Journal

Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Bilder einer Ausstellung (4)

Zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979
Neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

»Sommerwiese in Schnackenburg», Foto © Friedhelm Denkeler 1979

»Sommerwiese in Schnackenburg», Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Den Artikel zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979 finden Sie hier. Das kleine Portfolio »Bilder einer Ausstellung – Versuch einer Rekonstruktion« aus dem Jahr 1980 besteht aus zwölf Photographien 30 x 45 cm und ist auf meiner Website zu sehen.

Bilder einer Ausstellung (3)

Zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979
Neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

»Junger Trieb«, Foto © Friedhelm Denkeler 1979

»Junger Trieb«, Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Den Artikel zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979 finden Sie hier. Das kleine Portfolio »Bilder einer Ausstellung – Versuch einer Rekonstruktion« aus dem Jahr 1980 besteht aus zwölf Photographien 30 x 45 cm und ist auf meiner Website zu sehen.

Bilder einer Ausstellung (2)

Zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979
Neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

»Markusplatz» (Venezia '79 la Fotografia«), Foto © Friedhelm Denkeler 1979

»Markusplatz» (Venezia ’79 la Fotografia«), Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Den Artikel zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979 finden Sie hier. Das kleine Portfolio »Bilder einer Ausstellung – Versuch einer Rekonstruktion« aus dem Jahr 1980 besteht aus zwölf Photographien 30 x 45 cm und ist auf meiner Website zu sehen.

Bilder einer Ausstellung (1) – Versuch einer Rekonstruktion

Zur Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler», DGPh, Köln 1979
Neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

»Modernes Gebäude in Hannover«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980

»Modernes Gebäude in Hannover«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980

Mein Interesse an der Photographie begann in der Jugendzeit mit den ersten 6×9 cm-Aufnahmen aus der Rollfilm-Box meines Vaters, mit der ersten eigenen Kleinbildkamera und mit ersten Erfahrungen in einem Schwarzweiß-Fotolabor im Jugendfreizeitheim in Westfalen. In Berlin kamen dann die Besuche von Fotokursen an der Volkshochschule hinzu und die Einrichtung meines ersten provisorischen Fotolabors. Eine ernsthafte, künstlerische Auseinandersetzung mit der Photographie startete mit der Ausbildung an der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg bei Michael Schmidt.

Katalog der Werkstatt für Photographie: »Michel Schmidt und Schüler«, Ausstellung in der Werkstatt für Photographie«, 28.01. bis 29.02.1980

Michael Schmidt war der Initiator und Gründer der »Werkstatt für Photographie«. 1976 nahm die Werkstatt in Kreuzberg mit Schmidt als informellem Leiter ihre Arbeit auf. Ein gewisses Interesse der Medien lag vor, so dass der Andrang auf die Anfängerkurse sehr groß war; es mussten lange Wartelisten angelegt werden. Die Kurse mit Michael Schmidt und Ulrich Görlich, ein Schüler von Schmidt aus der Vor-Werkstatt-Zeit, begannen mit ungefähr 200 Teilnehmern, die in fünfzehn Grund-, Aufbau- und Hauptkurse aufgeteilt waren. Michael Schmidt wurde die Leitung der Werkstatt informell übertragen.

Glücklicherweise konnte man, wenn man entsprechende Arbeiten beim Dozenten vorlegte, auch in die fortgeschrittenen Kurse direkt einsteigen. So „landete“ ich dann am 21. September 1977 im Kurs von Michael Schmidt. Bereits ein Jahr später zog sich Schmidt aus dem Kurssystem der Werkstatt für Photographie zurück, um sich ausführlicher seiner eigenen Arbeit widmen zu können. Einige Jahre profitierte ich, neben weiteren Werkstättlern, noch als Privatschüler von Michael Schmidt in einer kleinen Gruppe.

Das Arbeiten und Leben an der Werkstatt für Photographie wurde bestimmt durch die verschiedensten Aktivitäten. Am wertvollsten waren die Bildbesprechungen an den Kursabenden. In den zehn Jahren der Werkstatt für Photographie gab es an die fünfzig Ausstellungen. Während der Vernissagen, die gleichzeitig auch kleine „Feste“ waren, wurden natürlich die Werke der Ausstellenden diskutiert, ebenso an den einzelnen Kursabenden. Fast jedes Jahr gab es drüber hinaus eine Überblicksausstellung der „Photographien der Hörer und Dozenten“, sowie insgesamt fünf Einzelausstellungen von Werkstättlern in den 10 Jahren.

