius-Bau 2011).« Die Ausstellung geht morgen zu Ende.

„X = Hase“ – Von der Mathematik zur Kunst

Von Friedhelm Denkeler,

Meret Oppenheim. Retrospektive, Martin-Gropius-Bau Berlin bis 1.12.2013

Jede wirklich neue Idee ist eine Aggression‘ [Meret Oppenheim]

Zufall oder nicht, der Grabstein für »das Meretlein« in Gottfried Kellers Roman »Der grüne Heinrich« trägt die Jahreszahl 1713. Genau 200 Jahre später wird wieder ein Meretlein geboren: Meret Oppenheim. Weitere biographische Parallelitäten erübrigen sich, denn die aktuell in ihrer Geburtsstadt Berlin mit einer Retrospektive zum 100. Geburtstag geehrte Meret Oppenheim ist keine vom Schriftsteller erdachte Kunstfigur, die an »irdischer Kurzsichtigkeit« [Gottfried Keller] zugrunde ging, sondern sie eroberte sich das Reich der Surrealisten – von der Muse zur eigenständigen Künstlerin.

Als Fotograf kennt man natürlich die legendären Fotografien der Serie »Érotique voilée« von Man Ray, in der sich Meret Oppenheim als Aktmodell im Atelier des Malers Louis Marcoussis inszenierte. Hiermit wurde sie berühmt und der Grundstein zu ihrem Mythos war gelegt. Auf dem wohl bekanntesten Foto steht Oppenheim mit einer von Druckerschwärze beschmierten Hand vor einer Kupferstichpresse.

Jeder hat auch schon einmal von der drei Jahre später entstandenen Pelztasse gehört, die leider in Berlin nicht im Original zu sehen ist. Sie wurde bereits zwei Wochen nach ihrer Herstellung von Alfred H. Barr, Direktor des New Yorker Museum of Modern Art, in einer Pariser Galerie entdeckt und weggekauft. Seitdem steht sie dort in einem Glaskasten. Humor hatte Meret bereits mit 16 Jahren unter Beweis gestellt: Nach einem Besuch in der Kunsthalle Basel mit Werken von Ernst Klee malte sie in ihr Schulheft X = Hase.

"ppenheimbrunnen in Bern" (Waisenhausplatz)", Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Oppenheimbrunnen in Bern«, Waisenhausplatz, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Die Vielfältigkeit ihres Werkes, das Malerei, Schmuckkreationen, Objekte, Gedichte, Zeichnungen und Aufzeichnungen von Träumen umfasst wird in den Ausstellungsräumen großzügig präsentiert. Die Werkschau trägt dazu bei, Oppenheims vielseitiges Gesamtwerk zu entdecken.

In Bern hat Meret Oppenheim auf dem Waisenhausplatz den 1983 eingeweihten Brunnen geschaffen. Er soll symbolisch für das Wachsen und das Leben stehen. Das Wasser fließt in Spiralen von der hohen Säule herunter, an der sich durch das kalkhaltige Wasser Tuffsteinbrocken bilden. So verändert der Brunnen mit der Zeit sein Aussehen. Um die weitere Standfestigkeit zu gewährleisten, mussten jetzt nach 30 Jahren die ersten Kalkbrocken teilweise entfernt werden. Dass sich im Laufe der Zeit Moos, Gräser und Pflanzen an der Säule ansiedeln, ist von der Künstlerin so gewollt (Video 1, Video 2).

