Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Rock-Archiv

Hier finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte. Es wird immer mindestens zu einem Musik-Video, Live-Video oder einem Video von einer TV-Aufzeichnung bei den bekannten Video-Portalen wie DailyMotion, MyVideo, YouTube, etc. verlinkt (oder wenn das nicht zur Verfügung steht, zu einem “reinem” Audio-Video). Rechnen Sie bei allen Videos mit nervender Werbung (manchmal gebe ich auch einen Ersatzlink an).

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Aufruhr in Brooklyn

Instrumentals der frühen Rockgeschichte –
von “The Third Man Theme” zum “Egyptian Reggae” (4)

Heute möchte ich in meiner kleinen Serie “Instrumentals der Rock-Popgeschichte” einen weiteren Song aus dem Jahr 1958 vorstellen: “Rumble” von Link Wray und seinen “Ray Men”. Es ist mit Sicherheit der einzige Instrumental-Song, der jemals von Radio-Stationen verbannt wurde, ohne Texte über Drogen oder Sex (sic!) zu beinhalten.

Der Titel allein, den man mit Aufruhr übersetzen kann, reichte aus, den Song nicht zu spielen, denn er “klang wie die Einladung zu einem Messerkampf” [Rolling Stone]. Um den rauen, verzerrten Klang herzustellen, soll Wray Löcher in den Lausprecher seines Gitarrenverstärkers geschlagen haben und verwandelte ihn damit in eine “Fuzzbox”, die es damals noch nicht gab.

Link Wray: “Rumble”, 1958 (Audio)

"Aufruhr" (Eröffnungsszene aus "The Delicate Delinquent), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

“Aufruhr” (Eröffnungsszene aus “The Delicate Delinquent), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

 

Aus der heutigen Sicht ist das nicht mehr nachvollziehbar. Aber wenn man sich die Liveaufnahme aus San Francisco von 1974 anhört, wird die Angst der Radiomacher, dass “Rumble” tatsächlich eine Gewalttätigkeit anregen könnte, schon deutlicher. Ein Fan schreibt zum Live-Video “Wray was cool before cool was cool”.

Link Wray: “Rumble”, 1974 (Live)

Im folgenden Video wird der Original-Song von 1958 passenderweise mit einem Ausschnitt aus dem Film: “The Delicate Delinquent” (Der Held von Brooklyn) von Don McGuire mit Jerry Lewis von 1957 unterlegt. Den ganzen Film finden Sie hier.

Link Wray: “Rumble”, 1958 (Video)

Als Fred Lincoln “Link” Wray im Jahr 2005 starb, spielten Bob Dylan und Bruce Springsteen ihm zur Ehre “Rumble” und Pete Townshend sagte, er hätte nie eine elektrische Gitarre gekauft, wenn es nicht Wrays “Rumble” gegeben hätte. 1958 erreichte der Song Platz 16 der “Billboard Hot 100″. Beim “Rolling Stone” landete der Song auf Platz 45 der 100 besten Gitarristen aller Zeiten. Er beeinflusste viele Band wie die Yardbirds oder The Who.

Zur Einführung der “Instrumentals der frühen Rock- Popgeschichte” siehe hier.

Song des Tages – Cherry Oh Baby

Black and Blue – Das “schwärzeste” Album der Stones

Oh, Cherry, oh Cherry, oh baby/ Doncha know I in need of thee/ You don’t believe it true/ Why don’t you love me, too/ Its so long I been waiting/ For you to come right in/ Now that we are together/ Is make my joy run over [Keith Richard & Mick Jagger: "Cherry Oh Baby"]

Der Titel “Black and Blue” des dreizehnten, 1976 erschienenen Studioalbums der Rolling Stones, ist eine Anspielung auf das deutsche “Grün und Blau schlagen”. Es soll hier für den Einfluss der schwarzen Musik auf die Songs des Albums stehen: “Black” für die Schwarze Musik (Reggae) und “Blue” für die typischen afroamerikanischen Töne, die “Blue Notes”, die den Bluescharakter von Melodien prägen. Die Songs dieser LP weisen besonders viele Einflüsse von Funk-, Blues-, Rock-, Jazz- und Reggae-Musik auf. Man kann deshalb “Black and Blue” als “schwärzestes” Album der Stones ansehen. Die meisten dieser Songs wurden 1975 in den Musicland Studios von Giorgio Moroder in München aufgenommen.

