Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Stadtverschönerung

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung.

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Von Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente

»Vom Street-Art-Künstler Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Vom Street-Art-Künstler Kiddy Citny gestaltete Mauersegmente
auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Der deutsche Künstler Kiddy Citny (geboren 1957 in Stuttgart) zog 1977 nach Stationen in Bremen, Amsterdam, London, Zürich und Los Angeles nach Berlin. Hier wurde er zusammen mit Thierry Noir als „Mauermaler“ bekannt. Sie wollten „Ostberlin mit Kunst einschließen“. Citny schuf die bekannten, kronentragenden Herzköpfe, als Symbol der Einheit Mitte der 1980er Jahre an der Berliner Mauer. Mit dem Mauerfall gelangte Citnys Malerei mitsamt den betonschweren Bildträgern in internationale Kunstsammlungen, unter anderem nach New York ins Museum of Modern Art (MOMA).

»Street-Art-Künstler Kiddy Citny restauriert seine Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Street-Art-Künstler Kiddy Citny restauriert seine Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Thierry Noir und Kiddy Citny auf dem Leipziger Platz

»Vom Street-Art-Künstler Thierry Noir gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

»Vom Street-Art-Künstler Thierry Noir gestaltete Mauersegmente auf dem Leipziger Platz«,
Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Der Verlauf der ehemaligen Mauer zwischen West- und Ost-Berlin ist auf dem Leipziger Platz gut zu erkennen; die einstige Grenze ist durch eine doppelte Pflastersteinreihe gekennzeichnet (wie an vielen anderen Stellen der Stadt). An beiden Enden des Platzes, getrennt durch die Leipziger Straße, stehen denkmalgeschützte Mauersegmente,  die von den Street-Art-Künstlern Thierry Noir und Kiddy Citny  bemalt wurden. Dreißig Jahre nach dem Mauerfall brauchten die Bilder jetzt eine „Auffrischung“, die von den Künstlern eigenhändig ausgeführt wurde. Noir und Citny begannen bereits in den 1980er Jahren in Kreuzberg, den Westteil der Mauer mit großformatigen Figuren zu bemalen. Gleich in der Nähe des Leipziger Platzes stehen auf dem Potsdamer Platz auch von Thierry Noir gestaltete Mauersegmente.

Der 1958 in Lyon, Frankreich, geborene Thierry Noir kam 1982 nach Berlin. Er war einer der ersten Künstler, der begann die mehr als drei Meter hohe Berliner Mauer zu bemalen. Inzwischen sind seine Figuren in einem Mix aus Graffiti und internationaler Pop-Art weltweit bekannt und unsterblich geworden. Noirs Figuren wirken gefällig, aber sein Ziel war es nicht, die Mauer zu verschönern; das war angesichts der vielen Schicksale und Opfer, die die Mauer hervor brachte, unmöglich. Man kann Thierry Noir als Vorreiter der modernen Street Art-Bewegung ansehen, ähnlich wie den auch 1958 geborenen New Yorker Popkünstler Keith Haring, der ebenfalls seine Karriere auf der Straße begann. Heute arbeitet Noir mit Siebdrucken und Skulpturen, die er in der eigenen Galerie verkauft.

Der deutsche Künstler Kiddy Citny (geboren 1957 in Stuttgart) zog 1977 nach Stationen in Bremen, Amsterdam, London, Zürich und Los Angeles nach Berlin. Hier wurde er zusammen mit Thierry Noir als „Mauermaler“ bekannt. Sie wollten „Ostberlin mit Kunst einschließen“. Citny schuf die bekannten, kronentragenden Herzköpfe, als Symbol der Einheit Mitte der 1980er Jahre an der Berliner Mauer. Mit dem Mauerfall gelangte Citnys Malerei mitsamt den betonschweren Bildträgern in internationale Kunstsammlungen, unter anderem nach New York ins Museum of Modern Art (MOMA).

«Die Street-Art-Künstler Kiddy Citny und Thierry Noir restaurieren die  Mauerteile auf dem Leipziger Platz», Foto © Friedhelm Denkeler 2019

«Die Street-Art-Künstler Kiddy Citny und Thierry Noir restaurieren die
Mauerteile auf dem Leipziger Platz», Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Menschen auf dem Brandenburger Tor

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Meine Rubrik »Stadtverschönerung« ist meistens ironisch zu verstehen. Das trifft auch heute zu: Die unzähligen und unsäglichen Buden, Aufbauten, Zelte, Bühnen, Fahrzeuge, Absperrgitter und Dixi-Klos zum Fest der Deutschen Einheit verschandeln die Plätze vor, hinter und am Brandenburger Tor, ebenso wie vor dem Reichstag und behindern die Touristen, die die Berliner Sehenswürdigkeiten gerne unverbaut sehen möchten.

Da kann man die Installation auf der Westseite des Brandenburger Tores durch den Pariser Streetart-Künstler »JR« mit gutem Willen noch als interessant ansehen. Seine Installationen waren bereits weltweit zu sehen, u.a. an der Grenze Mexiko/USA und Israel/Palästina. Als Grundlage für die Installation am Brandenburger Tor nahm er ein Foto vom 10. November 1989, auf dem feiernde Berliner auf der Mauer sitzen und tanzen; vor ihnen stehen Grenzsoldaten, die das Geschehen beobachten. Ob das damalige Geschehen mit dieser Darstellung nachvollziehbar wird oder dem 10. November 1989 gerecht wird, bleibt –wie immer – jedem selbst überlassen.

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

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