Es sind die Künstler, die träumen für die Gesellschaft [Meret Oppenheim]

Kippenberger kippelt, das aber ›very good‹

Von Friedhelm Denkeler,

Im Hamburger Bahnhof in Berlin kippelts noch bis zum 18.08.2013

Jeder Künstler ist ein Mensch. [Kippenberger]

In den Rieck-Hallen des Hamburger Bahnhofs lässt die Kippenberger-Retrospektive die sogenannten Neuen Wilden der 1980er Jahre exemplarisch noch einmal auferstehen. Man feiert sich selbst und es kippelt gewaltig. Gekreuzigte Frösche in vielerlei Farben, Malerei, Fotografie, Zeichnung und Installation; eine bunte Mischung wie aus dem Spielzeugladen erinnert an scheinbar paradiesische Zustände des Künstlerlebens in Berlin, Hamburg und Köln zu dieser Zeit. Die Distanz zur etablierten Kunstszene ist beabsichtigt. Die etablierten Werkzeuge hingegen werden benutzt.

Martin Kipperbergers gekreuzigte Frösche, Foto © Friedhelm Denkeler 2013
Martin Kipperbergers gekreuzigte Frösche, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Gleich im ersten Raum wagt es Kippenberger, an dem Mythos von Joseph Beuys zu kratzen und spricht dessen 1968 durchgeführte Kunstaktion Ja ja ja, Nee nee nee nee nach. Provokation, eine gute Portion Humor und eine Menge Narzissmus prägen Kippenbergers Arbeiten in den langen Hallen und im Untergeschoss. Kurzweilig ist die Ausstellung und schnell erfassbar. Eine kleine Zeitreise auf den Spuren eines Künstlers, der zu den Neuen Wilden zählte und das Adjektiv wild zu wörtlich für sein eigenes Leben nahm. 1997 starb Kippenberger 44-jährig.

Ein gefälschtes Plakat zur großen Kunstausstellung der Documenta, zu der er nie eingeladen wurde, zeugt entweder von der Sehnsucht nach Anerkennung in internationalen Kunstkreisen oder alternativ von der Veräppelung eben dieser. 1988 nahm er an der Biennale Venedig teil.

Wohltuend reduziert und erst auf den zweiten Blick zu entziffern sind Kippenbergers sogenannte Weiße Bilder von 1991, die im Westflügel des Hamburger Bahnhofs ausgestellt werden. Einen neunjährigen Jungen bat er, Kommentare zu einigen seiner Arbeiten zu verfassen. Diese in Schönschrift verfassten Sätze übertrug Kippenberger in transparenter Lackfarbe auf weiße Leinwände und kommentierte sie lehrerhaft mit »sehr gut/ very good!«. Fugenlos eingespachtelt füllen die 11 Bilder den Raum. Weiß auf weiß dient die eigene Bewertung des Künstlers auch gleichzeitig als Titel der Ausstellung im Hamburger Bahnhof. Genial oder überschätzt? Die 20 Jahre sind vorbei. Der Mensch Kippenberger wurde sichtbar.

Kunst wird ja sowieso immer erst im Nachhinein betrachtet… Ich würde sagen, 20 Jahre ist der Zeitraum. […] Was dann die Leute noch von mir erzählen oder nicht erzählen werden, entscheidet. Ob ich gute Laune verbreitet habe oder nicht. Und ich arbeite daran, dass die Leute sagen können: Kippenberger war gute Laune! [Kippenberger]

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. August 2013 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin zu sehen. Siehe auch mein Post Wie ein Laufsteg im Museum landete …

Wie ein Laufsteg im Museum landete…

Von Friedhelm Denkeler,

… und als Vorlage für eine neue Fotografie verwendet wurde

"Kippenberger mit Besucherin" (Martin Kippenberger, Installation für Claudia Skoda, 1976), Foto © Friedhelm Denkeler 2013
»Kippenberger mit Besucherin (Sabine O.)« (Martin Kippenberger, Installation für Claudia Skoda, 1976), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Die in der Presse hoch gelobte Ausstellung Martin Kippenberger: sehr gut | very good im Hamburger Bahnhof stand auf dem Programm. Heute zeige ich vorab ein Foto, das mit Hilfe einer Bodeninstallation von Kippenberger entstanden ist. Diese unbetitelte Arbeit von Martin Kippenberger entstand 1976 in Berlin. Er schuf sie für die befreundete Mode-Designerin Claudia Skoda. Aus 1.300 Schwarzweiß-Kopien von Fotografien entstand eine Collage für den Boden in Skodas Kreuzberger Loft. Der Boden wurde anschließend versiegelt und diente als Laufsteg bei Modeschauen.