The Rolling Stones: “Cherry Oh Baby”, 1976, (Ersatzlink)

1969 trat Mick Taylor, der seit 1967 bei John Mayall in dessen Band The Bluesbreakers spielte, als Nachfolger für Brian Jones in die Band ein. Fünf Jahre später verließ der introvertierte Musiker die Band wieder; mit den Showmen Mick Jagger und Keith Richards kam er auf Dauer nicht klar. Deshalb waren die Stones im Rahmen der Aufnahmen zum Album “Black and Blue” auf der Suche nach einem neuen Gitarristen. Sie testeten für die anstehenden Aufnahmen unter vielen anderen auch Jeff Beck und Ron Wood. Die Band entschied sich letztlich für Ron Wood als neues Bandmitglied. In “Black and Blue” ist er in den Stücken “Cherry Oh Baby” und “Hey Negrita” bereits als Gitarrist zu hören.

The Rolling Stones: "Black And Blue", Erscheinungsdatum: 20. April 1976, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

The Rolling Stones: “Black And Blue”, Erscheinungsdatum: 20. April 1976, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

 

Der Titel “Cherry Oh Baby” wurde 1983 auch von der 1978 gegründeten multinationalen Reggae- und Popband UB40 aus Großbritannien auf dem Album “Labour of Love” gecovert. Ursprünglich stammt der Song aber von Eric Donaldson. Mit ihm gewann er 1971 den Jamaican Festival Song-Wettbewerb. Der Song ist auf dem Album “Love of the Common People” zu finden. Reggae-Musik nicht unbedingt meine bevorzugte Musikrichtung, da kommt mir der Stil der Stones doch sehr entgegen.

Eric Donaldson: “Cherry Oh Baby”, 1971, (das Original!)

Aus gegebenem Anlass ist “Cherry Oh Baby” heute mein Song des Tages geworden. Man könnte ihn als Reggae-Parodie, als Gag verstehen; bei den Aufnahmen in München hatte die Gruppe sicherlich viel Spaß. Wahrscheinlich ist es der erste Reggae-Song, den sie aufnahmen. “Hey Negrita” ist ähnlich aufgebaut und wurde von Ron Wood angeregt (er wird als Co-Autor erwähnt). Die anderen Albumtitel lassen sich ebenso alle gut hören. Das Album startet mit dem funkygen “Hot Stuff” (“Funk ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Musik, die sich Ende der 1960er Jahre aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz entwickelt hat und wiederum Musikstile wie Disco, Hip-Hop und House stark geprägt und beeinflusst hat” [aus: Wikipedia]).

Hand Of Fate” und “Crazy Mama” sind einfach solide Rock-Stücke im typischen Stones-Stil. “Fool to Cry” ist ein Klassiker (die einstige Nr.1-Hit-Single), eine Falsetto-Ballade, die wohl nicht Keith Richards Favorit war, denn als die Stones sie 1976 live spielten soll er eingeschlafen sein. “Melody” ist ein sehr jazziger Song und “Memory Motel” ist für die Stones mit sieben Minuten schon ein langes Stück. Jagger erzählt in der epischen Ballade die Geschichte von Hannah und einer Nacht im Memory Motel und am Strand (gemeint ist Montauk auf Long Island). Nach über vierzig Jahren finde ich das Werk besser denn je, es hat etwas Ungewöhnliches und Abwechslungsreiches und trotzdem klingt es wie ein Konzept. Also nicht nur der Song des Tages, sondern das Album des Monats.

Natural Woman

Berlinale die Dritte: “Una mujer fantástica” von Sebastian Lélio mit Daniela Vega

“Una mujer fantástica” ist ein Plädoyer für die sexuelle Selbstbestimmung. Die Trans-Frau Marina (Daniela Vega) ist nach dem Tod ihres Freundes Orlando (Francisco Reyes) dem blanken Hass seiner Familie ausgesetzt. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge, fantastische Frau.

Aus der Serie"Second Hand Model", Foto © Friedhelm Denkeler 2003

Aus der Serie”Second Hand Model”, Foto © Friedhelm Denkeler 2003

“Marina sitzt auf ihrem Sofa, die Beine leicht angewinkelt. Sie ist nackt, doch ein Spiegel verdeckt ihre Scham. Die nächste Einstellung zeigt Marina von oben: Man sieht nur ein Stück Beine, etwas Bauch – und mitten im Bild ihr Gesicht im Spiegel zwischen ihren Beinen. Es ist ein eindringliches, berührendes Bild. Gerade in seiner Einfachheit und Wortlosigkeit macht es klar, worum es Lélio geht: Was die geschlechtliche Identität eines Menschen bestimmt, ist nicht zwingend das, was zwischen seinen Beinen ist.” [rbb]

Passend zum Film hat Lélio als Soundtrack unter anderem Aretha Franklin mit “A Natural Woman” aus dem Jahr 1967 ausgesucht.

