Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Fotografisches Fundstück

Im Gegensatz zum Historischen Photo finden Sie hier aktuelle Einzel-Photos mit Impressionen von Stadtspaziergängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, etc.

Horizonte am Steinhuder Meer

"Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

"Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Der große Nachteil einer Großstadt wie Berlin ist, dass man so gut wie nie den Horizont sieht. Also, ein paar Tage auf dem Land verbringen, zum Beispiel in Steinhude am Steinhuder Meer. Mit 29 Quadrat-Kilometern Fläche ist dieses „Meer“ der größte Binnensee Nordwest-Deutschlands. Er wird vorwiegend aus Grundwasser gespeist und ist das Zentrum des Naturparks Steinhuder Meer. Der See befindet sich in der Großlandschaft der Hannoverschen Moorgeest, östlich angrenzend liegt das Tote Moor (siehe Lage hier). Der See bildete sich in einem Becken gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren.

www.naturpark-steinhuder-meer.de

Impressionen aus Hamburg (8)

"Langes Paar", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Langes Paar", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Stephan Balkenhols Holzkörper bringen Kunst auf die Straße – und in Hamburg auch auf das Wasser

Bekannt ist Stephan Balkenhols „Mann mit Giraffe“ vor Hagenbecks Tierpark in Hamburg (siehe hier). Weitere seiner Skulpturen, die er hauptsächlich aus Holz herstellt und die sein Markenzeichen sind, finden sich im Hamburger Stadtraum, so schwimmen einige auf Elbe und Alster. Balkenhols Arbeit „Mann und Frau“ habe ich vor der Zentralbibliothek der Öffentlichen Bücherhallen entdeckt. Scheinbar blicken Balkenhols Figuren emotionslos ins Leere oder auf einen für den Betrachter unbekannten Punkt. Sie bleiben anonym, distanziert und rätselhaft. Balkenhol sagt dazu:

„Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“

Weitere Werke von Stephan Balkenhol finden Sie hier.

Impressionen aus Hamburg (7)

"Speicherstadt", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Speicherstadt", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die Speicherstadt

Zwischen den Deichtorhallen und dem Baumwall liegt im Freihafen die hundertjährige Speicherstadt, der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Er gilt übrigens gleichfalls als größtes Orient-Teppich-Lager Europas. Wilhelminische Backsteingotik der Gründerzeit wechselt sich ab mit bizarren Giebeln und Türmchen, die sich mit den Schuten in den Fleeten spiegeln. Dort ist auch mein Photo entstanden. Es soll eine „unscharfe“ Verbindung schaffen, zwischen dem Besuch der Gerhard Richter-Ausstellung im Bucerius Kunst Forum und dem Besuch der Ausstellung „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ in der Kunsthalle. Bericht folgt.

Impressionen aus Hamburg (5)

"Morgenstimmung an der Binnenalster", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Morgenstimmung an der Binnenalster", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Morgenstimmung an der Binnenalster

Der Weg von unserem Hotel zu den Kunsttempeln führte uns morgens in der Regel an der Binnenalster vorbei. Bei diesem herrlichen Frühlingswetter verweilten wir hier und genossen die Sicht auf den Alstersee, der im 17.Jahrhundert mit der Errichtung der Hamburger Wallanlagen in Außen- und Binnenalster getrennt wurde. Die Binnenalster, die eine Fläche von etwa 18 Hektar aufweist, ist der kleinere, südliche Teil des Alstersees. Sie wird von der Außenalster im Nordosten gespeist und fließt in der südlichen Ecke unterhalb des Jungfernstiegs über die Kleine Alster in Richtung Elbe ab. In der Mitte der Binnenalster befindet sich die bis zu 60 Meter Höhe speiende Alsterfontaine, die bei unserem Besuch aber noch nicht in Betrieb war.

Impressionen aus Hamburg (3)

"Deichtorhallen", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

"Deichtorhallen", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Gilbert & Georg und Joe Dallesandro im Haus der Photographie

in den Deichtorhallen in Hamburg

Während des anstehenden Hamburg-Aufenthalts wollen wir uns die beiden Ausstellungen von Gerhard Richter in der Hamburger Kunsthalle und im Bucerius Kunst Forum ansehen und im Haus der Photographie warten die Kunstschauen „Jack Freak Pictures“ der Weltstars Gilbert & George; „Der Traummann der 70er Jahre“ mit Joe Dallesandro – Superstar; „Traummänner“, 50 Starfotografen zeigen ihre Vision vom Ideal und „The Twins“, A Visual Journey By Gisela Getty & Jutta Winkelmann, auf uns. Über alle fünf Ausstellungen werde ich in den nächsten Tagen berichten.

Impressionen aus Hamburg (2)

"Das Goldene Kalb", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

"Das Goldene Kalb", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Der Tanz um das goldene Kalb –

Ein Pfeiler in der Elbe als Ausstellungsplatz

Direkt an der Ellerholzbrücke zum Argentinien-Anleger steht auf einem roten Sockel auf einem ehemaligen Brückenkopf ein goldenes Kalb. Die Künstlerin Elisabeth Richnow hat den Pfeiler seit 2009 für fünf Jahre gepachtet. Das mystische Kunst-Tier aus Schlagmetall versteht sie als kritischen Kommentar zu Stadtplanung und Subventionspolitik im Hafen. Für die Künstlerin steht das Kalb für den Tanz um etwas Falsches und damit ist speziell der Ausbau der Hafencity gemeint, der bei den Bürgern angesichts klammer Kassen nicht immer auf Zustimmung stößt.