Die Collage besteht aus Alltagsszenen der Kreuzberger Modewelt, aus Stadtansichten, Detailaufnahmen von Skodas Strickkleidern, Model-Porträts, Fußboden-Kacheln und durch das Autofenster aufgenommenen Straßenszenen. Skoda verließ 1982 das Loft; die neuen Mieter deckten die Collage mit Bodenplatten ab und sie geriet in Vergessenheit. Während der Sanierung des Hauses konnte die Arbeit 2003 gerettet werden. 1.087 Fotografien wurden restauriert und auf Aluminiumplatten aufgezogen. Entsprechend der ursprünglichen Absicht kann man auch im Hamburger Bahnhof das Werk betreten – allerdings mit Filzpantoffeln.

Kunst wird ja sowieso immer erst im Nachhinein betrachtet… Ich würde sagen, 20 Jahre ist der Zeitraum. […] Was dann die Leute noch von mir erzählen oder nicht erzählen werden, entscheidet. Ob ich gute Laune verbreitet habe oder nicht. Und ich arbeite daran, dass die Leute sagen können: Kippenberger war gute Laune! [Martin Kippenberger]

Diane Arbus – In der Dunkelkammer der Menschheit

Von Friedhelm Denkeler,

Das Werk der großen Fotografin im Berliner Martin-Gropius-Bau

Nichts ist so, wie es angeblich sein soll. Ich erkenne nur das wieder, was ich noch nie gesehen habe [Diane Arbus]

Vorab: die Berliner Ausstellung zeigt neben den bekannten Werken der Diane Arbus auch viele neue Fotos, aber der Gesamteindruck von Arbus Werk verändert sich dadurch nicht. Die besten Fotografien hatte sie bereits zu Lebzeiten selbst veröffentlicht.

"Arbus und das Fotografierverbot", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Arbus und das Fotografierverbot«, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Der Sinn, warum in der Ausstellung auf eine chronologische, thematische oder wissenschaftliche Ordnung verzichtet wurde, hat sich mir nicht erschlossen. So gesehen zeigt der Gropius-Bau für diejenigen, die ihr Schaffen kennen, keine neuen Erkenntnisse.

Rund 200 Schwarz-Weiß-Bilder hängen von Diane Arbus (New York 1923 – 1971) im Gropius-Bau: Porträts von Mittelklassefamilien, Paaren, Kindern, Obdachlosen, Jahrmarktartisten, Dominas, Tätowierten, Nudisten, Transvestiten, Exzentrikern und Prominenten.

Ein Transvestit mit Lockenwicklern, eine nackte Kellnerin mit kleiner Spitzenschürze, eine ältere Dame mit Schleier und Perlenohrringen, das eineiige Zwillingspaar in New Jersey oder ein Junge mit einer Spielzeuggranate; sie alle leben von der Mischung aus Distanz und Arbus Fähigkeit, sich in die Porträtierten hineinzuversetzen.

Zum Schluss noch etwas Nerviges: Der Gropius-Bau glänzte bisher bekanntlich durch sein ständiges Fotografierverbot. Und zur Arbus-Ausstellung schon wieder: bis zu zwei Fotografierverbot-Aufsteller wurden zusätzlich an den Eingängen platziert. Auch die Praktiken zur Verwendung der Pressebilder sind rigoros durch die Estate of Diane Arbus LLC beschnitten: so müssen zum Beispiel die zur Verfügung gestellten Bilder spätestens 60 Tage nach Ausstellungsende aus dem Netz genommen werden. Nein, Danke.

