Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Fotografisches Fundstück

Im Gegensatz zum Historischen Photo finden Sie hier aktuelle Einzel-Photos mit Impressionen von Stadtgängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, etc.

"Rote Beeren an der Bode", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Rote Beeren an der Bode“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Seit sechs Jahren bin ich regelmäßig im November in Krottorf (siehe hier). Das Dorf liegt inmitten der Magdeburger Börde, zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Harz und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Gröningen. Mitten durch Krottorf fließt die Bode, die im Brockengebiet ihre Quellen hat. Nachdem sie Quedlinburg, Oschersleben und Krottorf passiert hat, fließt sie nach 140 Kilometer bei Nienburg in die Saale.

So bot sich schon vor mehr als hundert Jahren an, an dieser Stelle eine Wassermühle zu errichten. 1896 wurde diese in das „Elektricitätswerk Crottorf AG“ umgewandelt und nachdem die gesamte Anlage im Jahr 2000 von Grund auf saniert wurde, zog hier die e•on|Avacon AG-Akademie ein. Bedingt durch das Wasser und die zahlreichen Niederungen habe ich Krottorf bisher hauptsächlich im Nebel und in der Dämmerung erlebt. Das heutige Bild entstand auf einem Spaziergang zwischen den beiden Armen der Bode. Auf meiner Website “Denkeler Foto” finden Sie eine Auswahl von 24 Photos aus der Serie “Krottorf”, die im Jahr 2008 entstanden ist.

"Im Speisesaal des Olympischen Dorfes", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
„Im Speisesaal des Olympischen Dorfes“, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Vor 75 Jahren, im Sommer 1936, fanden in Berlin die Olympischen Spiele statt. Das Olympische Dorf wurde vor den Toren Berlins, im Elstal errichtet. Wie es in dem ehemaligen Speisehaus ausgesehen haben könnte, zeigt diese Rekonstruktion, wobei die Weingläser keinen Fauxpas bedeuten. Selbstverständlich wurde den italienischen Sportlern zu ihren Pasta-Gerichten Rotwein kredenzt. In dem dreistöckigen Bogenhaus reihten sich 40 Säle mit 40 Küchen für die einzelnen Nationen aneinander. Das unter Denkmalschutz stehende Olympische Dorf an der Bundesstraße 5 ist in dieser Saison noch bis zum 31. Oktober geöffnet und es empfiehlt sich, an einer Führung teilzunehmen. www.dkb-stiftung.de

"Rote Beeren am Nuthegraben", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Rote Beeren am Nuthegraben“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Der nicht gewesene Sommer wird ohne Übergang zum Herbst. Heute also der erste schöne Herbsttag. Raus aus Berlin und durch die Offenlandschaft mit den Feldern, Wiesen und Niederungen des Urstromtales zwischen dem Nuthegraben und Grenzgraben in der Nähe von Diedersdorf, das seit 2002 zur Gemeinde Großbeeren im Landkreises Teltow-Fläming gehört, spaziert. Das Grabensystem diente der Entwässerung des geklärten Wassers aus Berlin zu Rieselfeldzeiten Richtung Nuthe und damit zur Havel. Kaffee und Kuchen in der Diedersdorfer Schlossbäckerei sind im Anschluss zu empfehlen. Später, um Mitternacht, wollen wir nach Paris. Auflösung folgt. Diedersdorf

Anna & Bernhard Blume mit "Küchenkoller" in der Prinzenstraße, Foto © Friedhelm Denkeler 2009
Anna & Bernhard Blume mit „Küchenkoller“ in der Prinzenstraße, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Zum Tod des Künstlers Bernhard Blume 

„Die 1937 geborenen Künstler Anna & Bernhard Blume haben das Genre der inszenierten Fotografie wesentlich erweitert und zählen international zu deren wichtigen Vertretern. In ihren häufig vielteiligen, großformatigen und schwarz-weißen Fotoserien erzählt das Künstlerpaar inszenierte Zeitabläufe, deren Protagonisten sie selbst sind. Die Szenen sind oft reduziert, verfremdet und vor allem komisch: Ordnung und Chaos scheinen sich gegenseitig zu bedingen, Rollenbilder und Konventionen stecken in jedem Ding, konditionieren Verhaltensweisen und fordern zum Widerstand heraus. Dabei sind Performance, Malerei und Fotografie in den zeitdiagnostischen Werken von Anna & Bernhard Blume stets eng miteinander verwoben.“ So die Ankündigung zur Retrospektive von Anna & Bernhard Blume 2008 im Hamburger Bahnhof, Berlin.