Richard Longs “Schlammkreis” im Hamburger Bahnhof

"Richard Longs Berlin-Circle", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Richard Longs Berlin-Circle", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die Historische Halle im „Hamburger Bahnhof“ wird nach dem Tableau vivant „Soma“ (siehe hier) von Carsten Höller wieder einmal vorzüglich bespielt: Richard Longs „Berlin Circle“ hat Einzug gehalten. Im Vordergrund des Bildes ist die „Turf Line“ 1990, links der „Black and White Circle“ 1988, dahinter der große „Berlin Circle“ 1996 und anschließend der „Sandstone Circle“ 1988 und „Turf Circle“ 1998 zu sehen. Auf der hinteren Hallenwand hat Long speziell für die Berliner Ausstellung den „River Avon Mud Circle“ erarbeitet. Eine Ausstellungsbesprechung mit Bildern des „Schlammkreises“ folgt.

Die Hamburger Oberhafen-Kantine in Berlin

"Berliner Oberhafen-Kantine", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Berliner Oberhafen-Kantine", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Hamburgs schräge Kaffeeklappe am „Hamburger Bahnhof“

Verrückt – im wahrsten Sinne des Wortes: Hamburgs einzige noch erhaltene Kaffeeklappe befindet sich in einer Replik des Hamburger „Baumeisters“ und Künstlers Thorsten Passfeld zur Zeit auf dem Entwicklungsgelände an der Heidestraße in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Das 1925 entstandene Original, die windschiefe Kaffeeklappe in der Stockmeyerstraße auf dem Hamburger Hafengelände, ist sozusagen der Vorläufer von Starbucks und Caras.

Die Berliner Ausgabe wurde aus dem Holz von Abrisshäusern und Baustellen nachgebaut. Ein Symbol der Nachhaltigkeit, das mit Ausnahme des Grundgerüstes aus Abfallholz entstanden ist. Dank einer Hubkonstruktion soll sie genau so schief stehen können wie das Hamburger Original. Das Original in Hamburg ist allerdings aus rotem Backstein gebaut. Bei meinem anstehenden Hamburg-Besuch werde ich es mir ansehen. Zum neuen Kunstquartier siehe auch mein Artikel hier.

Für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei – China setzt ein weiteres Zeichen gegen die Meinungsfreiheit

"Ai Weiweis Template", Foto © Friedhelm Denkeler 2007

"Ai Weiweis Template", Foto © Friedhelm Denkeler 2007

Von dem chinesischen Künstler Ai Weiwei fehlt seit einer Woche jede Spur

China setzt ein weiteres provokantes Zeichen gegen die Meinungsfreiheit: Von dem weltweit bekannten chinesischen Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei gibt es, nachdem er auf dem Flughafen in Peking am vorigen Sonntag festgenommen wurde, kein Lebenszeichen mehr. Kurz zuvor erst hatte Außenminister Westerwelle die große deutsche Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking eröffnet. Sein Besuch stand also ganz im Zeichen der Kunst und wurde bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert. Die chinesische Regierung reichte heute den Grund der Verhaftung nach: Ai Weiwei soll „Wirtschaftsverbrechen“ begannen haben. Das erinnert stark an den Fall „Michail Chodorkowski“ in Russland.

Die Arbeiten des 53-jährigen Ai Weiwei habe ich erstmals auf der „documenta 12“ im August 2007 in Kassel kennengelernt. Dort hatte er eine acht Meter hohe Holzskulptur aus einzelnen, übereinander gestapelten alten chinesischen Holztüren ausgestellt, wobei die dazu gehörenden Häuser dem chinesischen Bauboom zum Opfer fielen. Dieses sogenannte Tor „Template“ vor dem Kasseler Aue-Pavillon wurde kurz vor unserem Besuch von einem Sturm zerstört (siehe mein Foto). Ai Weiwei nahm das relativ gelassen: Sein Werk sei nach dem Zusammenbruch schöner als zuvor, sagte er. Das Werk vor der Zerstörung finden Sie hier.

„Ich empfinde es als eine Brüskierung aller, die an der Ausstellung beteiligt sind – auch des Außenministers. Es drängt sich der Eindruck auf, dass man die Eröffnung der Schau abgewartet hat, um dann eine von langer Hand vorbereitete Aktion zu starten. Vielleicht würden wir es anders wahrnehmen, wenn es in sechs oder zehn Wochen passiert wäre. Dass es passiert ist, während wir buchstäblich auf der Rollbahn standen, das ist besonders frustrierend“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Er sollte, finde ich, seinen Worten auch Taten folgen lassen und die Berliner Leihgaben für die Pekinger Schau sofort zurückziehen. „Wandel durch Annäherung“ ist ein schönes Schlagwort, aber manchmal ist eine Kritik mit Konsequenzen wirkungsvoller. Wirtschaftsbeziehungen hin oder her!

Am Donnerstag startete der Ex-Präsident des BDI Hans-Olaf Henkel eine Initiative, in der er Vertreter der Wirtschaft und Politik aufruft, sich für Ai Weiweis Freilassung einzusetzen. Ob Ai Weiwei seine geplante Ausstellung in Berlin am 29. April eröffnen kann, ist allerdings fraglich. Wegen seines politischen und gesellschaftlichen Engagements hatte er schon öfter unter Repressalien durch die chinesischen Behörden zu leiden. Am Brandenburger Tor in Berlin fand heute eine Kundgebung für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei statt.

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