Nach Diane Arbus Tod beauftragten die Erben Neil Selkirk, ihre Dunkelkammer mit den 7000 Filmrollen zu durchforsten und limitierte Abzüge herzustellen, die mittlerweile auf Auktionen Zehntausende Dollar erlösen. Ob dieser Kommerz im Sinne von Diane Arbus ist, wage ich zu bezweifeln. Der Martin-Gropius-Bau leistet mit dieser Ausstellung diesbezüglich noch Vorschub. Mit Kunst hat das eher weniger zu tun – oder gerade doch? Dessen ungeachtet gilt Diane Arbus, neben Robert Frank und Richard Avedon, zu Recht als Kultfigur der US-amerikanischen Fotografie.

Es ist ein bisschen, als würde man in eine Halluzination hineinspazieren, ohne genau zu wissen, wessen Halluzination es ist… Es ist, als hätten Adam und Eva nach dem Sündenfall Gott angefleht, ihnen zu vergeben, und er in seiner grenzenlosen Verbitterung gesagt hätte: ‚Also gut, dann bleibt. Bleibt im Garten Eden. Werdet zivilisiert. Vermehrt euch. Verpfuscht es.‘ Und genau das haben sie getan. [Diane Arbus zu den Nudisten-Camps]

Anselm Kiefer und die Buchstaben-Maschine

Von Friedhelm Denkeler,

Die Ausstellung »Art and Press« im Berliner Martin-Gropius-Bau macht Schlagzeilen

Der erste Gang im Martin-Gropius-Bau führt in der Regel in den Lichthof. Hier schlägt zurzeit auch das Herz der Ausstellung Art and Press in Form der Monumental-Skulptur Die Buchstaben von Anselm Kiefer. Der 67-Jährige Künstler stellte alte, mit Sonnenblumen verzierte Druckmaschinen in den Renaissancebau an der Niederkirchnerstraße. Diese gewaltige Rauminstallation ist eine Hommage an Johannes Gutenberg und die Entstehung des Buchdrucks. Sie steht symbolisch für die Geschichte unserer Zivilisation, denn diese wäre ohne Schrift, ohne das Buch und ohne die Zeitung nicht denkbar.

"Die Buchstabenmaschine von Anselm Kiefer", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Die Buchstabenmaschine von Anselm Kiefer«, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Die drei maroden Druck- und Setzmaschinen wirken wie bleierne Dinosaurier aus einer allzu fernen, fremden Welt. Auf dem Boden liegen verstreut die Bleibuchstaben umher. Somit zeigt die Installation gleichzeitig den Verlust dieser Buchstaben, die über Jahrhunderte per Hand durch die Drucker gesetzt wurden. Für Kiefer begann ein Prozess der Verarmung, als nicht mehr manuell gesetzt wurde. Eine Metapher über das Entstehen von Wissen, Vergänglichkeit und Zukunft, die am Eröffnungsabend gerne digital im Bild festgehalten wurde.

Auf der fünf Meter hohen Schiefertafel (im Hintergrund des Fotos) sind Worte wie Stille oder Wimpernfeuer mit Kreide in Schönschrift eingeschrieben. Es handelt sich um Zeilen aus Paul Celans Abend der Worte. Auch diese Kreideschrift wirkt im Jahr 2012 schon leicht antiquiert. Kiefer zeigt mit der mächtigsten Installation dieser Ausstellung, dass man heutzutage Buchstaben nicht mehr fühlen kann. Die digitale Revolution frisst ihre Kinder. Das Werk wurde extra für diese Ausstellung geschaffen.

