Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Fotografisches Fundstück

Im Gegensatz zum Historischen Photo finden Sie hier aktuelle Einzel-Photos mit Impressionen von Stadtgängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, etc.

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»Schöne Aussicht mit Glashaus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Schöne Aussicht mit Glashaus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Die »Sommerfrische« macht ihrem Namen hier alle Ehre: Es ist Sommer und gleichzeitig frisch. Aber die Natur scheint sich dabei wohl zu fühlen, sie hat das aufgegebene Gewächshaus am Rande des Hestenbergs, dem ›Hausberg‹ von Plettenberg, inzwischen zurückerobert. Die klassische Sommerfrische wird übrigens im Wörterbuch der Brüder Grimm definiert als »Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit«. Leider ist das wohlklingende Wort mit dem Aufkommen des modernen Tourismus dem banalen Begriff »Urlaub« geopfert worden.

»Der Apfelgarten« (Britzer Garten, Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Der Apfelgarten« (Britzer Garten, Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Idyllische Bilder synchronisieren bestimmte Hirnbereiche

Ein idyllischer Obstgarten – welch entspannende Wirkung Naturszenen in uns auslösen, ist bekannt. Dies hat jetzt auch die Wissenschaft mit einer Studie bestätigt. Unruhig wirkende Fotos von zum Beispiel vielbefahrenen Straßen heben diesen beruhigenden Aspekt wieder auf. Die ”ruhigen”  Bilder hingegen lösen eine verstärkte Synchronisierung bestimmter Hirnbereiche aus. Zu diesem Zweck beobachteten die Wissenschaftler mit Hilfe der sogenannten funktionalen Magnetresonanztomographie (fMRT) gezielt die Hirnaktivität von Testpersonen, während diese verschiedene Bilder betrachteten. Sie stellten dabei fest, dass sich bestimmte Bereiche des Hirns miteinander vernetzen. Chaotische Bilder zerstörten den Effekt wieder. Ich aber finde, dass die Betrachtung von Bildern, egal ob in einem Kunstbuch oder in einer Ausstellung, unabhängig von Sujet und Inhalt, immer entspannend ist, weil sie eine kleine Flucht aus dem Alltag ermöglicht.

Quelle: Bild der Wissenschaft

Auf der Lennéhöhe wird kein Gericht mehr gehalten

Eine Gerichtslaube aus dem 13. Jahrhundert mitten im Wald, auf einem Hügel? Im Schlosspark Babelsberg ist das möglich, Gericht wird hier allerdings nicht mehr gehalten. Es ist das einzige, einigermaßen original gotische Gebäude in Potsdam. Wie kommt es dorthin? Das ist ganz einfach: Berlin hatte um 1300 ein gotisches Rathaus, die Gerichtslaube gehörte dazu. Um 1860 wurde das zu klein geratene Rathaus zugunsten des heutigen Roten Rathauses am Alexanderplatz abgerissen. Die Stadt Berlin machte Kaiser Wilhelm I., der eine Vorliebe für das Mittelalter hegte, die Originalteile der Laube zum Geschenk. 1871 wurde das Gebäude aus den alten Teilen neu errichtet.

»Die Gerichtslaube im Park Babelsberg« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Die Gerichtslaube im Park Babelsberg« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der zweigeschossige Bau hat ein Kreuzrippengewölbe mit einem Mittelpfeiler, der die Eiche oder Linde der mittelalterlichen Verhandlungsstätte symbolisieren soll. Rund um den Pfeiler sind auf einem Steinrelief Schweine, sie stehen für Unmäßigkeit und Unkeuschheit, Adler (Raubgier) und Affen (Raubsucht) zu sehen. Zwei Engel symbolisieren die Sirenen der Versuchung. Zu DDR-Zeiten war die Laube stark verfallen und wurde durch Spenden nach der Wende wieder sehr gut rekonstruiert. Der formvollendete rote Bausteinbau auf der Lennéhöhe ist bei einem Stadtgang durch den Park nicht zu verfehlen. Von hier oben hat man eine gute Aussicht auf die Potsdamer Kulturlandschaft. Diese lässt sich nur durch den Panorama-Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm übertreffen.

»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Ina und ihre drei Möpse«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Ina und ihre drei Möpse«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Während der Pandemie das Haus hüten, da kann man sich nur mopsen. Lieber wäre es mir, in Berlin unterwegs zu sein, Ausstellungen zu sehen, ins Kino oder Theater zu gehen. Stattdessen habe ich meinem Blog »Journal« ein moderneres Layout verpasst. Und ich habe mir das farbenfrohe Mops-Bild noch einmal angesehen, dass genau vor zehn Jahren in Nürnberg entstanden ist.

Diese sitzenden Knautschzonen finden sich in der Bildenden Kunst immer wieder, so in Francisco de Goyas »Bildnis der Marchesa de Pontejos« mit einem Mops mit rosa Schleifchen oder in der Illustration «Madame und Monsieur Bonaparte mit Mops«. Der berühmteste Mops Frankreichs, der Fortuné hieß, soll der Legende nach Napoleon in der Hochzeitsnacht ins Bein gebissen haben. Bei meinen Mops-Recherchen habe ich noch folgende Zitate gefunden:

»Indessen war das Feuer im Kamine zusammengebrannt, der Alte überzog die Kohlen mit vieler Asche, schaffte die leuchtenden Goldstücke beiseite, und nun leuchtete sein Lämpchen wieder allein, in dem schönen Glanze, die Mauern überzogen sich mit Gold und der Mops war zu dem schönsten Onyx geworden, den man sich denken konnte. Die Abwechslung der braunen und schwarzen Farbe des kostbaren Gesteins machte ihn zum seltensten Kunstwerke.« [aus »Das Märchen«, Johann Wolfgang von Goethe]

ottos mops trotz/ otto: fort mops fort/ ottos mops hopst fort [Ernst Jandl)

Möp|se Plur. (derb für Busen) [Duden]

mop|sen (ugs. stehlen); du mopst; sich mopsen (ugs. für sich langweilen; ärgern) [Duden]

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. [Loriot]

»Die Eule und die Raute«, Foto © Friedhelm Denkeler 1999
»Die Eule und die Raute«, Foto © Friedhelm Denkeler 1999

Die Eulen sind eine Ordnung der Vögel, zu der ungefähr 200 Arten gezählt werden. Vertreter der Gruppe sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis anzutreffen. Die meisten Arten sind nachtaktiv. Eine Raute ist ein ebenes Viereck mit vier gleich langen Seiten. Gegenüberliegende Seiten sind parallel und gegenüberliegende Winkel gleich groß. Und was ist eine Eule mit einer Raute?

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