Journal

Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Von der Köpfchenschimmel-Ästhetik zur Endzeit-Melancholie

Schönheit jenseits des Sichtbaren.
Mikro-Fotografie zwischen Wissenschaft und Kunst

"Mikro", Foto © Friedhelm Denkeler 2008

"Mikro", Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Das Museum für Fotografie zeigt eine kleine Geschichte der Mikro-Fotografie mit faszinierenden Bildern der fragilen Welt des Kleinen. Die Spannweite der Fotos bewegt sich zwischen dem naturwissenschaftlichen und künstlerischen Kontext. So sehen wir eine der ersten Mikro-Fotografien, Andreas von Ettingshausens Daguerreotypie von 1840 mit dem Querschnitt durch den Stängel einer Clematis, bis hin zu den Rasterelektronen-Fotografien der Becher-Schülerin Claudia Fährenkemper.

Die Fotografien zeigen die makellose Schönheit der Natur, wie auch Szenarien, die einem Horror-Film hätten entspringen können. Erwähnen möchte ich hier speziell die Arbeiten von Fritz Beill (1904 – 1997). Seine Bilder „Menthol-Kristalle“ (1959) und „Synthetisches Penizillin“ (1961) sehen aus, wie Standfotos eines Science-Fiction-Films.

Faszinierend fand ich ebenso das Mikro-Foto „Komposition“ (um 1950) eines Glassplitters von Hermann Claasen (1899-1989) und Claudia Fährenkempers „Zähne einer Froschlarve“ (2002) in einer 3000-fachen Vergrößerung aus ihrer Serie „Metamorphosis“. Die im Labor von Robert Koch entstandenen Aufnahmen vom Köpfchen-Schimmel hingegen erinnern an blühende Gräser auf einer Wiese.

In einem Video sehen Sie ein Interview mit dem Kurator der Ausstellung Ludger Derenthal und eine Auswahl der ausgestellten Werke. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Januar 2011 im Museum für Fotografie in der Jebenstraße 2 zusehen und zwar im ehemaligen, jetzt komplett renovierten und umgestalteten Kaisersaal im obersten Stockwerk.

Museum für Fotografie

Venezianisches Finale von Donnersmarck

Angelina Jolie und Johnny Depp spielen als Touristen Tod in Venedig.

Für noch größere Eimer Popcorn im Kino

"Markusplatz", Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Welchen Film habe ich gestern Abend bloß gesehen? Einen Agententhriller, einen Reisefilm, eine Liebesgeschichte, eine  Mafia-Story, einen Krimi, eine Gauner-Komödie oder einen Hollywood-Schinken? Oder war mein Kinobesuch Zeitverschwendung? Johnny spielt den Deppen – einen Mathematik-Lehrer aus Wisconsin, der seinen Liebeskummer in den Lagunen von Venedig ertränken möchte und Angelina in Haute Couture ist die laszive Diva mit Schmollmund und Hüftschwung, aber ohne jegliche erotische Finesse.

Die Story des Films in Kurzform: In einem Zug von Paris nach Venedig lernt Frank (Johnny Depp) Elise (Angelina Jolie) kennen, die sofort offensiv mit ihm flirtet. In Venedig angekommen sucht Elise weiterhin die Nähe zu Frank, der sich geschmeichelt fühlt. Aber die geheimnisvolle Unbekannte hat seinen Weg nicht zufällig gekreuzt. Nach einer gemeinsamen Nacht verschwindet sie. Hinter Frank sind sowohl russische Killer als auch der britische Geheimdienst her. Franks Ähnlichkeit mit Elises Ex-Freund, einem weltweit gesuchten Steuerbetrüger, wird ihm zum Verhängnis. Ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Den Trailer zum Film finden Sie hier.