Eine so hochkarätig besetzte Ausstellung, die der Frage nach Wahrheit und Wirklichkeit in den Medien nachgeht, war wohl noch nie zu sehen. Die Ausstellung, in der mehr als 50 Künstler wie Ai Weiwei, John Baldessari, Christian Boltanski, Gilbert & Georg, Andreas Gursky, Damien Hirst, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Mario Merz, Robert Rauschenberg, Thomas Ruff, Julian Schnabel und Andy Wahrhol zeitgenössische Kunst zum Thema Kunst und Presse zeigen, ist noch bis zum 24. Juni 2012 zu sehen (siehe auch mein Post Gilbert & George – Vom Londoner Zeitungsboulevard in den Berliner Gropius-Bau). www.artandpress.de

Gilbert & George – Vom Londoner Zeitungsboulevard in den Berliner Gropius-Bau

Von Friedhelm Denkeler,

Die Ausstellung »Art and Press« im Berliner Martin-Gropius-Bau macht Schlagzeilen

Nachdem wir vor fast einem Jahr die große und großartige Ausstellung Jack Freak Pictures des Londoner Künstlerpaars Gilbert & George in den Hamburger Deichtorhallen sehen konnten (siehe Gilbert & George: Jeder ist sein eigener Freak) konnten wir das Paar gestern Abend, während der Eröffnung der Ausstellung Art and Press im Berliner Martin-Gropius-Bau, live inmitten ihrer jüngsten Werke aus dem London Pictures-Zyklus erleben. Sie präsentierten nicht nur ihr Werk, sondern auch sich selbst als lebende Skulpturen.

"Gilbert & George im Martin-Gropius-Bau", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Gilbert & George im Martin-Gropius-Bau«, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Gilbert & George haben Fotos von den ›Schürzen‹ gemacht, die an den Kiosken mit reißerisch aufgemachten Plakaten für die aktuelle Ausgaben der Boulevard-Zeitungen werben. Die Fotos dieser Plakate, die sich auf wenige Informationen, wie Raub, Entführung, Mord und brutale Übergriffe beschränken, wurden von den Künstlern präzise bearbeitet. Zwischen den Schlagzeilen blicken uns Augenpaare, sicherlich die der Künstler, an, aber es könnten auch die der Leser gemeint sein, die die Schlagzeilen tagtäglich im Straßenbild erblicken.

Diese Arbeit passt wunderbar zum Thema der Ausstellung Art and Press. Gilbert & George bringen das Verhältnis von Kunst und Medien auf eine einfache Formel Kunst braucht die Presse, die Presse schafft Öffentlichkeit. Aus 2700 Zeitungsplakaten schufen die Künstler 292 Werke, die zurzeit auch in London in den White Cube Gallerien zu sehen sind.

Die Ausstellung, in der mehr als 50 Künstler wie Ai Weiwei, John Baldessari, Christian Boltanski, Gilbert & Georg, Andreas Gursky, Damien Hirst, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Mario Merz, Robert Rauschenberg, Thomas Ruff, Julian Schnabel und Andy Wahrhol, zeitgenössische Kunst zum Thema Kunst und Presse zeigen, teilweise mit extra für diese Ausstellung konzipierten Werken, ist noch bis zum 24. Juni 2012 zu sehen und ich hoffe, sie ein zweites Mal, ohne das Eröffnungswirrwarr, wahrnehmen zu können. Eine ausführliche Besprechung soll folgen. www.artandpress.de, Video

W. Eugene Smith – Fotografien. Eine Retrospektive

Von Friedhelm Denkeler,

Der Martin-Gropius-Bau Berlin zeigt die Werke des Life- und Magnum-Fotografen bis zum 27.November 2011

W. Eugene Smith, geboren 1918 in Wichita / Kansas und gestorben 1978 in Tucson / Arizona, hat sich seit den 1940er Jahren als politisch und sozial engagierter Fotojournalist in den USA einen Namen gemacht. Viele seiner Bildreportagen sind bei Life erschienen, dem wichtigen Magazin für Fotojournalismus, das 1936 in New York gegründet wurde. Smith sah in der Fotografie mehr als nur die Illustration zu einem Text und hat oft bei den Redakteuren mehr Mitsprache beim Gestalten eines Fotoessays eingefordert. Seinen beruflichen Einstieg fand er 1937 als Fotoreporter bei Newsweek.