Aretha Franklin: “(You Make Me Feel Like) A Natural Woman”

Der Song wurde 1967 von Carole King und Gerry Goffin geschrieben und 2015 von Aretha Franklin zum Gala-Empfang im Opera House des Kennedy Centers zu Ehren der Preisträgerin Carole King performt. Diese Ehrung umfasste zahlreiche Feierlichkeiten, unter anderem verfolgten die Geehrten die Gala gemeinsam mit dem US-Präsidenten Obama in der Präsidenten-Loge. Ihren ersten Nummer-eins-Hit hatte Carole King als 18jährige mit dem Lied “Will You Love Me Tomorrow?” Sie schrieb ihn für die Girlgroup “The Shirelles” (1960).

“The Shirelles”: Will You Love Me Tomorrow?”

SAVAGES – SUVAGES – SUVKEES – FUVKERS

Berlinale die Erste: “The Dinner” von Oren Moverman mit Richard Gere

“In The Dinner geht es um ein Abendessen, das den Blick auf das poröse Innenleben einer US-Familie freilegt. Zwei Brüder treffen sich mit ihren Frauen (Laura Linney, Rebecca Hall) im Luxusrestaurant zur Aussprache. Der eine, Paul (Steve Coogan), ist Geschichtslehrer; der andere, Stan (Richard Gere), ein Politiker, der als Gouverneur kandidiert. Der Film will die Protagonisten ihrer moralischen Defizite überführen: Sei es in Rückblenden, die szenenhaft Ursachen für Misstrauen und Wut umreißen, sei es über das Verbrechen zweier Söhne, das aus dem Hintergrund langsam ins Zentrum des Films rückt.” [Der Standard]. The Dinner liefert gut gemachte Film-Hausmannskost.

"Jehnny Beth, Savages" (Ausschnitt aus dem Video "Fuckers"), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

“Jehnny Beth, Savages” (Ausschnitt aus dem Video “Fuckers”), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Eine Neuentdeckung ist für mich die tolle Musik einer britischen Frauen-Band aus London. Man kann die Musik von Jehnny Beth (Sängerin; eigentlicher Name Camille Berthomier), Gemma Thompson (Gitarre), Ayse Hassan (Bass) und Fay Milton (Schlagzeug) als Post-Punk bezeichnen. Im Abspann des Films “The Dinner” lief der Song “Fuckers” von “Savages”. Er stammt von ihrer 2014 erschienen gleichnamigen Maxi-Single. Das Stück dauert 10 Minuten.

Savages: “Fuckers” (2014)

So ein geniales Stück von rebellischen Frauen habe ich lange nicht gehört. Es muss unbedingt in einer größeren Lautstärke gehört werden, denn das Stück beginnt sehr leise mit dem fast flüsternden Gesang von Jehnny Beth und steigert sich immer mehr in eine, entsprechend des Bandnamens, große Wildheit.

Die Art von Crescendo finden wir in vielen bekannten Rockballaden: bei Jim Morrison (The Doors) mit “The End”, Deep Purple mit “Child in Time” oder Led Zeppelin mit “Stairway to Heaven”. Sie weisen alle ein Länge von ca. zehn Minuten auf oder sogar, wie bei Iron Butterfly mit “In-A-Gadda-Da-Vida” über 17 Minuten. Als klassisches Vorbild sei der “Boléro” von Maurice Ravel, der auch um die zehn Minuten dauert, genannt.

Die Red-River-Rebellion

Instrumentals der frühen Rockgeschichte –
von “The Third Man Theme” zum “Egyptian Reggae” (3)

Heute möchte ich in meiner kleinen Serie “Instrumentals der Rock-Popgeschichte” einen weiteren Song vorstellen; den “Red River Rock”. Es ist nicht einfach, einen würdevollen Interpreten zu finden, denn es gibt mindestens 70 Coverversionen.

Johnny & The Hurricanes: "Red River Rock", 1959, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Johnny & The Hurricanes: “Red River Rock”, 1959
Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Da der Song Ende der 1950er Jahre weltweit bekannt wurde, mitten in der Rock & Roll-Zeit, liegt es nahe, die Version von Johnny & The Hurricanes auszuwählen. Es ist eine meiner Best-of-Songs der frühen Rockgeschichte. Die Single „Red River Rock“ kam im Juli 1959 auf den Markt und wurde kurz darauf von “Billboard” besprochen.

Johnny & The Hurricanes:
“Red River Rock”
, 1959, (Ersatzlink)

Während einer Aufnahmepause hörte der Manager der Hurricanes wie der Organist mit der Melodie experimentierte; er bat, die Passagen zu wiederholen. So entstand der einmalige Sound als Variation des Originals.