Das Unterhaltungskunsthandwerk „The Tourist“ ist kein Film, der in die Geschichte eingehen wird. Es war – wenn man „vergisst“, dass der Film von Florian Henckel von Donnersmarck, der für sein Spielfilmdebüt „Das Leben der Anderen“ 2007 noch den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt, halbwegs angenehme Kinounterhaltung. Meine Begleitung sah das allerdings anders. Sie möchte in den nächsten zehn Jahren Jolies Gesicht nicht mehr in Großaufnahme sehen (und ebenso wenig schlechte Filme von Donnersmarck). Auch die amerikanischen Kritiker konnten dem Film nichts abgewinnen: Euro-Chic-Bagatelle.

So habe ich bei dieser Filmbesprechung die Gelegenheit genutzt, mein – Achtung! Selbstlob – spitzenmäßiges Foto „Markusplatz“ in Venedig aus dem Jahre 1979 als Illustration unterzubringen (in meinem Portfolio „Photographien“ finden Sie eine größere Version).

Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Kino-Besuch im Cinemaxx am Potsdamer Platz: Eigentlich ist man nirgendwo so schön auf einen Film zentriert, wie im Kino. „Während uns der Bildschirm, egal wie groß, nur ein Fenster in die Welt anbietet, ist das Kino die Welt.“ (so die Zeitschrift „Neon“). Wenn aber links und rechts Zuschauer sitzen, die aus fast eimergroßen Behältnissen Popcorn mampfen und vor und hinter einem Taco-Chips mit Chili-Soße den gesamten Film über hineingestopft werden, dann kann einem die Lust am Film vergehen.

Aber vielleicht war ich nur im falschen Film. Kritiker verwenden inzwischen den Begriff „Popcornkino“, wenn es um Filme für den breiten Massengeschmack geht. Scheinbar geht der Kino-Trend in Richtung reine Unterhaltung, weniger Auseinandersetzung, mehr Spektakel und Stars. Schade. Aber Venedig sieht auf der Leinwand sehr gut aus – denkbar, dass ich einmal ein neues Foto machen werde.

Sächsischer Baguetteboden

"Neues Parkett mit Still-Leben", Foto © Friedhelm Denkeler 2008

„Neues Parkett mit Still-Leben“, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2011 wünscht Friedhelm Denkeler

Ein sehr kurzes Video zum Jahresausklang und passend zu meinem Foto habe ich im Internet gefunden: Sächsischer Baguetteboden. Es geht um ein klassisches Missverständnis beim Fußbodenlegen (hauptsächlich in Sachsen).

Der Duden erklärt übrigens Still-Leben und Parkett wie folgt:

Still|le|ben, Still-Le|ben, das; -s, – (Malerei bildl. Darstellung von Gegenständen in künstl. Anordnung)

Par|kett, das; -[e]s, Plur. -e und -s <franz.> (im Theater meist vorderer Raum zu ebener Erde; getäfelter Fußboden)

Winter am Slatsee

"Schlachtensee im Winter", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

"Schlachtensee im Winter", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Der Name Schlachtensee geht nicht auf eine „Schlacht“ zurück, sondern auf einen slawischen Begriff und verweist auf die slawische Zeit in der Mark Brandenburg. In einer Urkunde des einflussreichen Klosters Lehnin des Zisterzienserordens findet sich 1242 die einzige Erwähnung als Dorf „Slatdorp“ am „Slatsee“. Nach dieser Urkunde kaufte das Kloster den gemeinsam regierenden askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. Zehlendorf und Slatdorp mit zwei Seen und einem Wald für 300 Mark ab. Quelle: Wikipedia

David Bowie besucht Bing Crosby zu Hause

Der Kleine Trommler – Ein kleines weihnachtliches Märchen

Come they told me / pa-rum-pum-pum-pum / A new-born king to see / pa-rum-pum-pum-pum / Our finest gifts we bring / pa-rum-pum-pum-pum / to lay before the king / pa-rum-pum-pum-pum / so to honour him / pa-rum-pum-pum-pum / when we come.

