Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Fotografisches Fundstück

Im Gegensatz zum Historischen Photo finden Sie hier aktuelle Einzel-Photos mit Impressionen von Stadtspaziergängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, etc.

Ostia Antica – Die Hafenstadt des antiken Roms

Rom 7. und letzter Tag: Im Schatten der Pinienwälder

"Das Kapitol im Schatten der Pinienwälder", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Das Kapitol im Schatten der Pinienwälder", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

An unserem letzten Tag in Rom unternahmen wir mit der Vorortbahn einen Tagesausflug in die antike Hafenstadt Ostia Antica an der Tibermündung. Der sengenden Sonne und den 30 Grad konnten wir im Schatten der Pinien entgehen und die nach Pompeji und Herkulaneum besterhaltene Ausgrabungsstätte einer römischen Siedlung ausgiebig erkunden. Völlig frei kann man zwischen den antiken Ruinen umherwandern, Gebäude mit mehreren Stockwerken besteigen, komplett erhaltene Mosaiken bewundern und das damalige Leben nachempfinden. Die meisten der noch heute erhaltenen öffentlichen und privaten Gebäude stammen vor allem aus dem 2. Jahrhundert, der Zeit in der die Stadt mit 50.000 Einwohnern ihre größte Blüte erlebte.

Tavernen, Bäder, Wohnungen, Geschäfte und Theater befinden sich in einem so guten Zustand, dass die Bezeichnung ‚Ruinen‘ eigentlich nicht zutreffend ist. Da die Tibermündung im Laufe der Jahrhunderte immer stärker verlandete, wurde die Stadt aufgegeben und erst 1920 an der neuen Mündung wieder aufgebaut. Zur Unterscheidung wird nun die alte Stadt, die 5 km flussaufwärts an der heutigen Tibermündung liegt, ‚Ostia Antica‘ genannt. Den Abschluss krönte ein Abstecher zum Mittelmeer. Der Lido lag nur vier Bahnstationen entfernt.

www.ostia-antica.org

La Dolce Vita an der Fontana di Trevi

Rom 6. Tag: Unter münzwerfenden Touristen
am größten Brunnen Roms

"Trevi-Brunnen im Gegenlicht", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Trevi-Brunnen im Gegenlicht", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Jeder kennt den Trevi-Brunnen in Rom vor der Triumphbogenfassade, dass er aber zwischen den Häusern auf einer kleinen Piazza so eingeklemmt ist, damit habe ich nicht gerechnet. Entsprechend gut gefüllt ist der Platz mit Touristen und Andenken-Verkäufern. Mit 50 Metern Breite und einer Höhe von 26 Metern ist das barocke Bauwerk der größte Brunnen Roms und Endpunkt des Aquädukts Aqua Vergine, welcher das antike Rom mit Wasser versorgt hat. Das Gesamtkunstwerk ist wie eine Bühne konzipiert, in der Mitte steht die Statue des Meeresgottes Neptun, der von Tritonen, die „Seepferde“ im Zaum halten, begleitet wird. In der heutigen Form wurde der Brunnen zwischen 1732 und 1751 im Auftrag von Papst Clemens XII. durch Nicola Salvi gebaut.

So richtig bekannt wurde der Brunnen durch den schwarz-weißen Klassiker der Filmkunst ‚Das süße Leben‘ von Federico Fellini mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni. Besagten Ausschnitt aus „La Dolce Vita“ mit Anita Ekberg im Trevi-Brunnen habe ich herausgesucht. Auch im Musik-Video von Bon Jove „Thank You For Loving Me“ spielt die Fontana di Trevi eine Rolle, allerdings nur mit einer Handvoll Besucher. Wie voll es heute am Brunnen ist, zeigt dieser Film. Berühmt ist auch der Münzwurf: Wer mit seiner rechten Hand über die linke Schulter eine Münze in den Brunnen wirft, wird nach Rom zurückkehren und das werden wir sicherlich auch.

Der Tempel aller Götter – Das Pantheon

Rom 5. Tag: Eine architektonische Harmonie
zwischen Himmel und Sonne

"Touristen im Pantheon", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Touristen im Pantheon", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Vom Largo Argentina kommend, gehen wir durch das Gassengewirr des alten Pigna-Viertels voll mit typischem römischen Leben und landen vor einem weiteren, dem, nach dem Kolosseum wohl imposantesten antiken Monument in Rom: Mitten im kompakten Häusermeer erhebt sich auf der Piazza della Rotonda der ‚Tempel aller Götter‘, das Pantheon. Die größte Überraschung erlebt man allerdings erst im Inneren des Gebäudes: Eine riesige, 43 Meter hohe Kuppel mit einer Öffnung von 9 Metern im Durchmesser genau in der Mitte des Gewölbes.  