Der Grundmelodie wird von einer Hammond-Orgel getragen mit Licks vom Tenor-Saxophon und einem Mittelteil für Gitarre. In Deutschland und England erreichte der Song Platz 3 der Hitparade und in den Staaten den Rang 6. Es waren die höchsten Platzierungen aller Versionen des Folk- und Country-Lieds. The Hurricanes verkauften davon über 1 Million Singles.

Eine Vokal-Version handelt von der verbotenen Liebe einer Indianerin zu einem britischen Soldaten während der Red-River-Rebellion um 1870 in Kanada. Ethnische und religiöse Feindseligkeiten und Übergriffe der angelsächsisch orientierten kanadischen Zentralregierung gegen die europäisch-stämmigen Altsiedler sind das Thema.

1925 wurde der Song das erste Mal kommerziell als “Cowboy Love Song” vermarktet. Mit deutschem Text erschien 1959 “Komm zurück in das Tal unserer Träume” von Friedel Hensch und den Cyprys. Es folgten dann Aufnahmen von Connie Francis, Pete Seeger und The Ventures. Einen Live-Auftritt im Fernsehen gab es 1981 im Bayrischen Rundfunk.

Zur Einführung der “Instrumentals der Rock- Popgeschichte” siehe hier.

Die Trommeln der Apachen

Instrumentals der frühen Rockgeschichte –
von “The Third Man Theme” zum “Egyptian Reggae” (2)

Jörgen Ingmann: "Apache", Foto © Friedhelm Denkeler 2016 (mit Dank an Natascha S.)

Jörgen Ingmann: “Apache”, Foto © Friedhelm Denkeler 2016 (mit Dank an Natascha S.)

Ausgangspunkt meiner kleinen Serie “Instrumentals der Rock- Popgeschichte” war das Stück “Apache”. Ich habe immer gedacht, es stammt von den “Shadows”, der Begleitband von Cliff Richard. Bei der Recherche stellte sich heraus, dass es etwas komplizierter ist, aber der Reihe nach.

The Shadows: “Apache”, 1960, (Ersatzlink)

Die Melodie stammt von dem englischen Komponisten Jerry Lordan. Die Idee zum Titel soll ihm gekommen sein, als er den gleichnamigen Western mit Burt Lancaster und Charles Bronson aus dem Jahr 1954 sah. Es fehlte ihm nur eine Instrumental-Band; die fand er in Bert Weedon. Das Stück wurde 1960 eingespielt, blieb aber zunächst unveröffentlicht, Lordan gefiel diese Fassung nicht.

Dann kam Lordan mit den Shadows in Kontakt, die wiederum fanden, das Instrumental passe zu ihnen. Am Anfang und Ende des Stückes sollten die Trommeln auf die „Indianermusik“ hinweisen. Der Erfolg blieb nicht aus, ab dem 21. Juli 1960 stand die Single für fünf Wochen auf dem ersten Platz der britischen Charts.

Jetzt wurde schnell auch die Single von Jerry Lordan veröffentlicht. Sie hatte in Europa aber weniger Erfolg. In den USA punktete dagegen die Fassung des dänischen Jazzgitarristen Jørgen Ingmann. Alle drei machten das Instrumental zu einem internationalen Hit. Mein Favorit bleibt aber für immer “Apache” von den Shadows. Der Link zu den beiden anderen Versionen:

Bert Weedon: “Apache”, 1960

Jörgen Ingmann: “Apache”, 1961

 Zur Einführung der “Instrumentals der Rock- Popgeschichte” siehe hier.

Rosa Kirschen, weiße Äpfel, grüne Zwiebeln, Zither, Mundharmonika, Schwarzwaldfahrt, Tod in Mexiko …

Instrumentals der frühen Rockgeschichte –
von “The Third Man Theme” zum “Egyptian Reggae” (1)

Bis vor Kurzem dachte ich, das Instrumentalstück “Apache” sei im Original von den “Shadows”. Zu einfach gedacht! Bei der Recherche stieß ich dann auf weitere Instrumentals der Pop- und Rockgeschichte aus den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren. Sie alle sind akustisch seit meiner Jugend fest im Gehör verankert. Beim heutigen Wiederhören, nach sechzig Jahren, lösen Stücke wie “Sail along Silv’ry Moon” von Billy Vaughn, “Red River Rock” von Johnny & The Hurricanes, “Mexico” von Bob Moore oder “Amapola” von den The Spotnicks einen wohligen Schauer aus.

"Instrumentals der frühen Rockgeschichte", Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler 2016

“Instrumentals der frühen Rockgeschichte”, Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler 2016

Damals gehörten Instrumentals zum Hitparadenbild, blieben aber trotzdem die Ausnahme. Anfang der 1950er Jahre überwogen noch instrumentale Coverversionen von Vokalaufnahmen wie “Oh, mein Papa” von Eddie Calvert. Zu den Instrumentalstücken kann man auch Filmmusiken wie “The Third Man Theme” von Anton Karas oder “Spiel mir das Lied vom Tod” von Ennio Morricone zählen. Aber auch in den 1970er Jahren gab es bekannte Instrumentals, wie “Albatross” von Fleetwood Mac oder “Egyptian Reggae” von Jonathan Rickman & Modern Lovers.