1944 wurde er bei Life als Kriegskorrespondent angestellt und hielt die Schlacht von Saipan und die Landungen der Amerikaner auf den Inseln Iwojima und Okinawa fest. Im Zuge der Kämpfe veränderte sich der Stil seiner Aufnahmen: Statt enthusiastischer Darstellungen zeigte er das immense Leid der Zivilbevölkerung und entwickelte eine Bildperspektive, die den Betrachter emotional einbezog. Smith wurde am 22. Mai 1945 selbst schwer verletzt und musste bis 1947 mehrere Operationen über sich ergehen lassen.

"Im Gusswerk", Foto © Friedhelm Denkeler 2008
»Im Gusswerk«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Den symbolischen Neubeginn verkörperte für ihn das erste Foto nach seiner Verwundung. A Walk to Paradise Garden zeigt seine beiden jüngeren Kinder beim Betreten einer sonnendurchfluteten Lichtung. »Während ich meinen Kindern ins Unterholz und zu der Gruppe höherer Bäume folgte – wie sie sich an jeder ihrer kleinen Entdeckungen erfreuen konnten! – und sie betrachtete, wusste ich auf einmal, dass ich trotz alledem, trotz aller Kriege und aller Niederlagen an diesem Tag, in diesem Augenblick ein Sonett auf das Leben und auf den Mut, es weiterzuleben, anstimmen wollte.« (1954)

Nach seiner Genesung arbeitete er erneut für Life. Besonders Dokumentationen, die das engagierte Wirken einfacher Menschen zeigten, beeindruckten die Leser. In The Country Doctor (erschienen 1948) begleitete er mehrere Wochen einen jungen Landarzt aus der Nähe von Denver bei seiner Arbeit. Sein Beitrag Nurse Midwife (erschienen 1951) über die schwarze Hebamme Maud Callen entstand vor dem Hintergrund von Rassendiskriminierung und des aktiven Wirkens des Ku-Klux-Klans im Süden der USA.

Mit der Reportage Spanish Village (erschienen 1951) hatte Smith mehr Erfolg. Er wollte einen Eindruck von den Lebensverhältnissen in einem faschistischen Regime vermitteln. Nach Erhalt der nötigen Fotoerlaubnis recherchierte er zwei Monate vor Ort und wählte ein abgeschiedenes Dorf in der Extremadura für die Aufnahmen aus. Etliche der Fotografien erinnern mit ihrem strengen Helldunkel und ihrer klar gebauten Komposition an malerische Vorbilder und vermitteln mittels dieser Stilisierung ein Gefühl für die Schwere und auch die Schönheit des dortigen Lebens.

Smiths Beitrag über Albert Schweitzers Wirken in Lambaréné sollte der letzte für Life werden: Die fehlende Mitsprache bei Bildauswahl und Layout waren für ihn nicht mehr hinnehmbar und er verließ die Zeitschrift nach Erscheinen des Essays A Man of Mercy im November 1955. Eine berufliche Alternative bot die Mitgliedschaft bei Magnum, der 1947 gegründeten Agentur für Fotografen. Im Auftrag von Stefan Lorant begann Smith eine umfassende Reportage über die Stadt Pittsburgh und ihre Eisenhütten, die ihn die nächsten Jahre beschäftigte und an seine finanziellen und persönlichen Grenzen brachte.

1971 widmete er sich mit der erschütternden Serie über die Minamata-Krankheit der forcierten Modernisierung Japans und ihren schwerwiegenden Folgen. Grund für die Erkrankungen war die vom Chemiekonzern Chisso verursachte Umweltverschmutzung: Der Konzern hatte quecksilberhaltiges Abwasser in der Nähe der Stadt Minamata ins Meer geleitet. Das Komitee zur Verteidigung der Opfer beauftragte Smith, die humane und ökologische Katastrophe zu dokumentieren und der Fotograf, der sich persönlich sehr für dieses Projekt engagierte, zog mit seiner zweiten Frau, Aileen Mioko Smith, nach Minamata. Mit seinen Bildern, die bei Life und in seinem Buch A Warning to the World … Minamata veröffentlicht wurden, trug er wesentlich zur Publikmachung und Aufklärung des Falles bei.

