Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Historisches Foto

Unregelmäßig zeige ich hier Photos aus meinem fotografischen Archiv (oft mit zusätzlichem Text). Außerdem gibt es unter der Überschrift “Vor dreißig Jahren …” (oder “Vor vierzig Jahren …”, etc.) Photos zu sehen, die immer genau vor 30 Jahren (40 Jahren, etc.) entstanden sind (in der Regel ohne weiteren Text).

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Der große Stein von Tonnenheide

Aus der Eiszeit direkt nach Ost-Westfalen

Zugegeben: Es ist nicht der Ayers Rock, der Inselberg, der sich 350 Meter über seinem flachen Umland in der zentral-australischen Wüste erhebt, sondern nur der zehn Meter lange, sieben Meter breite und über drei Meter hohe und 350 Tonnen schwere “Große Stein von Tonnenheide” in Ost-Westfalen, der auf meiner Photographie zu sehen ist.

Der Findling soll während der Eiszeit (Pleistozän/ Saalezeit) vor 200 000 Jahren seinen Weg von Skandinavien bis nach Ost-Westfalen geschafft haben. Dabei hat er “auf dem Rücken” der Gletschermassen 750 Kilometer aus der schwedischen Provinz Bleckinge zurückgelegt, bis er in Tonnenheide “liegen geblieben” ist. Der aus Biotit-Granit bestehende Stein entstand vor etwa einer Milliarde Jahren.

"Der große Stein von Tonnenheide", Foto © Friedhelm Denkeler 1985

“Der große Stein von Tonnenheide”, Foto © Friedhelm Denkeler 1985

In meiner Jugendzeit war der Findling nur mit seiner Kuppe zu sehen, der größte Teil lag unter der Erde. Erst 1981, ich war schon lange in Berlin, wurde er freigelegt und auf dem Hofgelände Klasing Nr. 9 in Rahden-Tonnenheide 70 Meter weiter, unter 200 Jahren alten Eichen – eigentlich müsste man jetzt unter jungen Eichen sagen – mit Hilfe eines auf Ketten fahrenden Krans und eines Autokrans transportiert. Zur Bergung musste ein 300 Jahre alter Fachwerkspeicher, der zu nah am Stein stand, um 80 Meter umgesetzt werden.

Der Tonnenheider Stein weist diverse Bearbeitungsspuren, wie Bohrlöcher auf; schätzungsweise zwanzig Kubikmeter wurden bereits früher abgesprengt. Viele andere Findlinge sind auf diesen Wegen ebenfalls durch Zerstörung, Verwitterung und wirtschaftliche Nutzung (Pflastersteine, Schotter) vorzeitig verlustig gegangen. Man schätzt, dass nach der Eiszeit in Ost-Westfalen Tausend Findlinge (die Steine heißen so, wenn sie größer als vierzig Zentimeter sind) pro Quadrat-Kilometer liegen geblieben sind, davon sind heute vielleicht noch zehn je Quadrat-Kilometer übrig geblieben.

Silvester 2016 – Neujahr 2017: Die Mitte der Rauhnächte

"Zwischen den Jahren oder die Mitte der Rauhnächte", Foto © Friedhelm Denkeler 1981

“Zwischen den Jahren oder die Mitte der Rauhnächte”, Foto © Friedhelm Denkeler 1981

Die Rauhnächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag (25. Dezember) bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar), aber auch andere Zeiträume, beispielsweise zwischen dem Thomastag und Neujahr, kommen in Frage. Den zwölf Tagen oder Nächten wird im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen. Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar wieder zurück, “die Wilde Jagd” begab sich am Ende der Rauhnächte zur Ruhe. Zwischen den Jahren beschreibt als Redewendung heute in der Regel die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester/Neujahr. [Quelle: Wikipedia]

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