In westlichen Ländern entfällt im Pop- und Rockbereich nur etwa 1 % aller veröffentlichten Titel auf Instrumentalmusik. Die Instrumentals müssen, um ein Hit zu werden, ein markante Instrumentation oder auffällige Rhythmik aufweisen. Um den Nachteil der fehlenden (nachsingbaren) Texte auszugleichen, ist es von Vorteil wenn sie sich zum “Ohrwurm” entwickeln; einige wurden zu Millionenseller. Aus dem Zeitraum 1950 bis 1977 habe ich 24 Instrumentalstücke herausgesucht, die ich in der der nächsten Zeit näher vorstellen möchte:

Anton Karas: “The Third Man Theme” (1950), Eddie Calvert: “Oh, mein Papa” (1954), Pérez Prado: “Cherry Pink And Apple Blossom White” (1955), Bill Justis: “Raunchy” (1957), Mitch Miller: “March from the River Kwai (Colonel Bogey)” (1957), Duane Eddy: “Rebel Rouser” (1958), Billy Vaughn: “Sail along Silv’ry Moon” (1958), Johnny & The Hurricanes: “Red River Rock”, (1959, The Shadows: “Apache” (1960), The Ventures: “Walk Don’t Run” (1960), Bob Moore: “Mexico” (1961), Billy Vaughn: “Wheels”, (1961), Booker T. & the M.G.’s: “Green Onions” (1962), Tornados: “Telstar” (1962), The Spotnicks: “Amapola” (1963), Horst Jankowski: “A Walk in the Black Forest” (1965), Nini Rosso: “Il Silenzio” (1965), Marcello Minerbi: “Zorba’s Dance” (1965), Remo Four: “Peter Gun” (1966), Fleetwood Mac: “Albatross” (1968), Hugo Montenegro: “The Good the Bad And the Ugly” (1968), Ennio Morricone: “Spiel mir das Lied vom Tod” (1968), Eumir Deodato: “Also sprach Zarathustra” (1973), Jonathan Rickman & Modern Lovers: “Egyptian Reggae” (1977).

Der Mann der vom Himmel fiel …

… und in viele Rollen schlüpfte: David Bowies Karriere –
vorgestellt anhand von zehn Songs

Here am I sitting in a tin can/ Far above the world/ Planet earth is blue/ And there’s nothing I can do [aus: David Bowie "Space Oddity "]

Anhand meiner Top Ten stelle ich heute, zum Schluss der dreiteiligen David Bowie-Reihe, die wichtigsten musikalischen Stationen seiner Karriere vor:

  • David Bowie: “Space Oddity” (Album: “Space Oddity”, 1969)
  • David Bowie: “Ziggy Stardust” (Album: “The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars”, 1972)
  • David Bowie: “Rebel Rebel” (Album: “Rebel Rebel” (Album: “Station to Station “, 1976)
  • David Bowie: “Heroes”, 1977, (Album: “Heroes”, 1977)
  • David Bowie: “China Girl”, 1983 (Album: “Let’s Dance”, 1983)
  • David Bowie: “Let’s Dance”, 1983 (Album: “Let’s Dance”, 1983)
  • David Bowie: “Modern Love” (Album: “Let’s Dance”, 1983)
  • David Bowie: “Absolute Beginners”, 1984, aus dem Album: “Tonight”
  • David Bowie: “Blue Jean”, 1984, aus dem Album: “Tonight”
  • David Bowie: “Where Are We Now”, 2013, aus dem Album: “The Next Day”

Mit seinen kunstvollen Paradigmenwechseln schaffte David Bowie einen immer wieder überraschenden und anhaltenden vierzigjährigen Erfolg als androgyner Rockstar. Kurz vor der Mondlandung von Apollo 11 gelang Bowie mit seinem zweiten Album und der gleichnamigen Single “Space Oddity” 1969 sein erster Hit. Der Song wurde von Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey inspiriert und stellte die Figur des Major Tom in Bowies Werk vor. Viele weitere Rockstars übernahmen die Figur, so Peter Schilling in Major Tom (völlig losgelöst); in Terrence Loves You von Lana Del Ray heißt es in einer Zeile “Ground control to Major Tom. Can you hear me all night long?” und in Bowies Ashes to Ashes heißt es im Refrain “We know Major Tom’s a junkie, strung-out in heaven’s height, hitting an all-time low”.

