Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Stadtverschönerung

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung.

Deutschland oder Frankreich – das ist heute die Frage

"WM am Brandenburger Tor", Foto © Friedhelm Denkeler 2002

„WM am Brandenburger Tor“, Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Vor zwölf Jahren sah es zur Fußballweltmeisterschaft in Südkorea/Japan am Brandenburger Tor in Berlin noch so aus … und Deutschland wurde im Endspiel gegen Brasilien Vize-Weltmeister. Frankreich schied übrigens bereits in der Vorrunde aus.

Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage

Der Lehrstuhl: planmäßige Stelle eines Professors, einer Professorin an einer Universität oder Hochschule; Professur; Lehrstuhlinhaber/-in und seine/ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Synonyme: Ordinariat, Professorenstelle, Professur [Quelle: DUDEN].

Der Leerstuhl: Es handelte sich um einen Sitz, der – wie es der Name deutlich sagt – ganz „leer von Stuhl“ ist [Quelle: Stupidedia].

Lehrstuhl = 1.930.000 Einträge bei Google; Leerstuhl = 37.200 Einträge bei Google.

"Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage" (Universitätsbibliothek Weimar), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

„Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage“ (Universitätsbibliothek Weimar), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Dieser Riesensitz ist auf dem Hochschulforum zwischen dem Limona-Gebäude (ehemalige Brauerei) und dem Bibliotheksneubau der Bauhaus-Universität in der in der Steubenstraße in Weimar zu finden. Geschaffen hat die Skulptur, betitelt „Lehrstuhl – leerer Stuhl“, Hermann Bigelmayr. Um auf die in 3,50 Meter Höhe befindliche Sitzfläche zu gelangen, braucht man eine Leiter. Der gesamte Stuhl misst die stattliche Höhe von 7,50 Meter und wiegt 20 Tonnen oder anders gesagt: Er ist so schwer wie 400 Zentnersäcke Kartoffeln.

Der 2005 zusammen mit dem Neubau der Bibliothek errichtete Stuhl passt sich, ohne dass er zu wuchtig wirkt, hervorragend dem Gebäudeensemble aus Alt- und Neubau an und soll einen Bezug zu der Universität als Lehrinstitution darstellen.

Kripoes geballte Fäuste

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung. Seit Jahren sieht man in Berlin nun auch die gelben Fäuste, ein Zeichen für Rebellion und Anarchie, deren Platzierung oft so hoch ist angebracht ist, dass man sich wundert, wie der Sprayer dort hingekommen ist.

"Kripoes geballte Fäuste" (Gewerbehof an der Planckstraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

„Kripoes geballte Fäuste“ (Gewerbehof an der Planckstraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Der Streetart-Sprayer nennt sich Kripoe (von der früheren CBS-Crew), mehr ist über den Künstler im Netz nicht in Erfahrung zu bringen. Ein Arm, eine Hand, fünf Finger – dieses Motiv taucht in Mitte, an den Bahnhöfen, den Bahnanlagen und den Häusern der Umgebung hauptsächlich auf, aber immer in unterschiedlicher Ausdrucksweise. Mal erscheint die gelbe Faust drohend, mal mahnend oder auch einladend. Das sollte jeder selbst interpretieren.

Kripoe sprayt aber nicht nur sein „Markenzeichen“, die gelben Fäuste an, sondern auch seine blauen oder roten Rollschuhe sind bekannt, manchmal zusätzlich mit Text versehen.

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