Regelmäßige Höhepunkte der Werkstatt-Aktivitäten waren die Wochenend-Workshops mit bekannten Photographen aus dem In- und Ausland, erwähnt seien Andre Gelpke, Wilhelm Schürmann, Klaus Honnef, Michael Schmidt, Manfred Willmann, Heinz Cibulka und Suzanne Pastor. Eine sehr große Rolle spielten vor allem die zeitgenössischen US-Amerikaner, die gerne nach Berlin kamen, um an der Werkstatt Wochenend-Lehrgänge abzuhalten, unter anderem Ralph Gibson, Lewis Baltz, John Gossage, Robert Cumming, Larry Fink, Robert Heinicken, Larry Clark, Joe Deal, Todd Papageorge, Robert Frank und William Eggleston.

Im Grunde genommen waren die Werkstättler, sowohl Schüler als auch Dozenten, während der zehn Jahre auch alle Autodidakten, alle lernten von einander; der Zusatz »Autodidakt« in verschiedenen Biografien aus der damaligen Zeit ist hier als Qualitätsmerkmal anzusehen. Während der Werkstatt-Zeit gab es in Berlin keine Möglichkeit, künstlerische Fotografie zu studieren. Ein Merkmal für die anspruchsvollen und qualitativen Arbeiten der Photographen waren die zahlreichen Ankäufe der Berlinischen Galerie unter der Leitung von Janos Frecot und natürlich auch jene von Westeuropäischen und US-amerikanischen Museen, Galerien und Einrichtungen.

Anregungen in Bezug auf die Fotografie erhielt ich – und sicher auch die anderen Werkstättler – durch die Berliner Realisten, wie Peter Sorge, Klaus Vogelgesang, Matthias Koeppel und Dieter Hacker. Dieter Hacker und Andreas Seltzer, beide von der 7.  Produzentengalerie, hielten an der Werkstatt 1978 einen Wochenend-Workshop ab. Großen Eindruck auf die Werkstatt hatte auch die Ausstellung »New Topographies: Photographs of an Man-altered Landscape« 1975/76 mit den Protagonisten Robert Adams, Lewis Baltz, Stephan Shore und Bernd und Hiller Becher, sowie die Theorie von Klaus Honnef über die Autorenfotografie.

In den jährlichen Ausstellungen mit »Photographien der Hörer und Dozenten« in den Jahren 1978 und 1979 war ich jeweils mit Beiträgen vertreten. 1980 folgte dann ein erster Höhepunkt, die Gruppenausstellung »Michel Schmidt und Schüler« mit Friedhelm Denkeler, Wolfgang Eilmes, Jürgen Frisch, Ulrich Görlich, Wilmar Koenig, Thomas Leuner, Winfried Mateyka, Klaus P. Voutta und Ursula Wüst vom 28. Januar bis zum 29. Februar 1980 in der »Werkstatt für Photographie«. Zur Ausstellung gab es ein Plakat und einen Katalog.

Einen weiteren Höhepunkt gab es im selben Jahr: Vom 04. August bis zum 13. September 1980 war die gesamte Ausstellung »Michael Schmidt und Schüler» in Galerie der »Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)« in Köln zu sehen (hierzu gab es ein eigenständisches Plakat). Mit einem kleinen Tross von Werkstättlern reisten wir nach Köln (01.-04.08.1980). Am 2. August bauten wir die Ausstellung auf. Leider sind von beiden Ausstellungen nur wenige Dokumente und Fotos erhalten geblieben. Wie die Ausstellung in Berlin aussah, ist nicht überliefert und für die Kölner Schau habe ich ein schlecht belichtetes Negativ gefunden, dass aber auch nur meine Bildstrecke zeigt. Aber die wichtigsten Dokumente sind natürlich der Katalog (84 Seiten, 20,5 x 19 cm) und die Plakate. Wie meine Notizen zeigen, habe ich 2015 mühselig versucht die Ausstellung zu rekonstruieren.

Das kleine Portfolio »Bilder einer Ausstellung – Versuch einer Rekonstruktion« aus dem Jahr 1980 besteht aus zwölf Photographien 30 x 45 cm und ist auf meiner Website zu sehen.

