Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Bernd Boßmann ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert

Alle oben genannten Begriffe reichen nicht aus, um Bernd Boßmann zu beschreiben. Man sollte ihn kennenlernen. Aus aktuellem Anlass, weil er gerade mit seinem Projekt, dem “Garten der Sternenkinder“ als Kandidat für den Publikumspreis im Rahmen des Deutschen Engagementpreises unter die 10 Finalisten nominiert wurde, wird er heute vorgestellt.

In der Kulmer Straße in Schöneberg hat er das Theater O-TonArt gegründet. Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof an der Großgörschenstraße eröffnete er 2006 das Friedhofscafé Finovo, wo er neben selbstgebackenem Kuchen auch seine Hauptstadt-Limonade Berlinade ausschenkt. Und genau hier hat er über den von ihm mit gegründetem Verein EFEU e.V. den „Garten der Sternenkinder“ ins Leben gerufen. Eltern nicht bestattungspflichtiger Kinder erhalten so die Möglichkeit einer angemessenen Bestattung und einen Ort des Gedenkens.

"Bernd Boßmann", Foto © Friedhelm Denkeler 2013
„Bernd Boßmann“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Ein kleiner Exkurs über Friedhöfe lässt sich an dieser Stelle auch angesichts der nahenden Gedenktage nicht vermeiden. Wer einmal über den oft zitierten und berühmten Südwestkirchhof Stahnsdorf gelaufen ist und sich über die an der nördlichen Begrenzung stehenden Wandgräber, die irgendwie „aus der Zeit“ gefallen sind und architektonisch deplatziert wirken, wunderte, dem sei gesagt, dass eben diese 1938/39 im Zuge der von Albert Speer geplanten Nord-Süd-Achse vom Alten St.-Matthäus- Kirchhof dorthin verlagert wurden.

An ihrer Stelle befinden sich an der Schöneberger Friedhofsmauer nun Wandmalereien, die die ursprünglichen Umrisse der monumentalen Grabarchitekturen silhouettenhaft andeuten. Die meisten der kunst- und kulturhistorisch wertvollen Anlagen und Mausoleen sind glücklicherweise noch an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort an der Großgörschenstraße zu bewundern. In Form von Patenschaften, die der Verein „EFEU e.V.“ vermittelt, werden sie als Kulturdenkmäler instandgehalten, restauriert oder rekonstruiert.

Das Engagement von Bernd Boßmann kennt keine Grenzen und seine Nominierung ist mehr als eine schöne Anerkennung. Daher sei heute einmal zum „voten“ aufgerufen, denn Bernd steht nicht nur für nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern ist stets auch die „Seele vom Ganzen“.