Es war einmal ein bekannter Sänger namens Bing, der den Weihnachtsabend ganz alleine zu Hause verbrachte. Plötzlich läutete es an der Haustür und David, ein Nachbar, stand vor ihm. Dieser war auf der Suche nach einem Piano, um ein Weihnachtslied zu spielen. Das passte Bing sehr gut. Er wollte gerne eines singen.

"Weihnachtliches Karussell", Foto © Friedhelm Denkeler 2008

„Weihnachtliches Karussell“, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Sie unterhielten sich über zeitgenössische Songs von John Lennon und über traditionelle Weihnachtslieder wie „White Christmas“. Dann sah David auf dem Piano den Text zu einem Weihnachtslied liegen, das auch sein sechsjähriger Sohn gerne hörte und sang: „Little Drummer Boy“. So sangen der  damals 30-jährige David Bowie und und der 74-jährige Bing Crosby im Duett die obrigen Zeilen. Glücklicherweise – so ist es nun einmal im Märchen – war zufällig ein Kameramann zugegen, der diesen historischen Moment im Jahre 1977 aufzeichnete:

David Bowie & Bing Crosby: „Little Drummer Boy“

Das amerikanische Weihnachtslied, das bereits im Jahr 1941 komponiert wurde, ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder seit den Fünfziger Jahren geworden. Es handelt von einem armen Jungen, der nicht das Geld hatte, dem neugeborenen König ein Geschenk mitzubringen. Stattdessen spielte er mit dem Einverständnis der Jungfrau Maria für den Neugeboreren auf der Trommel. Für Bing Crosby wurde „Little Drummer Boy“ neben „White Christmas“  von Irving Berlin sein erfolgreichster Song.

Carsten Höller – Ein Rentier im Zöllnerstreifenwald

 Weihnachtliches Blinkobjekt und optische Täuschungen in der Schering Stiftung

"Im Zöllnerstreifenwald", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

"Im Zöllnerstreifenwald", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Nachdem ich gestern bereits die Ausstellung im Deutschen Guggenheim „Color Fields“ besprochen habe (siehe hier), folgt heute der Bericht des anschließenden Besuchs in der Schering Stiftung, Unter den Linden 32-34.

Carsten Höller „beleuchtet“ mit seinem Werk „Rentier im Zöllnerstreifenwald“ im Projektraum der Schering Stiftung das Phi-Phänomen. Dieses bezeichnet die Wahrnehmung einer real nicht existierenden Bewegung, die im Auge durch das in kurzen Frequenzen ein- und wieder ausgeschaltete Licht zweier stationärer Lichtquellen entsteht. In einem Video erklärt Carsten Höller, was es mit dem Phi-Phänomen auf sich hat und was ihn daran interessiert.

„Mit dem für die Ausstellung in der Schering Stiftung hergestellten Rentier bestehend aus roten und grünen Glühlampen, die in Phi-Manier an- und ausgehen, setzt Höller die Betrachter einer doppelten Illusion aus: Das Rentier steht in einem mit Zöllnerstreifen bemalten Raum, welche zwar parallel zueinander verlaufen, aber als divergierende Streifen wahrgenommen werden. Die Ausstellungsbesucher werden zum Probanden ihrer eigenen Destabilisation. Sie erfahren, wie sich unstete Zwischenzustände auf das eigene Befinden und die Raumwahrnehmung auswirken. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem Mechanismus der Illusionen. Wie kann es sein, dass springende Lichtpunkte gesehen werden, wenn die Lichtquelle, zu der der Lichtpunkt springt, noch gar nicht an ist? Wieso sehen die Zöllnerstreifen so aus, als würden sie nicht parallel zueinander verlaufen?“ (Zitat Presseerklärung).