Katalog der Werkstatt für Photographie: »Michel Schmidt und Schüler«, Ausstellung in der Werkstatt für Photographie«, 28.01. bis 29.02.1980

Katalog der Werkstatt für Photographie: »Michel Schmidt und Schüler«,
Ausstellung in der Werkstatt für Photographie«, 28.01. bis 29.02.1980

Von Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente

»Vom Street-Art-Künstler Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Vom Street-Art-Künstler Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente
auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Der deutsche Künstler Kiddy Citny (geboren 1957 in Stuttgart) zog 1977 nach Stationen in Bremen, Amsterdam, London, Zürich und Los Angeles nach Berlin. Hier wurde er zusammen mit Thierry Noir als „Mauermaler“ bekannt. Sie wollten „Ostberlin mit Kunst einschließen“. Citny schuf die bekannten, kronentragenden Herzköpfe, als Symbol der Einheit Mitte der 1980er Jahre an der Berliner Mauer. Mit dem Mauerfall gelangte Citnys Malerei mitsamt den betonschweren Bildträgern in internationale Kunstsammlungen, unter anderem nach New York ins Museum of Modern Art (MOMA).

»Street-Art-Künstler Kiddy Citny restauriert seine Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Street-Art-Künstler Kiddy Citny restauriert seine Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Thierry Noir und Kiddy Citny auf dem Leipziger Platz

»Vom Street-Art-Künstler Thierry Noir gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Vom Street-Art-Künstler Thierry Noir gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«,
Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Der Verlauf der ehemaligen Mauer zwischen West- und Ost-Berlin ist auf dem Leipziger Platz gut zu erkennen; die einstige Grenze ist durch eine doppelte Pflastersteinreihe gekennzeichnet (wie an vielen anderen Stellen der Stadt). An beiden Enden des Platzes, getrennt durch die Leipziger Straße, stehen denkmalgeschützte Mauersegmente,  die von den Street-Art-Künstlern Thierry Noir und Kiddy Citny  bemalt wurden. Dreißig Jahre nach dem Mauerfall brauchten die Bilder jetzt eine „Auffrischung“, die von den Künstlern eigenhändig ausgeführt wurde. Noir und Citny begannen bereits in den 1980er Jahren in Kreuzberg, den Westteil der Mauer mit großformatigen Figuren zu bemalen. Gleich in der Nähe des Leipziger Platzes stehen auf dem Potsdamer Platz auch von Thierry Noir gestaltete Mauersegmente.

Der 1958 in Lyon, Frankreich, geborene Thierry Noir kam 1982 nach Berlin. Er war einer der ersten Künstler, der begann die mehr als drei Meter hohe Berliner Mauer zu bemalen. Inzwischen sind seine Figuren in einem Mix aus Graffiti und internationaler Pop-Art weltweit bekannt und unsterblich geworden. Noirs Figuren wirken gefällig, aber sein Ziel war es nicht, die Mauer zu verschönern; das war angesichts der vielen Schicksale und Opfer, die die Mauer hervor brachte, unmöglich. Man kann Thierry Noir als Vorreiter der modernen Street Art-Bewegung ansehen, ähnlich wie den auch 1958 geborenen New Yorker Popkünstler Keith Haring, der ebenfalls seine Karriere auf der Straße begann. Heute arbeitet Noir mit Siebdrucken und Skulpturen, die er in der eigenen Galerie verkauft.

Der deutsche Künstler Kiddy Citny (geboren 1957 in Stuttgart) zog 1977 nach Stationen in Bremen, Amsterdam, London, Zürich und Los Angeles nach Berlin. Hier wurde er zusammen mit Thierry Noir als „Mauermaler“ bekannt. Sie wollten „Ostberlin mit Kunst einschließen“. Citny schuf die bekannten, kronentragenden Herzköpfe, als Symbol der Einheit Mitte der 1980er Jahre an der Berliner Mauer. Mit dem Mauerfall gelangte Citnys Malerei mitsamt den betonschweren Bildträgern in internationale Kunstsammlungen, unter anderem nach New York ins Museum of Modern Art (MOMA).

«Die Street-Art-Künstler Kiddy Citny und Thierry Noir restaurieren die  Mauerteile auf dem Leipziger Platz», Foto © Friedhelm Denkeler 2019

«Die Street-Art-Künstler Kiddy Citny und Thierry Noir restaurieren die
Mauerteile auf dem Leipziger Platz», Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Hier baut …

»Hier baut … ein Parkcafé«, Stuttgarter Platz, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Hier baut … ein Parkcafé«, Stuttgarter Platz, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

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