Sind Kartoffeln nur Kartoffeln, oder können es auch Seelenzeichen sein? Muss man sie nicht als Objektivationen sehen, z.B. unterdrückter, nicht gelebter Wünsche, Triebe? Können dann Kartoffeln nicht zuweilen Truggebilde sein, fotogene Manifestationen einer lang frustrierten Seele, die sonst sprachlos bleiben müsste? [Anna und Bernhard Blume zu „Küchernkoller„]

Anna & Bernhard Blume waren ein unzertrennliches Künstlerpaar seit Beginn der 1960er Jahre. Jetzt ist Bernhard Blume im Alter von 73 Jahren in Köln gestorben. Ein typischer Blume-Titel war „Der Gedanke des Todes ist unannehmbar.“ Die ironischen und humorvollen Bilder der Blumes werden bleiben.

"Besen in Berlin", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Besen in Berlin“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Vor längerer Zeit hatte ich mir die Ausstellung „Based in Berlin“ im Atelierhaus im Monbijou-Park angesehen und war so enttäuscht, dass ich keine Lust hatte, darüber zu schreiben. Eigentlich wollte ich mir noch den Ausstellungsteil in den Kunstwerken anschauen. Bei diesem Vorsatz blieb es aber. Nun ist die Ausstellung zu Ende und das ist auch gut so, um mit Wowereits Worten zu sprechen, der das Geld für die Leistungsschau „Based in Berlin“ locker machte.

Endlos Banales in einer überflüssigen Ausstellung für 1,6 Millionen zeigt keine Notwendigkeit für eine Kunsthalle in Berlin. „So viele Glaubensbekenntnisse des hilflosen Nachahmens hat es vielleicht noch nie in einer Ausstellung gegeben“ schrieb Heiner Bastian in „Warum ‚Based in Berlin‘ gescheitert ist„. Auch das Fotografieren ist mir in der Ausstellung vergangen, so bleibt nur das Bild vom Reinemachen im Park nach der Ausstellung.

Rom 7. und letzter Tag: Im Schatten der Pinienwälder

"Das Kapitol im Schatten der Pinienwälder", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Das Kapitol im Schatten der Pinienwälder“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

An unserem letzten Tag in Rom unternahmen wir mit der Vorortbahn einen Tagesausflug in die antike Hafenstadt Ostia Antica an der Tibermündung. Der sengenden Sonne und den 30 Grad konnten wir im Schatten der Pinien entgehen und die nach Pompeji und Herkulaneum besterhaltene Ausgrabungsstätte einer römischen Siedlung ausgiebig erkunden. Völlig frei kann man zwischen den antiken Ruinen umherwandern, Gebäude mit mehreren Stockwerken besteigen, komplett erhaltene Mosaiken bewundern und das damalige Leben nachempfinden. Die meisten der noch heute erhaltenen öffentlichen und privaten Gebäude stammen vor allem aus dem 2. Jahrhundert, der Zeit in der die Stadt mit 50.000 Einwohnern ihre größte Blüte erlebte.

Tavernen, Bäder, Wohnungen, Geschäfte und Theater befinden sich in einem so guten Zustand, dass die Bezeichnung ‚Ruinen‘ eigentlich nicht zutreffend ist. Da die Tibermündung im Laufe der Jahrhunderte immer stärker verlandete, wurde die Stadt aufgegeben und erst 1920 an der neuen Mündung wieder aufgebaut. Zur Unterscheidung wird nun die alte Stadt, die 5 km flussaufwärts an der heutigen Tibermündung liegt, ‚Ostia Antica‘ genannt. Den Abschluss krönte ein Abstecher zum Mittelmeer. Der Lido lag nur vier Bahnstationen entfernt. www.ostia-antica.org

Rom 6. Tag: Unter münzwerfenden Touristen
am größten Brunnen Roms

"Trevi-Brunnen im Gegenlicht", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Trevi-Brunnen im Gegenlicht“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Jeder kennt den Trevi-Brunnen in Rom vor der Triumphbogenfassade, dass er aber zwischen den Häusern auf einer kleinen Piazza so eingeklemmt ist, damit habe ich nicht gerechnet. Entsprechend gut gefüllt ist der Platz mit Touristen und Andenken-Verkäufern. Mit 50 Metern Breite und einer Höhe von 26 Metern ist das barocke Bauwerk der größte Brunnen Roms und Endpunkt des Aquädukts Aqua Vergine, welcher das antike Rom mit Wasser versorgt hat. Das Gesamtkunstwerk ist wie eine Bühne konzipiert, in der Mitte steht die Statue des Meeresgottes Neptun, der von Tritonen, die „Seepferde“ im Zaum halten, begleitet wird. In der heutigen Form wurde der Brunnen zwischen 1732 und 1751 im Auftrag von Papst Clemens XII. durch Nicola Salvi gebaut.