Smith fotografisches Werk wurde mit Beginn der 1970er Jahre zunehmend museal gewürdigt. Sein Foto A Walk to Paradise Garden hatte Edward Steichen für die Ausstellung The Family of Man (1955) als symbolgebendes Schlussbild gewählt, doch erst 1971 fand die erste Retrospektive Let Truth Be the Prejudice im Jewish Museum in New York statt. 1977 zog der schwer kranke Smith nach Tucson / Ariziona und übernahm an der dortigen Universität im letzten Lebensjahr eine Lehrtätigkeit. [Quelle: Presseinformation] www.martin-gropius-bau.de

Kompass – Zeichnungen aus dem MoMA New York

Von Friedhelm Denkeler,

Eine Bestandsaufnahme der »Arbeiten auf Papier« aus dem Museum of Modern Art im Martin-Gropius-Bau, Berlin

»Aktzeichnen«, aus dem Portfolio »Harmonie eines Augenblicks«, Foto © Friedhelm Denkeler 1982
»Aktzeichnen«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Harmonie eines Augenblicks«, Foto © Friedhelm Denkeler 1982

Ein wenig skeptisch bin ich zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstagabend in den Martin-Gropius-Bau gegangen. Wollen die Kuratoren wie bereits im Sommer 2004 mit dem Etikett MoMA einen erneuten Hype entfachen? Die Online-Eintrittskarten sollen für die ersten Tage schon ausverkauft sein. All das alles ließ Schlimmstes für die Vernissage vermuten: lange Schlangen mit ewigen Wartezeiten wie bei Frieda Kahlo.

Aber alles war, wie es sein sollte: Eine rundum gelungene Eröffnung mit fünf kurzen, prägnanten Ansprachen, darunter der amerikanische Botschafter und Kuratoren aus New York, ein angenehm fachkundiges Publikum und – das ist schließlich das Wichtigste – eine sehr gute Ausstellung mit 250 Arbeiten auf Papier von 120 Künstlern aus dem Fundus der Judith Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection, die mittlerweile dem Museum of Modern Art gehört. Die Nadel des Kompass zeigt zwar hauptsächlich gen Westen – New York, Los Angeles, Köln und Düsseldorf sind die Zentren aus denen die meisten Werke stammen – aber man erhält einen sehr guten Überblick über die Arbeiten auf dem Papier nach der Zeit des Kubismus, von 1950 bis heute.

Was wir zu sehen bekommen, hat die Märkische Allgemeine sehr gut zusammengefasst: »… mit Bleistift Gekritzeltes von Joseph Beuys, Zeichnungen aus dem Museum of Modern Art Collagiertes von Martin Kippenberger, Foto- und Papiergeschnetzeltes von Sol LeWitt oder Eva Rothschild. Für seinen Honigstand benutzte Jörg Immendorff Filzstift und Kugelschreiber. Cy Twombly tropfte 2001 Polymerfarben auf ein ungetiteltes Blatt, Sigmar Polke 2003 ebenfalls, nur gegenständlicher. Cady Noland bevorzugte Kopien von Pressebildern. Robert Crumb pinselte The Complete Fritz the Cat mit Tusche. David Hockney fand Grafit für nackte Männer passender. Marcel Odenbach klebte grünstichige Starporträts von Elvis Presley, James Dean oder Marilyn Monroe mit Noten- und Zeitungsfetzen zu einem Birkenwald zusammen und nannte das Ergebnis Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen.»

Hat es jemals eine Ausstellung mit solcher Fülle an zeitgenössischen Zeichnungen gegeben? Ich kann mich nicht erinnern. Früher galt die Zeichnung eher als Vorstadium für Gemälde, Skulpturen oder Bauwerke. Inzwischen wird sie als eigenständige Bildgattung anerkannt und geschätzt. Dabei wird der Begriff Zeichnung zu einengend benutzt. Alle Formen der Collage-Technik, bedruckte Elemente, Fotografien und Materialien werden mit einbezogen. Die Grundlage allein ist der Bildträger Papier, deshalb sprechen wir lieber von Arbeiten auf Papier.

