Journal

Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Von den Brücken – Ein großer, ästhetischer Genuss

Karl-Ludwig Langes stimmungsvolle Photos
in der Kommunalen Galerie Berlin

“Der Bunker im Volkspark Humboldthain”, Foto © Friedhelm Denkeler 1977

“Der Bunker im Volkspark Humboldthain”, Foto © Friedhelm Denkeler 1977

Mit dem Titel „Von den Brücken: Stadtautobahnen und Eisenbahnanlagen“, Berlin (West) 1973 bis 1998, zeigt die Kommunale Galerie am Fehrbelliner Platz Photographien von Karl-Ludwig Lange. Geboren 1949 in Minden/ Westfalen, lebt und arbeitet Lange seit 1967 als Photograph in Berlin.

Seit Jahrzehnten ist die Berliner Stadtgeschichte und Industriearchäologie Langes Arbeitsschwerpunkt. Darüber hinaus „beschreibt“ er mit Hilfe der Photographie die Wechselbeziehung zwischen der Stadt Berlin und dem brandenburgischen Umland.

In der Kommunalen Galerie sind jetzt zwei große Gruppen von insgesamt 107 Photos zu sehen: Die Blicke von Berliner Brücken auf Schnellstraßen und Gleisanlagen. Die Eisenbahnanlagen zeugen von dem zentralen Verkehrsknotenpunkt, der Berlin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war und die Stadtautobahn verdeutlicht die Entwicklung in der zweiten Hälfte.

Simone Förster: „Der Berliner Fotograf Karl-Ludwig Lange versteht sich im wörtlichen Sinne als Stadtfotograf. Im Gegensatz zum Architekturfotografen interessiert Lange nicht das singuläre architektonische Objekt. In all seinen Projekten und Arbeiten … begreift Lange Architektur als Umfeld für soziale und gesellschaftliche Phänomene, als Teil eines gestalteten Raumes, eines Gesamtzusammenhanges. Karl-Ludwig Lange geht es um urbane Strukturen, deren Geschichte und Entwicklungen, deren Zusammenhänge und Zeichenhaftigkeit.“

Ein Besucher schrieb in das Gästebuch. „Möge es in Deinem Herzen heiterer aussehen als in Deinen Fotografien“, andere vermissen die Bildunterschriften (obwohl es ein Handout mit den Titeln gibt). Verstanden haben wohl beide die Bilder nicht. Die Titel würden wieder nur eine Dokumentation vortäuschen, würden vom eigentlichen Inhalt ablenken.

Langes Photos muss man auf sich wirken lassen und die Stimmungen in ihnen erkennen, dann überkommen einen, zum Beispiel in den noch nicht durchgestylten Brachen auf dem Bahngelände, die „Sehnsüchte“: November-Nebel, schneebedeckte Industrielandschaften und Schienen im Gegenlicht. Alle Bilder weisen mehr oder weniger ihre eigene melancholische Ästhetik auf. Die hervorragend von Lange abgezogenen Baryt-Prints tun ein Übriges dafür.

Sehenswert! Unbedingt noch bis zum 24.04.2011 anschauen.

Links: www.kommunalegalerie-berlin.de und www.k-l-lange.de

Richard Longs “Schlammkreis” im Hamburger Bahnhof

"Richard Longs Berlin-Circle", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Richard Longs Berlin-Circle", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die Historische Halle im „Hamburger Bahnhof“ wird nach dem Tableau vivant „Soma“ (siehe hier) von Carsten Höller wieder einmal vorzüglich bespielt: Richard Longs „Berlin Circle“ hat Einzug gehalten. Im Vordergrund des Bildes ist die „Turf Line“ 1990, links der „Black and White Circle“ 1988, dahinter der große „Berlin Circle“ 1996 und anschließend der „Sandstone Circle“ 1988 und „Turf Circle“ 1998 zu sehen. Auf der hinteren Hallenwand hat Long speziell für die Berliner Ausstellung den „River Avon Mud Circle“ erarbeitet. Eine Ausstellungsbesprechung mit Bildern des „Schlammkreises“ folgt.

Hurts – Wonderful Life

Einen Echo für Theo Hutchcraft und Adam Anderson
als „Beste Newcomer-Band International“

"Wonderful Life", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

„Wonderful Life“, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Die britische Synthie-Pop-Band „Hurts“ aus Manchester hat bei der diesjährigen Echo-Verleihung in der Kategorie „Bester Newcomer International“ den ersten Preis erhalten. Mitte 2010 erschien ihr Debütalbum „Happiness“ mit der ausgekoppelten Single „Wonderful Life“, die drei Wochen auf Platz 2 der deutschen Charts stand.