Die Ausstellung ist als Ergänzung zur großen Ausstellung „Soma“ von Carsten Höller zu sehen. Meinen ersten Vorbericht „Ein Platz für Tiere – im Hamburger Bahnhof“ finden Sie hier. Die ausführliche Besprechung anhand eines zweiten Besuchs erfolgt in den nächsten Tagen. Der Besuch der Schering Stiftung ist kostenlos und es darf fotografiert werden.

Farbfeldmalerei im Deutschen Guggenheim

Kenneth Noland, Mark Rothko, Frank Stella, u.a. mit „Color Fields“

"Rötliches Farbfeld", aus dem Portfolio "Das Prinzip der leeren Mitte", Foto © Friedhelm Denkeler 1994

"Rötliches Farbfeld", aus dem Portfolio "Das Prinzip der leeren Mitte", Foto © Friedhelm Denkeler 1994

Einen Spaziergang Unter den Linden nutzte ich, um mir die zurzeit aktuellen Ausstellungen im Deutschen Guggenheim „Color Fields“ und in der Schering Stiftung „Ein Rentier im Zöllnerstreifenwald“, anzusehen. Zuerst zur Guggenheim-Ausstellung. Die Ausstellungsbroschüre leitet die Ausstellung wie folgt ein:

„In den Fünfzigern und Sechzigern begannen sich viele junge amerikanische Vertreter der abstrakten Malerei vom Kanon des Abstrakten Expressionismus und seiner Betonung des Gestischen und Emotionalen abzukehren. Dabei wandten sie sich neuen Ausrichtungen zu: einer radikal optisch orientierten Ausdrucksweise, die später unter dem Begriff „Color Field Painting/ Farbfeldmalerei“ bekannt wurde, und der „Pop-Art“, die die Bilder der Massenmedien zu einem neuen Stil verarbeitete. Während sich die Pop-Art dabei kontinuierlich auf aktuelle Phänomene bezog, indem sie die Bilder der Konsumgesellschaft neu interpretierte, distanzierte sich die Farbfeldmalerei bewusst von jeglichen gesellschaftlichen Bezügen, um sich ganz auf das emotionale Potential der Farbe zu konzentrieren.“

Namhafte Künstler wie Kenneth Noland, Mark Rothko, Frank Stella und zehn weitere Künstler sind in der Ausstellung vertreten. Ein Video gibt einen kurzen, aber guten Überblick über die Ausstellung. Die nichtgegenständliche Farbfeldmalerei mit ihren großflächigen homogenen Farbfeldern ist nicht unbedingt meine bevorzugte Kunstrichtung. Einige Künstler tränken ihre großformatigen Leinwände mit Farbe, statt sie zu bemalen. Andere malen farbige Streifen auf die Leinwand oder besprühen sie. Am spannendsten fand ich noch Frank Stellas „Harran II“ aus dem Jahr 1967 (siehe hier).

Der Besuch der Ausstellung war von kurzer Dauer. Es ließ sich alles auf den ersten Blick erkennen. Von dem anschließenden Besuch der Schering-Stiftung erhoffte ich mir mehr. Der Bericht folgt morgen.

PS. Das Deutsche Guggenheim bietet jeden Montag freien Eintritt und in der Ausstellung darf fotografiert werden.

„John, die Brille!“ oder: „Leben im Nirgendwo viele Genies?“

Nowhere Boy – Ein Film über John Lennons Jugendjahre

"Elli Meinert", ca. 1946, © Friedhelm Denkeler

"Elli Meinert", ca. 1946, © Friedhelm Denkeler

Zum 30. Todestag von John Lennon erinnert ein, im positiven Sinne, ruhiger und unspektakulärer Film an die Kinder- und Jugendjahre Lennons im Liverpool der späten Fünfziger.

„Nowhere Boy“, der zurzeit in den Kinos läuft, zeigt Lennon, wie wir ihn bisher nicht kannten: als sarkastischen Schüler und pubertierenden Rock ’n‘ Roll-Rebellen auf der Suche nach Orientierung, die er zu Hause nicht bekommt. Als er fünf ist, trennen sich seine Eltern, weil seine Mutter ein Kind von einem anderen Mann erwartet. Den Trailer zum Film finden Sie hier.