Fazit: Eine sehr sehenswerte Ausstellung. Voller Esprit und mit bisher nie gesehenen Arbeiten. Deshalb plane ich einen zweiten Besuch und werde dann gerne auf einzelne Werke, bzw. Künstler, die mir besonders gut gefallen haben, eingehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. Mai 2011 im Berliner Martin-Gropius-Bau.

Licht und Schatten von László Moholy-Nagy

Von Friedhelm Denkeler,

Die Arbeiten des frühen Pioniers der Lichtkunst sind noch bis zum 16. 01.2011 in einer Retrospektive im Martin-Gropius-Bau, Berlin, zu sehen

Gestern Abend wurde eine große Gesamtschau mit über 200 Arbeiten von László Moholy-Nagy, im Beisein seiner aus den USA angereisten Tochter Hattula Moholy-Nagy, im Martin-Gropius-Bau eröffnet. Mit ihrer Hilfe gelang es auch, die Ausstellung mit Arbeiten aus dem Besitz von 30 internationalen Leihgebern zu bestücken.

Das Centre Pompidou, die New Yorker Rosen Gallery, die Tate Gallery in London und niederländische Museen verliehen ihre Arbeiten nach Berlin. Bereits 1929 zeigte Moholy-Nagy im selben Gebäude, dem damaligen Kunstgewerbemuseum, in der Werkbundschau „Film und Foto“ seine Bilderwand, die in der aktuellen Ausstellung annähernd rekonstruiert wurde.

»Ein Hochzeitsautomobil Unter den Linden«, Berlin, Blick von der Humboldt-Box, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Ein Hochzeitsautomobil Unter den Linden«, Berlin, Blick von der Humboldt-Box, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Laszlo Moholy-Nagy war fasziniert vom Licht. In den 1920er Jahren schuf er seine Fotogramme, experimentierte mit Licht und Schatten in der Fotografie und entwarf Bühnenbilder aus Licht. Die  Berliner Ausstellung geht jetzt dieser besonderen Faszination Moholy-Nagys nach. »Als ich die Idee zur Ausstellung entwickelte, fiel mir auf, das in Moholy-Nagys bisheriger künstlerischer Rezeption etwas fehlte: Immer waren die Ausstellungen retrospektiv angelegt, und zeigten Werke aus allen Schaffensphasen. Ich wollte dagegen vorführen, dass es in seiner Arbeit eine Idee gibt, die alle seine künstlerischen Bereiche verbindet: Die Kunst des Lichts«, so die Kuratorin Olivia Maria Rubio.

Moholy-Nagys Arbeiten weisen ein breites Spektrum an Ideen auf. Malerei, Fotografie und Werbung und Industriedesign sah er als gleichwertig an. Zeitgleich zu Man Ray erfand er das „Fotogramm“, die Herstellung von Bildern nur mit Licht, ohne Kamera. Das Berlin jener Jahre hat ihn stark geprägt, einzelne Fotos erinnern an Bilder von Heinrich Zille. »Man würde ihn heute nicht kennen, wenn er nicht in Berlin gelebt und gearbeitet hätte« [Hattula Moholy-Nagy].

Der Fotograf, Maler und Designer László Moholy-Nagy wurde 1895 in Ungarn geboren und starb 1946 in Chicago. Nach einem abgebrochenen Jurastudium kam er 1920 nach Berlin. Zwischen 1923 und 1928 lehrte er am Bauhaus in Weimar und Dessau.  1934 emigrierte er vor den Nazis zunächst nach Amsterdam, dann nach England und später in die USA. In Chicago gründete und leitete er das New Bauhaus. www.gropiusbau.de