„Sie sehen aus wie die Jungs, die vor 25 Jahren auf Bravo-Postern waren. Sie klingen wie Depeche Mode, Duran Duran oder A-ha. Und sie werden gefeiert dafür. Kein Wunder: Hurts machen auf ihrem Debüt Happiness die 1980er mit etwas Verspätung erst wirklich schick“, so Michael Kraft auf news.de.

Und laut.de schreibt: „Eng sitzende Anzüge, akkurater Kurzhaarschnitt, ernster Blick: Hurts fallen allein schon wegen ihrer strengen Ästhetik auf. Mit ihrem Schwerpunkt auf Eleganz schafft es das Duo aus Manchester nicht nur binnen kürzester Zeit auf Clubbühnen, sondern auch auf die Berlin Fashion Week, wo man sie rein äußerlich auch eher vermuten würde.“ Hier aber zunächst das Videos

Hurts: „Wonderful Life“

Wenn Ihnen der Song bekannt vorkommt, so ist der Eindruck richtig. 1986 hatte die Band „Black“ mit „Wonderful Life“ einen Hit gelandet, der auch ihr einziger blieb. Ich finde das Original der „Black“ musikalisch doch eine Spur besser und nicht nur weil es so ein schönes Video in schwarz/weiß ist:

Black:“Wonderful Life“

Here I go out to sea again
the sunshine fills my hair and dreams hang in the air
gulls in the sky and in my blue eyes
you know it feels unfair there’s magic everywhere

Die Hamburger Oberhafen-Kantine in Berlin

"Berliner Oberhafen-Kantine", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Berliner Oberhafen-Kantine", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Hamburgs schräge Kaffeeklappe am „Hamburger Bahnhof“

Verrückt – im wahrsten Sinne des Wortes: Hamburgs einzige noch erhaltene Kaffeeklappe befindet sich in einer Replik des Hamburger „Baumeisters“ und Künstlers Thorsten Passfeld zur Zeit auf dem Entwicklungsgelände an der Heidestraße in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Das 1925 entstandene Original, die windschiefe Kaffeeklappe in der Stockmeyerstraße auf dem Hamburger Hafengelände, ist sozusagen der Vorläufer von Starbucks und Caras.

Die Berliner Ausgabe wurde aus dem Holz von Abrisshäusern und Baustellen nachgebaut. Ein Symbol der Nachhaltigkeit, das mit Ausnahme des Grundgerüstes aus Abfallholz entstanden ist. Dank einer Hubkonstruktion soll sie genau so schief stehen können wie das Hamburger Original. Das Original in Hamburg ist allerdings aus rotem Backstein gebaut. Bei meinem anstehenden Hamburg-Besuch werde ich es mir ansehen. Zum neuen Kunstquartier siehe auch mein Artikel hier.

Always The Sun

How many times have you woken up and prayed for the rain?/ How many times have you seen the papers apportion the blame?/ Who gets to say?/ Who gets to work and who gets to play?/ I was always told at school, everybody should get the same.

"Always The Sun", Foto © Friedhelm Denkeler 2010

„Always The Sun“, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Passend zu dem heutigen prächtigen Sonnenschein-Tag habe ich den herrlichen Song „Always The Sun“ der „Stranglers“ aus dem Jahr 1986 herausgesucht. Er stammt aus dem Album „Dreamtime“.

1974 schlossen sich drei Musiker im englischen Guildford zunächst als „Guildford Stranglers“ zusammen, bekannt wurden sie dann aber unter dem Namen „The Stranglers“.

Die „Würger“ machten ihrem Namen alle Ehre: Sie prügelten sich mit Journalisten, landeten auch schon mal im Gefängnis und provozierten mit ihren sexistischen Liedtexten in einer „seltsamen Mischung aus Pessimismus und Romantizismus“ („New Musical Express“).

Mit ihrem Debütalbum „Rattus Norvegicus“ machten sie die Ratte zum Punksymbol und ihren größten Hit hatten sie 1981 mit „Golden Brown“ aus dem Album „La Folie“. In viele Songs habe ich heute noch einmal hinein gehört, aber „Always The Sun“ ist und bleibt ihr schönster: „There’s always the sun. Always, always, always the sun“. Das Video finden Sie hier:

The Stranglers:
„Always The Sun“
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Für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei – China setzt ein weiteres Zeichen gegen die Meinungsfreiheit

"Ai Weiweis Template", Foto © Friedhelm Denkeler 2007

"Ai Weiweis Template", Foto © Friedhelm Denkeler 2007

Von dem chinesischen Künstler Ai Weiwei fehlt seit einer Woche jede Spur

China setzt ein weiteres provokantes Zeichen gegen die Meinungsfreiheit: Von dem weltweit bekannten chinesischen Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei gibt es, nachdem er auf dem Flughafen in Peking am vorigen Sonntag festgenommen wurde, kein Lebenszeichen mehr. Kurz zuvor erst hatte Außenminister Westerwelle die große deutsche Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking eröffnet. Sein Besuch stand also ganz im Zeichen der Kunst und wurde bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert. Die chinesische Regierung reichte heute den Grund der Verhaftung nach: Ai Weiwei soll „Wirtschaftsverbrechen“ begannen haben. Das erinnert stark an den Fall „Michail Chodorkowski“ in Russland.

