Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Stadtverschönerung

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung.

Kripoes geballte Fäuste

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung. Seit Jahren sieht man in Berlin nun auch die gelben Fäuste, ein Zeichen für Rebellion und Anarchie, deren Platzierung oft so hoch ist angebracht ist, dass man sich wundert, wie der Sprayer dort hingekommen ist.

"Kripoes geballte Fäuste" (Gewerbehof an der Planckstraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

„Kripoes geballte Fäuste“ (Gewerbehof an der Planckstraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Der Streetart-Sprayer nennt sich Kripoe (von der früheren CBS-Crew), mehr ist über den Künstler im Netz nicht in Erfahrung zu bringen. Ein Arm, eine Hand, fünf Finger – dieses Motiv taucht in Mitte, an den Bahnhöfen, den Bahnanlagen und den Häusern der Umgebung hauptsächlich auf, aber immer in unterschiedlicher Ausdrucksweise. Mal erscheint die gelbe Faust drohend, mal mahnend oder auch einladend. Das sollte jeder selbst interpretieren.

Kripoe sprayt aber nicht nur sein „Markenzeichen“, die gelben Fäuste an, sondern auch seine blauen oder roten Rollschuhe sind bekannt, manchmal zusätzlich mit Text versehen.

Die wilde Jagd über den Kurfürstendamm

"Die wilde Jagd über den Kurfürstendamm", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Die wilde Jagd über den Kurfürstendamm", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

125 Jahre Kurfürstendamm mit den „Plasticiens Volants“

Großes Spektakel am Sonntagabend auf dem Ku’damm. Die französische Gruppe „Plasticiens Volants“ veranstaltete zu Ehren des 125 Jahre alten ehemaligen Reiterweges mit heliumgefüllten Riesen-Ballons eine wilde Jagd vom Halensee bis zum Breitscheidtplatz. Drachen, Schlangen und andere Fabelwesen reihten sich an großen Straßenkreuzungen in das Rennen ein. Und wie üblich waren die Berliner (wir auch) mit dabei.

Der Kurfürstendamm wurde um 1542 als Dammweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald angelegt und diente zunächst als Reitweg für den Kurfürsten Joachim II. Der Mai 1886 gilt als Geburtstunde des damals fertiggestellten 52 Meter breiten und 2,5 km langen Prachtboulevards namens Kurfürstendamm und steht gleichzeitig als Synonym für die Goldenen Zwanziger Jahre, insbesondere verbunden mit dem Künstlertreffpunkt Café des Westens.

Nachhaltige Lebenskunst in der Kongresshalle

"Schwimmende Salatfelder", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Schwimmende Salatfelder", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Von schwimmenden Salatfeldern und Dächern aus Plastikbechern

Am Haus der Kulturen der Welt in Berlin konnte man an diesem Wochenende Salat von schwimmenden Feldern auf dem Springbrunnen-Becken vor der Kongresshalle ernten. Vor Ort wurde der Salat „angemacht“ und ließ sich neben weiteren kulinarischen Genüssen verzehren oder als „Blumentopf“ mit nach Hause nehmen.

Eigentlich ging es um Klimaneutralität, Energieeffizienz und Wasserfilterung. Die Kongresshalle als ein Labor der Zukunft: Nomadische Nachtherberge, eigene Käseherstellung, Fahrrad-Disko, Honigbienen, Landkommune, mit anderen Worten: ein Fühl-dich-gut-Fest mit diversen Konferenzen und viel verbautem Holz. Das klingt jetzt nicht nur alternativ, das war auch so, wenn auch eher ohne „t“ im zweiten Wortteil, im wahrsten Sinne also naiv.

www.ueber-lebenskunst.com

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