John wächst bei Mimi, der Schwester seiner Mutter auf, die ihn mit Strenge erziehen möchte und deren Fürsorge in den leicht unbeholfenen Worten „John, die Brille!“ zum Ausdruck kommt. Eines Tages trifft John jedoch seine Mutter Julia. Diese lebenslustige Frau führt John in die aufregende Welt des Rock ’n‘ Roll ein. Bei einem Ausflug nach Blackpool tanzt er mit ihr vor einer Musikbox nach „Rocket 88“ von Ike Turner.

Zwischen beiden Frauen, Tante Mimi und Mutter Julia, ist John hin- und hergerissen und bleibt es bis zum frühen Tod der Mutter, den er als gerade 17-jähriger verkraften muss. Sie stirbt bei einem Unfall, als sie gerade begannen, sich einander wieder anzunähern. „Es war das Schlimmste, was mir je widerfahren ist“, sagte Lennon später.

Liverpool ist in den späten fünfziger Jahren eine triste Stadt, in der die Erwachsenen ein strenges Regiment aufrechterhalten möchten. „Dein Leben wird im Nirgendwo enden“, prophezeit der Rektor dem Schüler John als er mit einem Magazin erwischt wird. John antwortet schlagfertig: „Leben im Nirgendwo viele Genies?“. Lennon passt sich im Rocker-Outfit, mit Lederjacke und nach hinten gegelten Haaren, immer mehr und dem Rock ’n‘ Roll an. Seine Mutter bringt ihm das Banjospielen bei, Tante Mimi schenkt ihm eine Gitarre und er gründet seine erste Band „Quarrymen“ (1956).

Natürlich war ich gespannt auf die erste Begegnung zwischen dem emotionalen John Lennon und dem viel rationaleren und talentierteren Paul McCartney im Jahre 1957. Nach anfänglicher Konkurrenzsituation lernen sich beide als ideale Ergänzung zueinander schätzen.

Der Name Beatles wird im Film kein einziges Mal erwähnt. Nur in der Schlussszene ahnt man den Beginn der Popgeschichte mit der Gründung der Beatles vor 50 Jahren. Mit den Worten „Ich fahr nach Hamburg“ (1960) verabschiedet sich John von Tante Mimi. „Mit deiner neuen Band?“, antwortet sie und im Abspann läuft Johns traurigster Song Mother you had me / But I never had you und im Kino fließen Tränen.

Siehe auch mein Artikel „Du wirst vielleicht sagen, ich bin ein Träumer“ über John Lennons Hit Imagine.

Vorratshaltung für wärmere Zeiten und ein Versuch zur Wasseranomalie

"Vorratshaltung", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

"Vorratshaltung", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Man sollte bereits jetzt daran denken, Schneebälle für wärmere Zeiten einzufrieren, um im Sommer ein Experiment zur Wasseranomalie durchführen zu können. Man füllt eine Schüssel randvoll mit Wasser und legt die gefrorenen Schneebälle vorsichtig hinein. Die Bälle werden oben schwimmen und zum Teil aus dem Wasser ragen.

Die Dichte von gefrorenem Wasser ist niedriger als die von flüssigem Wasser. Diese Anomalie beginnt bereits, wenn das Wasser vier Grad Celsius oder weniger aufweist. Das kalte Wasser treibt nach oben und Gewässer frieren dadurch von oben nach unten zu – ein Glück für die Fische. Jedenfalls so oder ähnlich soll das funktionieren. Wer will, kann dies auf Wikipedia unter Dichteanomalie genauer nachlesen. Die Schneebälle habe ich in der Ausstellung „Soma“ im Hamburger Bahnhof gefunden.

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