Die Arbeiten des 53-jährigen Ai Weiwei habe ich erstmals auf der „documenta 12“ im August 2007 in Kassel kennengelernt. Dort hatte er eine acht Meter hohe Holzskulptur aus einzelnen, übereinander gestapelten alten chinesischen Holztüren ausgestellt, wobei die dazu gehörenden Häuser dem chinesischen Bauboom zum Opfer fielen. Dieses sogenannte Tor „Template“ vor dem Kasseler Aue-Pavillon wurde kurz vor unserem Besuch von einem Sturm zerstört (siehe mein Foto). Ai Weiwei nahm das relativ gelassen: Sein Werk sei nach dem Zusammenbruch schöner als zuvor, sagte er. Das Werk vor der Zerstörung finden Sie hier.

„Ich empfinde es als eine Brüskierung aller, die an der Ausstellung beteiligt sind – auch des Außenministers. Es drängt sich der Eindruck auf, dass man die Eröffnung der Schau abgewartet hat, um dann eine von langer Hand vorbereitete Aktion zu starten. Vielleicht würden wir es anders wahrnehmen, wenn es in sechs oder zehn Wochen passiert wäre. Dass es passiert ist, während wir buchstäblich auf der Rollbahn standen, das ist besonders frustrierend“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Er sollte, finde ich, seinen Worten auch Taten folgen lassen und die Berliner Leihgaben für die Pekinger Schau sofort zurückziehen. „Wandel durch Annäherung“ ist ein schönes Schlagwort, aber manchmal ist eine Kritik mit Konsequenzen wirkungsvoller. Wirtschaftsbeziehungen hin oder her!

Am Donnerstag startete der Ex-Präsident des BDI Hans-Olaf Henkel eine Initiative, in der er Vertreter der Wirtschaft und Politik aufruft, sich für Ai Weiweis Freilassung einzusetzen. Ob Ai Weiwei seine geplante Ausstellung in Berlin am 29. April eröffnen kann, ist allerdings fraglich. Wegen seines politischen und gesellschaftlichen Engagements hatte er schon öfter unter Repressalien durch die chinesischen Behörden zu leiden. Am Brandenburger Tor in Berlin fand heute eine Kundgebung für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei statt.

Monday Morning Feels So Bad

Friday On My Mind – The Easybeats 1967 im Jaguar-Club, Herford

Monday morning feels so bad /Everybody seems to nag me /Come on Tuesday I feel better/ Even my old man looks good / Wednesday just won’t go / Thursday goes too slow /I’ve got Friday on my mind
"Die Easybeats im Jaguarclub", Foto © Friedhelm Denkeler 1967

„Die Easybeats im Jaguarclub“, Foto © Friedhelm Denkeler 1967

„Monday Morning Feels So Bad“ habe ich an einem Montag im Jahre 1967 auf dem Weg zur Arbeit sicher auch gedacht. Aber bis zum Samstag, den 8. April 1967 war es ja nicht mehr weit. Und an diesem Tag spielten in der Scala des „Jaguar-Club“ in Herford die „Easybeats“. Von 1966 bis 1970 war dieser Club der bekannteste Beat-Club in Ost-Westfalen. Das wird aber eine eigene Geschichte werden.

Die Bandmitglieder der „Easybeats“ kamen aus Australien und entstammten Familien, die aus Europa nach Australien auswanderten. 1965 wurden sie Australiens erfolgreichste Popband. 1966 zogen sie nach England und hatten 1967 mit „Friday On My Mind“ ihren größten Hit.

In Deutschland kam der Song im Januar 1967 unter die Top Ten. Die „Easybeats“ lösten sich bereits 1969 wieder auf. Von Gary Moore, der im letzten Monat gestorben ist (siehe hier), wurde der Song später gecovert. Auch dieses Video habe ich herausgesucht: Gary Moore: „Friday On My Mind“. Entscheiden Sie selbst, wer den Song am besten interpretiert.

Der Frühling ist ausgebrochen …

"Der Frühling ist ausgebrochen …", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Der Frühling ist ausgebrochen …", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Das neue Kunstquartier und die Katzen an der Heidestraße

An diesem Sonntag, dem ersten „echten“ Frühlingstag 2011, haben wir uns das „Entwicklungsgebiet Heidestraße“ einmal genauer angesehen. Das Gebiet war jahrzehntelang ein Niemandsland zwischen Ost und West. Heute liegt es zentral direkt am Hauptbahnhof und an der Dependance der Neuen Nationalgalerie, dem „Hamburger Bahnhof“.