Cover der LP David Bowie: “Let's Dance”, 1983, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Cover der LP David Bowie: “Let’s Dance”, 1983, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Nach The Man Who Sold the World und Hunky Dory (beide 1971) wurde Bowie ein Jahr später mit The Rise and Fall of Ziggy Stardust und der anschließenden Welttournee 1972 endgültig bekannt. Das lag auch an seiner neuen Rolle als Ziggy Stardust, dessen Aufstieg und Fall in einer dem Untergang geweihten Welt spielt. Aber sein Alter Ego Ziggy und die theatralische Bühnenshow mit ihren provozierend homoerotischen Zügen und dem knallrotem Haar legte er bald beiseite und trat, ein weiterer Imagewechsel, dann nur noch im Maßanzug auf. Für die Schaffensphase des Albums Station to Station verwandelte sich Bowie 1976 in eine weitere Kunstfigur namens Thin White Duke; der Titelsong Station zu Station beginnt mit der Zeile “The return of the Thin White Duke”. Sein exzentrischer Kleidungstil wechselte erneut, er trug nur noch eine schwarze Hose mit weißem Hemd und sein Auftreten war distanziert und unterkühlt.

Zu Bowies “Berlin-Zeit” und seinem Album Heroes um 1977 siehe Artikel “Wir sind dann Helden für einen Tag“ . 1983 änderte sich Bowies Musikstil wieder einmal; man könnte ihn als Post-Disco bezeichnen, als tanzbaren Mainstream; Let’s Dance wurde eines seiner erfolgreichsten Alben. Der Song Absolute Beginners wurde vom Regisseur Julien Temple für den Titelsong des gleichnamigen Film über das Leben im London der Fünfzigerjahren verwendet. Der Film war kommerziell wenig erfolgreich. Danach war an die zehn Jahre nichts Neues von Bowie zu hören. 2013 singt er sich in die Siebzigerjahre mit Where Are We Now zurück.

David Bowie: “Where Are We Now”, 2013, (Ersatzlink)

Noch einmal lässt Bowie in dem Song seine Berlin-Zeit Revue passieren. So schnell wird Berlin keinen neuen Thin White Duke hervorbringen. “A Man Lost in Time”.

Had to get the train/ From Potsdamer Platz/ You never knew that/ That I could do that/ Just walking the dead/ Sitting in the Dschungel/ On Nürnberger Straße/ A man lost in time/ Near KaDeWe/ Just walking the dead [aus: David Bowie "Where Are We Now "]

 

“Wir sind dann Helden für einen Tag!”

“And the guns, shot above our heads”

Du/ Könntest du schwimmen/ Wie Delphine/ Delphine es tun/ Niemand gibt uns eine Chance/ Doch können wir siegen/ Für immer und immer/ Und wir sind dann Helden/ Für einen Tag [aus: David Bowie "Helden"]

Zwischen 1976 und 1978 erlebte David Bowie im damaligen West-Berlin eine seiner kreativsten Phasen. In der ersten Zeit wohnte er bei Edgar Froese von Tangerine Dream im Bayrischen Viertel, wo er einen harten Entzug von kalten Drogen machte. Anschließend zog er in die Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg in eine große Altbauwohnung, in der er zeitweise mit Iggy Pop zusammen lebte. Nach Bowies Tod am 10. Januar 2016 wurde die Hauptstraße 155 zum “Wallfahrtsort” seiner Fans; ein Meer von Blumen und Lichtern entstand in den folgenden Tagen auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Die Hauptstraße wurde provisorisch in David-Bowie-Straße umbenannt.

"David-Bowie-Straße" (Hauptstraße 155 in Berlin Schöneberg), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

“David-Bowie-Straße” (Hauptstraße 155 in Berlin Schöneberg), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Drei Alben, die sogenannte Berlin-Trilogie: Low, “Heroes” und Lodger entstanden während Bowies West-Berliner Zeit. Produziert wurden sie in den direkt an der Berliner Mauer gelegenen Hansa-Studios in der Köthener Straße in Berlin-Kreuzberg. Aus dem Kontrollraum des Meistersaals hatte man einen unverbauten Blick auf die Mauer und den Todesstreifen. Internationale Künstler wie Falco, Depeche Mode, Nick Cave, U2, Iggy Pop, waren vom Studio by the wall und die gute Akustik des Meistersaals fasziniert; allen voran David Bowie, der sich zum Song “Heroes” 1977 durch die Mauer inspirieren ließ. Die Anführungszeichen bei “Heroes” sind Teil des Songtitels und sollten eine gewisse ironische Distanz zum romantisch-pathetischen Songtext zum Ausdruck bringen.