So richtig bekannt wurde der Brunnen durch den schwarz-weißen Klassiker der Filmkunst ‚Das süße Leben‘ von Federico Fellini mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni. Besagten Ausschnitt aus „La Dolce Vita“ mit Anita Ekberg im Trevi-Brunnen habe ich herausgesucht. Auch im Musik-Video von Bon Jove „Thank You For Loving Me“ spielt die Fontana di Trevi eine Rolle, allerdings nur mit einer Handvoll Besucher. Wie voll es heute am Brunnen ist, zeigt dieser Film. Berühmt ist auch der Münzwurf: Wer mit seiner rechten Hand über die linke Schulter eine Münze in den Brunnen wirft, wird nach Rom zurückkehren und das werden wir sicherlich auch.

Rom 5. Tag: Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne

"Touristen im Pantheon", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Touristen im Pantheon“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Vom Largo Argentina kommend, gehen wir durch das Gassengewirr des alten Pigna-Viertels voll mit typischem römischen Leben und landen vor einem weiteren, dem, nach dem Kolosseum wohl imposantesten antiken Monument in Rom: Mitten im kompakten Häusermeer erhebt sich auf der Piazza della Rotonda der ‚Tempel aller Götter‘, das Pantheon. Die größte Überraschung erlebt man allerdings erst im Inneren des Gebäudes: Eine riesige, 43 Meter hohe Kuppel mit einer Öffnung von 9 Metern im Durchmesser genau in der Mitte des Gewölbes.  

Da der Durchmesser der Halle ebenfalls 43 Meter beträgt, der Innenraum also genauso hoch wie breit ist, würde die Kuppel als vollständige Kugel gedacht den Boden berühren. Durch dieses Gleichmaß ergibt sich eine nicht mehr zu verbessernde architektonische Harmonie. Das Bauwerk gilt als das am besten Erhaltene der römischen Antike. Es wurde um 100 n. Chr. erbaut und ist seit 600 n. Chr. eine römisch-katholische Kirche. Ursprünglich war das Pantheon ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum. Die Kuppel symbolisiert den Himmel, während die Öffnung für die Sonne steht. Durch die Öffnung fällt das natürliche Licht und dementsprechend auch Regen hinein, der Marmorfußboden ist aber so genial gestaltet, dass das Wasser stets ablaufen kann. Webcam Piazza della Rotonda

Rom 4. Tag: Auf den Spuren des römischen Reiches

"Im Forum Romanum", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Im Forum Romanum“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Der vierte Rom-Tag begann unter fachkundiger Führung im Forum Romanum. Es war über Jahrhunderte hinweg der Mittelpunkt der römischen – und somit auch der uns bekannten – Welt. In der gewaltigen und noch heute hoch aufragenden ‚Curia‘, dem Sitzungsgebäude, entschieden die Senatoren über Krieg und Frieden, die Entwicklung der Stadt und verkündeten ihre Entscheidungen anschließend auf dem Forumsplatz auf der ‚Rostra‘, der Rednertribüne, dem versammelten Volk.

Zwischen den Triumphbögen an beiden Enden des Forums befanden sich die ältesten Tempel der Stadt, hier wurden Geschäfte abgewickelt und Waren verkauft und in der Basilicae tagten die Gerichte. Ursprünglich war der ganze Bereich einst ein Sumpfgebiet am Tiber. Um 600 v. Chr. wurde das Gebiet trockengelegt und nach und nach entstanden öffentliche Gebäude, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert und umgebaut wurden. Ab dem Jahr 600 n. Chr. verfiel die einstige Pracht und geriet in Vergessenheit. Das Forum wurde als Steinbruch für andere Bauvorhaben, wie z. B. dem Petersdom, verwendet. Forum Romanum bei Wikipedia