Nach dem Besuch der aktuellen Ausstellung „Berlin Circle“ von Richard Long (demnächst mehr) im Hamburger Bahnhof, stand der Besuch des neuen Kunstquartiers an. Die dort ansässigen Galerien hatten am Sonntag natürlich alle geschlossen. Dadurch war es menschenleer, also fotografisch günstig und ich konnte in aller Ruhe z.B. die Hamburger „Oberhafen-Kantine“ (demnächst mehr) und die nach wie vor pittoreske Gegend fotografieren. Auf dem ehemaligen Bahngelände hat das Cats-Musical-Theater vorrübergehend seine „Zelte aufgeschlagen“ (siehe Foto).

Sommerzeit

"Volkspark Potsdam (BUGA-Park)", aus "Sonntagsbilder", Foto © Friedhelm Denkeler 2002

"Volkspark Potsdam (BUGA-Park)", aus "Sonntagsbilder", Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Auf die Funkuhren ist Verlass – alle Uhren waren heute Morgen eine Stunde im Plus. Zum Ausgleich dafür war mein Thermometer im Minus-Bereich. Also Winter-Temperaturen zur Sommerzeit. Nimmt man den Frühlingsanfang vom letzten Montag hinzu, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Sommer irgendwann kommen.

Die jetzige Regelung mit der Sommer-/Winterzeit gibt es seit 1980. Laut Studien passieren am Montagmorgen nach der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle als an einem normalen Montag. Deshalb werde ich morgen früh auf den Brandenburger Landstraßen besonders vorsichtig fahren, also nicht schneller als die Polizei erlaubt.

Das Photo stammt aus meinem Portfolio „Sonntagsbilder“. Die gesamte Serie besteht aus 115 Photographien. Sie sind zwischen 2002 und 2005 entstanden. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 124 Seiten im Format 21 x 21 cm erschienen. Eine Auswahl von 25 Photos finden Sie auf meiner Website www.denkeler-foto.de.

Der Mann mit dem Schlapphut

"Der Mann mit dem Schlapphut", Archiv © Friedhelm Denkeler 1952

"Der Mann mit dem Schlapphut", Archiv © Friedhelm Denkeler 1952

Hermann Schmidt und sein Opel Kadett

Nein, dies ist kein Standfoto aus einem alten Hitchcock-Film, sondern mein vermutlich erstes Foto. 1952 entstanden, zeigt es die Hauptdarsteller Wilhelmine „Mimi“ Schmidt und Heinrich „Heini“ Meinert. Am Steuer eines Vorkriegsmodells des Opel Kadett sehen wir Hermann Schmidt. „Mecki“ befindet sich als Talisman  am Rückspiegel. Wie Sie sehen, gab es bereits damals Product Placement.

Das Kraftfahrzeug stellte die Firma Opel aus Rüsselsheim als Dauerleihgabe zur Verfügung. Drei weitere Standbilder dieser Szene blieben gleichfalls erhalten. Ebenso die 6×9 cm-Negative, die ich in diesen Tagen eingescannt habe. Das Kameramodell ist leider nicht überliefert. Die Außenaufnahmen entstanden in Twiehausen Nr. 37 in Westfalen.

Mein erstes Fahrrad

"Mein erstes Fahrrad", Archiv © Friedhelm Denkeler 1954

"Mein erstes Fahrrad", Archiv © Friedhelm Denkeler 1954

„Die Sonne lacht, Blende acht“

An einem Sonntag im Frühling 1954 machten wir einige Fotos mit der 6×9-Box-Kamera meines Vaters. Wir Kinder wurden natürlich für die Aufnahmen extra „fein gemacht“. Nach der alten Fotografenweisheit „Die Sonne lacht, Blende acht“ war an diesem Tag sehr helles Licht vorhanden, also ideale Bedingungen zum Fotografieren. Es entstand eine Serie mit sieben Fotos – für damalige Verhältnisse sensationell viel – auf einem Rollfilm, von dem die Negative erhalten sind. Ein Bild ist auch in unserer Wohnung entstanden, das war aber eher die große Ausnahme. Die Lichtverhältnisse waren dafür zu schlecht und ein Blitzgerät hatten wir damals nicht.

Auf dem Foto, das ich herausgesucht habe, präsentiere ich stolz mein erstes Fahrrad. Es handelte sich um ein umgebautes Damenfahrrad, das mein Vater aus einem mehr oder weniger schrottreifen Exemplar wieder aufgerüstet hatte. Eigentlich war das große Rad mit den 28-Zoll-Rädern viel zu groß für mich, deshalb wurde der Fahrradsattel „tiefer gelegt“. Mein größtes Problem war stets, die weißen Kniestrümpfe weit weg von der öligen Fahrradkette zu halten.

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