David Bowie: “Heroes” (Ersatzlink)

David Bowie: “Helden”

David Bowie: “Heroes/Helden” (englisch/deutsch)

I, I can remember (I remember)/ Standing, by the wall (by the wall)/ And the guns, shot above our heads (over our heads)/ And we kissed, as though nothing could fall (nothing could fall)/ And the shame, was on the other side/ Oh, we can beat them, forever and every [aus: David Bowie "Heroes"]

Interview mit David Bowie in der Harald-Schmidt-Show am 11. Juli 2002

Siehe auch Artikel “In der Villa von Ormen steht eine einzelne Kerze”

In der Villa von Ormen steht eine einzelne Kerze

“Where Are We Now?”

In the villa of Ormen/ Stands a solitary candle/ In the centre of it all/ Your eyes/ Something happened on the day he died/ Spirit rose a metre and stepped aside/ Somebody else took his place, and bravely cried: “I’m a blackstar, I’m a blackstar” [aus: David Bowie "Blackstar"]

"Blackstar", Foto © Friedhelm Denkeler 2016

“Blackstar”, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Am 8. Januar 2016, an David Bowies 69. Geburtstag, wurde sein 28. Studioalbum “Blackstar” veröffentlicht. Zwei Tage später starb er in New York. Von seiner Krebserkrankung, die er nicht öffentlich machte, wusste er bereits seit eineinhalb Jahren.

Diese Gewissheit hat die sieben Songs des Albums entscheidend geprägt; erschöpfte Atemgeräusche, eine kraftlose, brüchige Stimme und verstörende Videos stehen für die letzten Monate seines Lebens und seine künstlerische Auseinandersetzung damit.

David Bowie: “Blackstar”

David Bowie: “Lazarus”

Fast vierzig Jahre hat David Bowie, mal mehr und mal weniger, auch meine eigene Rockgeschichte begleitet: Es begann 1969 mit Space Oddity, das wiederum von Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey inspiriert war und führte die Kunstfigur des Major Tom in sein Werk ein.

Es folgte 1972 das Konzeptalbum The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, in dem die Geschichte von Ziggy Stardust, dem Sinnbild eines sexuell promiskuitiven, von Drogenexzessen gezeichneten Rockstars vorgestellt wurde, der letztlich an seinem ausschweifenden Lebensstil scheiterte.

1976 erschien das Album Station to Station, in dem er sich sein Alter Ego, Thin White Duke, zulegte; eine schattenhafte Figur, die von Amerika zurück nach Europa kehrt, um ihre Wurzeln zu erkunden.

Während Bowies West-Berliner Jahre nahm er 1977 in den Hansa-Studios, direkt an der Mauer in Kreuzberg, sein vielleicht bestes Album Heroes auf; die Berliner Jahre sind aber einen eigenen Post wert.

Let’s Dance und das gleichnamige Album machten 1983 dann Bowie endgültig Disco tauglich. Nach Reality von 2003 legte er eine zehnjährige Schaffenspause ein, die er vor zwei Jahren (2013) mit The Next Day und der ausgekoppelten Single Where Are We Now, die inhaltlich Bezug auf Berlin nimmt und in der Tilda Swinton die weibliche Hauptrolle spielt, beendete.

Look up here, I’m in heaven/ I’ve got scars that can’t be seen/ I’ve got drama, can’t be stolen/ Everybody knows me now/ Look up here, man, I’m in danger/ I’ve got nothing left to lose/ I’m so high it makes my brain whirl/ Dropped my cell phone down below/ Ain’t that just like me? [aus: David Bowie "Lazarus"]

There’s Just One Place For Me, Near You

“Near You” von Francis Craig – Der Nummer-eins-Hit aus dem Jahr 1947

There’s just one place for me, near you/ It’s like heaven to be, near you/ Times when we’re apart/ I can’t face my heart/ Say you’ll never stray/ More than just two lips away

Die Melodie eines Songs ist mir aus der Kindheit immer mal wieder in Erinnerung gekommen; ich konnte sie aber nie zuordnen. Nun hat es geklappt! In der amerikanischen Hitparade “The Billboard” vom Oktober 1947 bin ich fündig geworden. Der Song “Near You” von Francis Craig and his Orchester stand hier auf Platz 1 und war 1947 die meistverkaufte Platte in den USA. 17 Wochen hintereinander stand er auf dem ersten Platz und gehört seitdem zum Standard der US-Popmusik. Demnach dürfte er Ende der 40er/ Anfang der 50er Jahre auch in Deutschland im Radio zu hören gewesen sein. Und natürlich ist im Netz auch eine Audio-Datei zu finden.

