Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

David Gordon Green

Berlinale (XIII): David Gordon Green: „Prince Avalanche“, USA

"David Gordon Green mit seinen beiden Hauptdarstellern",  Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„David Gordon Green mit seinen beiden Hauptdarstellern“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Die beiden Bauarbeiter Alvin und Lance reden und streiten den lieben langen Tag miteinander über Musik, das Leben, die Natur, die Liebe und das Essen. Es sind (berlinale-untypisch) keine tiefgründigen Gespräche; eher führen sie mit ihren 30 Jahren pubertäre Unterhaltungen.

Der Satz „Es ist ein Unterschied, ob du alleine (alone) bist oder einsam (lonely) bist“ ist dann schon der philosophische Höhepunkt. Gekonnt reden sie meist aneinander vorbei und dennoch macht es Spaß, ihnen dabei zu folgen.

Die Bilder von den verbrannten Wäldern, in denen wieder erstes Grün wächst, sind perfekt eingefangen: Ende und Neubeginn gleichzeitig. Eine Komödie ist auf Festivals eher selten anzutreffen ist und wenn, dann bestimmt außer Konkurrenz.

Alles in allem: Ein vergnüglicher Berlinale-Abend für Liebhaber der Natur und der darin anzutreffenden Spezies Mensch, aber die Geschichte ist dann vielleicht doch etwas zu harmlos.

„Alvin und Lance verbringen den Sommer 1988 in einem von Bränden zerstörten, menschenleeren Waldgebiet. Ihr monotoner Auftrag besteht darin, die Fahrbahnmarkierungen der kilometer-langen Landstraße zu erneuern.

Lance leidet unter der Isolation in der Natur, fern von Mädchen und Partys. Ganz im Gegensatz zum ernsteren Alvin. Aus der Ferne schreibt dieser leidenschaftliche Briefe an die große Schwester von Lance, seine Freundin.

Wenn er frei hat, dringt Alvin noch tiefer in die verlorenen Wälder ein, um Geister zu suchen und verlassene Häuser zu entdecken. Gemeinsam mit Lance mäandert er in einem eigenwilligen kleinen Bauarbeitergefährt durch die Wälder. Sie streiten, prügeln und vertragen sich.

Den ganzen langen, drückenden Sommer über machen die beiden nur mit einem mysteriösen Lastwagenfahrer Bekanntschaft, der die beiden mit selbstgebranntem Schnaps versorgt und ebenso unerwartet verschwindet, wie er aufgetaucht ist.

Mit diesem Remake des isländischen Films Either Way von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson ist Regisseur David Gordon Green zugleich eine lakonische Komödie und ein philosophisches Roadmovie mit der visuellen Lyrik seiner frühen Independent-Filme gelungen.“ [Quelle: Filmbeschreibung] www.berlinale.de