Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Sonntagsbild

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein “schönes” Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; der Autor legt den Titel quasi mit dem Foto fest); es ist in Farbe (jedenfalls bei meinen Sonntagsbildern); es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern und zu keiner Serie. Kurz gesagt: Es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei. Unter diesen Prämissen ist die Rubrik “Sonntagsbilder” zu verstehen; außerdem ist „Sonntagsbild“ einfach ein schöner Titel.

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Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten

"Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten" (Winterberg im Hochsauerlandkreis), Foto © Friedhelm Denkeler 2002

„Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten“ (Winterberg im Hochsauerlandkreis),
Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Beim Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) sind alle Pflanzenteile hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Er wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr ein bis zu 200 cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56, seltener 112 – was auch immer das bedeuten mag. Fälschlicherweise hatte ich die Pflanze zunächst als Glockenblume angesehen – für den Hinweis danke ich Ulrich Fritz.

Gegensatz oder Ergänzung?

"Gegensatz oder Ergänzung?", Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba (Kongo), Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Gegensatz oder Ergänzung?“,
Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba (Kongo), Holz,
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Das Luba-Königtum im südöstlichen Kongo war vom Gedanken der geschlechtlichen Dualität geprägt. Traditionell galten Frauen als Botinnen und Beraterinnen der Könige, was ihre Anwesenheit auf Emblemen männlicher Herrschaft – wie diesem Objekt – erklärt. Weiblich und männlich werden hier im Gleichgewicht gezeigt, als zwei Komponenten eines idealen und positiven Ganzen, als Zeichen einer einzigen Herrschaft, die göttlich legitimiert ist.“ [Bode-Museum Berlin]

Sonntags nur im Wollgewand

"Statue einer jungen Frau im Peplos", Statue 1971, Kopf 1981 erworben, Marmor, römisch, nach Vorbild um 440/30 v.Chr., Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Statue einer jungen Frau im Peplos“,
Statue 1971, Kopf 1981 erworben,
Marmor, römisch, nach Vorbild um 440/30 v.Chr.,
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Die Statue ist eine qualitätvolle römische Kopie der frühen Kaiserzeit. Die Frau im schweren Wollgewand (Peplos) hielt eine Früchteschale in der Hand, die wegen des fehlenden linken Unterarms nicht angebracht ist. Dieses Attribut kennzeichnete sie als Opfernde. Stilistisch steht sie Mädchen des Parthenonfrieses nahe.“ [Altes Museum Berlin]

Pompejanisches Porträt

"Wandmalereifragment: Tondo mit Venusbüste und Amor" (Freskotechnik, Viertert Stil, 50 – 79 n.Chr.), Foto Friedhelm Denkeler 2018

„Wandmalereifragment: Tondo mit Venusbüste und Amor“ (Freskotechnik, Viertert Stil, 50 – 79 n.Chr.),
Foto Friedhelm Denkeler 2018

„Die Wandmalereien des Vierten ‚Pompejanischen‘ Stils sind durch große freie Flächen mit kleinteiligen und zierlichen Dekorationselementen gekennzeichnet. Für die Seitenfelder wählte man oft Tondi mit Figurenbüsten von Gottheiten, mythischen Helden, Musikerinnen oder Dichterinnen.“ [Altes Museum Berlin]

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