Francis Craig: “Near You”

In dem Song geht es um nichts anderes, als den Rest des Lebens in unmittelbarer Nähe der Geliebten zu verbringen – und das in verschiedenen Variationen. Auf der A-Seite der Single war allerdings Craigs Erkennungsmelodie “Red Rose” zu hören; die Radiostationen spielten aber auf Wunsch der jugendlichen Hörer hauptsächlich die B-Seite mit “Near You”. Im ersten Teil des Songs spielt Craig die Melodie auf dem Klavier, erst im Mittelteil singt der blinde Bob Lamm, der Trompeter der Band, das Stück „Near You“ und zum Schluss gibt es wieder das Klaviersolo von Craig aus dem ersten Teil.

Eigentlich sollte die Single Francis Craigs (*1900, †1966) Abschiedsgeschenk an die Fans werden, denn er spielte mit seiner Bigband 21 Jahre als Hausband in einem Hotel in Nashville. Die Auftritte wurden landesweit vom Radiosender NBC übertragen. Nach dem sagenhaften Erfolg ging Craigs Karriere noch weiter. Das verdiente Geld investierte er in das erste Schallplatten-Presswerk in Nashville. Neben dem Nummer-eins-Hit war dies die Grundlage für den Aufstieg von Nashville als Musikmetropole.

"The Billboard", 4. Oktober 1947, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“The Billboard”, 4. Oktober 1947, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Das Billboard-Magazin ist das bedeutendste Fach- und Branchenblatt für Musik und Entertainment in den USA. Es ermittelt und veröffentlicht die offiziellen Verkaufscharts für Singles (The Billboard Hot 100) und Musik-Alben (The Billboard 200), sowie diverse andere Hitlisten. Die erste Hitparade erschien im Blatt 1936. Heute werden die Platzierungen in einem komplizierten Verfahren ermittelt, das CD-Verkäufe, bezahlte Downloads und Abspielungen im Radio und TV berücksichtigt.

Der Mann, der niemals lächelt

Van Morrison mit “It’s All Over Now, Baby Blue” zum 70. Geburtstag

You must leave, now take what you need/ You think will last/ But whatever you wish to keep/ You better grab it fast/ Yonder stands your orphan with his gun/ Crying like a fire in the Sun/ Look out baby, the saints are comin’ through/ And it’s all over now, baby blue [Them; Original von Bob Dylan]

Der in Belfast geborene George Ivan Morrison, von allen Van Morrison genannt, wurde in dieser Woche siebzig Jahre alt. Vielleicht hat der ewige Grantler der Rockmusik an seinem Geburtstag, dem 31. August ausnahmsweise ein wenig gelächelt. Schließlich hat Queen Elisabeth II. den “größten lebenden weißen Bluessänger” [FAZ] am 12. Juni 2015 in den Adelsstand erhoben. Eigentlich müsste man also das Prädikat “Sir” vor seinen Namen stellen.

Obwohl sich seine von ihm 1964 gegründete Band “Them” bereits zwei Jahre später wieder auflöste, ist für ihn noch lange nicht alles aus. Bis heute wandelt er auf Solopfaden und produziert weiter Alben. Dabei bringt er solch unterschiedliche Musikstile wie Jazz, Blues, Country, Folk und Gospel unter einen (Rock-) Hut. Aber das ist wieder eine eigene Geschichte wert.

Cover der LP "The World Of Them", 1972, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Cover der LP “The World Of Them”, 1972, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Die erste Hit-Single von “Them” war “Baby Please Don’t Go” mit mit Jimmy Page (!) als Session-Gitarrist (1964). Als B-Seite wurde übrigens “Gloria” gewählt, das sich später zum Klassiker mauserte. Es folgten “Here Comes the Night” (1965), “Mystic Eyes” aus dem Album “The Angry Young Them” (1965) und ein Jahr später die geniale Single “It’s All Over Now, Baby Blue” aus dem letzten Album “Them Again” mit Van Morrison als Sänger. Die Band löste sich leider 1966 wieder auf.

Ein Video habe ich im Web nicht gefunden, aber im folgenden Audio kann man sich ganz auf Vans herrliche Blues-Stimme konzentrieren.

Them: “It’s All Over Now, Baby Blue” (1966)

Das Original stammt von Bob Dylan. Inzwischen gibt es unzählige Cover-Versionen, zum Beispiel von den Rolling Stones, Byrds, Falco oder Marianne Faithfull. Aber die Interpretation von Them ist und bleibt mein Favorit. Van Morrison hat mit seiner “herbstschönen, so rauen wie expressiven Bluessoulstimme, wie sie sonst kein zweiter Weißer” [Der Tagesspiegel] daran sicherlich den größten Anteil. Zum Geburtstag wünscht man ja einiges; aber wenn jemand solch herrliche Stimme hat, dann hat er eigentlich bereits alles.

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