Da der Durchmesser der Halle ebenfalls 43 Meter beträgt, der Innenraum also genauso hoch wie breit ist, würde die Kuppel als vollständige Kugel gedacht den Boden berühren. Durch dieses Gleichmaß ergibt sich eine nicht mehr zu verbessernde architektonische Harmonie. Das Bauwerk gilt als das am besten Erhaltene der römischen Antike. Es wurde um 100 n. Chr. erbaut und ist seit 600 n. Chr. eine römisch-katholische Kirche. Ursprünglich war das Pantheon ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum. Die Kuppel symbolisiert den Himmel, während die Öffnung für die Sonne steht. Durch die Öffnung fällt das natürliche Licht und dementsprechend auch Regen hinein, der Marmorfußboden ist aber so genial gestaltet, dass das Wasser stets ablaufen kann.

Webcam Piazza della Rotonda

Forum Romanum – Der Mittelpunkt der römischen Welt

Rom 4. Tag: Auf den Spuren des römischen Reiches

"Im Forum Romanum", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Im Forum Romanum", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Der vierte Rom-Tag begann unter fachkundiger Führung im Forum Romanum. Es war über Jahrhunderte hinweg der Mittelpunkt der römischen – und somit auch der uns bekannten – Welt. In der gewaltigen und noch heute hoch aufragenden ‚Curia‘, dem Sitzungsgebäude, entschieden die Senatoren über Krieg und Frieden, die Entwicklung der Stadt und verkündeten ihre Entscheidungen anschließend auf dem Forumsplatz auf der ‚Rostra‘, der Rednertribüne, dem versammelten Volk.

Zwischen den Triumphbögen an beiden Enden des Forums befanden sich die ältesten Tempel der Stadt, hier wurden Geschäfte abgewickelt und Waren verkauft und in der Basilicae tagten die Gerichte. Ursprünglich war der ganze Bereich einst ein Sumpfgebiet am Tiber. Um 600 v. Chr. wurde das Gebiet trockengelegt und nach und nach entstanden öffentliche Gebäude, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert und umgebaut wurden. Ab dem Jahr 600 n. Chr. verfiel die einstige Pracht und geriet in Vergessenheit. Das Forum wurde als Steinbruch für andere Bauvorhaben, wie z. B. dem Petersdom, verwendet.

Forum Romanum bei Wikipedia

Im Kolosseum – Unter Löwen und Touristen

Rom 3. Tag: Ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher

"Das Kolosseum mit den unterirdischen Räumen und Gängen", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Das Kolosseum mit den unterirdischen Räumen und Gängen", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Nein, 60 000 Besucher waren heute Morgen noch nicht im ‚Colosseo‘, das 2007 als einziges europäisches Bauwerk in die Liste der Neuen Weltwunder aufgenommen wurde. Auch Löwen, die durch unterirdische Gänge und Falltüren in die Arena geleitet wurden, haben wir nicht gesehen. Und dennoch entfaltet das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater und zugleich der größte geschlossene Bau der römischen Antike auch nach 2000 Jahren als Ruine eine beispiellose Faszination.

Die Arena steht den modernen Fußball-Arenen in nichts nach: 80 Eingänge rund um den Bau ermöglichten den Zuschauern auf direktem Wege Zugang zu ihren Plätzen, die sich auf insgesamt vier Stockwerke verteilten. Grausame Schauspiele wurden dargeboten. Gladiatoren kämpften gegen wilde Tieren und Gladiatoren kämpften gegeneinander. Man schätzt, dass in vier Jahrhunderten an die 500 000 Menschen und unzählige Tiere ihr Leben verloren. Heute besichtigen über fünf Millionen Besucher jedes Jahr das Wahrzeichen Roms. Ein gewisser Schauder bleibt.

Virtuelle Panoramen des Kolosseums

Jenseits des Tibers

Rom 2. Tag: Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt

"Via di San Michele in Trastevere", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Via di San Michele in Trastevere", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Unser Stadtteil „Trastevere“ (von lateinisch ‚Trans Tiberim‘, jenseits des Tibers) liegt außerhalb der alten römischen Stadtmauern auf der westlichen Seite des Tibers. Schiffsleute und Fischer, also Menschen, die vom Fluss lebten, sowie Immigranten und Juden siedelten sich bevorzugt hier an. Später folgten zahlreiche Handwerker und noch heute herrscht in den Gassen zwischen Osterien und Trattorien eine fast mittelalterliche Atmosphäre, sieht man von wild parkenden Autos und wuchernden Satellitenschüsseln einmal ab.

