Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Sonntagsbild

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein “schönes” Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; der Autor legt den Titel quasi mit dem Foto fest); es ist in Farbe (jedenfalls bei meinen Sonntagsbildern); es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern und zu keiner Serie. Kurz gesagt: Es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei. Unter diesen Prämissen ist die Rubrik “Sonntagsbilder” zu verstehen; außerdem ist „Sonntagsbild“ einfach ein schöner Titel.

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Im Schilfgras

»Im Schilfgras«, aus dem Portfolio »Kriminaltango«, Foto © Friedhelm Denkeler 2000

»Im Schilfgras«, aus dem Portfolio »Kriminaltango«, Foto © Friedhelm Denkeler 2000

Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug

»JungerZwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Zwerotter leben in Gruppen von vier bis zwölf Tieren und zeigen eine ausgesprochene Paarbindung. Die Männchen beteiligen sich auch an der Jungenaufzucht. Ihre Nahrung „waschen“ Zwergotter ähnlich wie Waschbären vor dem Verzehr. Die Raubtiere sind bei den Reisbauern in Südostasien sehr beliebt, da sie mit ihrem starken Gebiss gut Krebse knacken können, die den Bauern die Ernte beschädigen. Sie ertasten die Krebse im Wasser.

Was für ein Sommer!

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr

»Verboten – Der Sommer ist zu Ende«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Verboten – Der Sommer ist zu Ende«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Pünktlich zum Herbstanfang ist der Super-Sommer 2018 zu Ende gegangen – und zwar gewaltig von 30 Grad Celsius auf einstellige Temperaturen. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 gab es dieses Jahr wieder neue Rekorde: praktisch schien von April bis September durchgehend die Sonne und von Juli bis September lagen die Temperaturen um die 30 Grad. Da konnte man sich verbotenerweise auch mit rosa Turnschuhen auf Sandstrand aufhalten.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß/ Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren/ und auf den Fluren laß die Winde los/ Befiehl den letzten Früchten voll zu sein/ gieb ihnen noch zwei südlichere Tage/ dränge sie zur Vollendung hin und jage/ die letzte Süße in den schweren Wein/ Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr/ Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben/ wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben/ und wird in den Alleen hin und her/ unruhig wandern, wenn die Blätter treiben [„Herbsttag“, Rainer Maria Rilke, 1902]

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