Über die Tiberinsel, die Isola Tiberina und die Ponte Fabricio, der Volksmund sagt ‚Ponte dei Quattro Capi‘ wegen der zwei antiken Stelen mit vier Köpfen  im Geländer, geht es in Richtung antikes Rom – zum Kolosseum. Empfehlenswert für den Abend in Trastevere ist das Ristorante ‚La Cornucopia‘, das Füllhorn an der ‚Piazza in Piscinula‘.

www.ristorantecornucopia.com

Casa di Santa Francesca Romana a Ponte Rotto

Rom 1. Tag: Im Haus der Ponzianis

"Der Innenhof der Casa di Santa Francesca Romana", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Der Innenhof der Casa di Santa Francesca Romana", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Das Haus der Heiligen Franziska von Rom, ein ehemaliges Kloster in der Nähe der Ponte Rotta, befindet sich im Stadtteil Trastevere, im Umkreis der Basilika der Heiligen Cecilia und nahe der Tiberinsel. Über viele Jahrhunderte hinweg diente dieser Palazzo dem Adelsgeschlecht der Ponzianis als Wohnsitz und nun dürfen wir für sieben Tage dort residieren. Das Haus ist nach der Heiligen Francesca Romano benannt, die 40 Jahre lang bis zu ihrem Tode 1440 hier wohnte und zahlreiche Wunder vollbrachte.

Die Geschichte und das Alter des Hauses sind in allen Räumen und Gemäuern zu spüren, und das Wort lustwandeln macht seinem Namen alle Ehre. Ab heute möchte ich jeden Tag ein ‚Fotografisches Fundstück‘ präsentieren, wobei ein einziges Foto der Stadt Rom kaum gerecht werden kann, aber alle sieben zumindest eine Reminiszenz an die sieben Hügel Roms darstellen.

www.sfromana.it

Freiheit für Ai Weiwei

"Freiheit für Ai Wei Wei vor dem Berliner Gropius-Bau", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Freiheit für Ai Wei Wei vor dem Berliner Gropius-Bau", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

An der Situation des chinesischen Künstlers Ai WeiWei hat sich wenig geändert, nach wie vor sitzt er im Gefängnis (Siehe mein Beitrag „Für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei – China setzt ein weiteres Zeichen gegen die Meinungsfreiheit„. In der Kunst-Zeitschrift „Monopol“ habe ich dazu noch einen lesenswerten Beitrag gefunden: „Es war einmal – Ai Weiweis Film zu seinem heute so unwahrscheinlichen Documenta-Auftritt 2007„.

Gelbe Lilien und Lütjen Deile am Steinhuder Meer

"Sumpf-Schwertlilie am Steinhuder Meer", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Sumpf-Schwertlilie am Steinhuder Meer", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Auf einer Wanderung über die Lütjen Deile, ausgehend von Steinhude und immer am Steinhuder Meer entlang gen Westen, sind mir an den sumpfigen Rändern des Sees insbesondere die vielen gelben Sumpf-Schwertlilien (Iris pseudacorus) aufgefallen. Sie blühen von Ende Mai bis Juni und sind giftig. Vielleicht sind diese Aufnahmen der Beginn einer neuen Serie „Wilde Blumen“? Mal sehen, was ich in der nächsten Zeit noch so an „Wildem“ entdecke. Die Jahreszeit verspricht einiges.

Übrigens, das plattdeutsche „Lütjen Deile“, der Beginn unserer Wanderung, steht für „Kleine Teile“. Hiermit sind die kleinen Flurstücke gemeint, die am Meer liegen und ursprünglich Steinhuder Bauern gehörten. Anfangs waren sie mit kleinen Sommerhäuschen bebaut, später wurde durch Zusammenlegung mehrerer Parzellen auch der Bau größerer Häuser möglich. Klein und putzig sind aber alle Flure und Häuser geblieben.

Undine im Steinhuder Meer

"Undine im Steinhuder Meer", © Friedhelm Denkeler 2011

"Undine im Steinhuder Meer", © Friedhelm Denkeler 2011

Es soll als sicher gelten, dass die Geschichte des jungfräulichen Wassergeistes Undine  am Steinhuder Meer ihren Ursprung hat. Der Verfasser der Erzählung „Undine“, Friedrich de la Motte Fouqué, war 1796 als Offizier in Bückeburg stationiert. Der Künstler der modernen Meerjungfrau „Undine“ (auch Undene, lat. unda = Welle, oder auch französisch Ondine = Nixe) des Steinhuders Meeres in Form einer Edelstahlskulptur aus dem Jahr 1994 ist  Hans Jürgen Zimmermann. Nach dem Entwurf des Künstlers zu einem Bühnenbild der Ballettfassung von „Undine“ in der Staatsoper von Hannover entstand die Skulptur.

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