Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Ausstellung

Entsprechend des Blog-Untertitels „Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst“ werden in dieser Rubrik in erster Linie selbst besuchte Ausstellungen, hauptsächlich in Berlin, zur Photographie und zur Kunst besprochen. Hin und wieder wird auch eine geplante Ausstellung angekündigt.

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Tempelhofer Kreuz (4)

Einladung zur heutigen Ausstellungseröffnung

Einladung zur Vernissage »Tempelhofer Kreuz« im Atelier André Kirchner

Einladung zur Vernissage »Tempelhofer Kreuz« im Atelier André Kirchner

Tempelhofer Kreuz (3)

Künstlerbücher – Das Buch als Kunstobjekt

Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Sie bewegen sich im Schnittpunkt von Büchern und Kunst, werden in der Regel vom Künstler selbst produziert und im Eigenverlag herausgegeben. Beim Buchobjekt handelt es sich oft um Unikate, ansonsten erwartet der Sammler eine limitierte Auflage, die vom Künstler nummeriert und signiert ist. Ideal ist eine Kombination von Ausstellung und Künstlerbuch, das in diesem Fall nicht als Dokumentation der Ausstellung anzusehen ist, sondern als eigenständiges Werk und als Ergänzung zu den ausgestellten Bildern.

Das Buch mit den Bildern (und Texten) ist ein fassbares Objekt, man kann es aufschlagen, vorblättern (und zurück), spürt die Beschaffenheit des Papiers und sieht die Umschlaggestaltung und das Layout. Kurzum: Das ›Lesen‹ in einem Buch erfordert Disziplin, aber es wird durch die visuelle, haptische und eine gewisse emotionale Bindung an das Buch unterstützt. Bei gehobener Literatur muss man schon mal innehalten, nachdenken, in sich gehen, reflektieren. Und das scheint mit einem gedruckten Buch sehr viel besser zu gehen, als wenn man sich die Bilder digital ansieht.

Künstlerbuch »Tempelhofer Kreuz» von Friedhelm Denkeler

Künstlerbuch »Tempelhofer Kreuz» von Friedhelm Denkeler

  • Limitierte Auflage des Künstlerbuches: 30 + 4 AP
  • Größe 30 x 21 cm, Hardcover, 96 Seiten, mit 81 Photographien in schwarz-weiß
  • Text, Gestaltung, Satz: © Friedhelm Denkeler 2019, 
Druck: WIRmachenDRUCK
  • Selbstverlag Friedhelm Denkeler, November 2019,
  • 
Photographien: © Friedhelm Denkeler 1979
  • Mit einem Vorwort von Friedhelm Denkeler und einem Essay von Hanns Zischler

Während der Ausstellung im »Atelier André Kirchner», Grunewaldstraße 15, erster Hof, Parterre links, 10823 Berlin-Schöneberg, ist das Buch zum Vorzugspreis erhältlich. Die Öffnungszeiten: 18. Januar bis 29. Februar 2020, Mittwoch, Freitag und Samstag, 16 bis 18 Uhr und Donnerstag 18 bis 20 Uhr. Die Vernissage zur Ausstellung »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand« findet am Freitag, den 17. Januar 2020, 19 Uhr, statt.

Tempelhofer Kreuz (2)

Friedhelm Denkeler hat zwischen 1978 und 1981 den Autobahnbau zwischen Tempelhof und Neukölln fotografisch begleitet. Der Berliner Stadtring als Autobahn A 100 führt in einem großen Bogen vom nördlichen Wedding bis zum südlichen Neukölln mitten durch den westlichen Teil der Stadt. Die halbrunde Struktur sollte im Fall der deutschen Wiedervereinigung zu einem Kreis vervollständigt werden.

Spätere Planungen nach der Wiedervereinigung sind von diesem Plan abgerückt, da er große städtebauliche Einschnitte zur Folge gehabt hätte. Die Aufnahmen für das Portfolio »Tempelhofer Kreuz« entstanden zwischen den heutigen Anschlussstellen Tempelhofer Damm und Oberlandstraße, entlang des ehemaligen Flughafens Tempelhof, bis zur heutigen Anschlussstelle Gradestraße, der ehemals geplanten A 102 (hier sollte die Osttangente von Kreuzberg bis nach Buckow die A 100 kreuzen).

Aus dem Portfolio »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand«, Foto © Friedhelm Denkeler 1978

Aus dem Portfolio »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand«, Foto © Friedhelm Denkeler 1978

Geplant war ursprünglich, diesen Teil der A 100 vom Tempelhofer Kreuz als Hochstrecke bis nach Neukölln auszuführen. Alle Anschlussstellen waren bereits fertig gestellt. Um den Ortsteil Britz nicht in zwei Teile spalten zu müssen, wurden die Planungen später geändert und der Ortsteil stattdessen mit einem Tunnel von 1,7 Kilometer Länge unterquert.

Ein Teil der Bauten an der Gottlieb-Dunkel-Straße/ Ecke Tempelhofer Weg, die auf Denkelers Fotografien zu sehen sind, wurden deshalb wieder rückgebaut. Da auch die Osttangente nicht mehr realisiert werden sollte, entfiel auch der Bau des Tempelhofer Kreuzes. Heute erinnert nur die ein Kilometer lange Auffahrt von der Gradestraße zur A100 an das geplante Tempelhofer Kreuz.

In Denkelers Fotografien spielt neben den gigantischen Betonbauten der Märkische Sand eine große Rolle. Woher kommt eigentlich dieser Berliner Sand? Die Gletscher der Eiszeit und später die abfließenden Wassermassen brachten den Sand aus Skandinavien in die Märkische Region. Das Land glich damals eher einer Wüste und je nach Windrichtung entstanden verschiedene Hügel aus dem Flugsand.

In der Hauptstadt ist heute nichts mehr von der eigentlich märkischen Natur zu sehen. Dies hat Hanns Zischler eindrucksvoll in einem Zeitungsartikel, den er freundlicherweise zum Abdruck im Buch zur Verfügung gestellt, beschrieben. Nur bei großen Bauvorhaben, wie dem Bau des geplanten Autobahn-Kreuzes tritt der Märkische Sand noch zutage. Und unter diesem ist das Tempelhofer Kreuz dann wieder begraben worden. [Auszug aus der Pressemitteilung]

Die Vernissage zur Ausstellung »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand« (1) findet am Freitag, den 17. Januar 2020, 19 Uhr, im »Atelier André Kirchner« (Grunewaldstraße 15, erster Hof, Parterre links, 10823 Berlin-Schöneberg, statt. Die Öffnungszeiten: 18. Januar bis 29. Februar 2020, Mittwoch, Freitag und Samstag, 16 bis 18 Uhr und Donnerstag 18 bis 20 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein limitiertes Künstlerbuch.

Tempelhofer Kreuz (1)

Ein neues Jahr beginnt auch immer mit der Vergangenheit und in diesem Sinne möchte ich Sie ganz herzlich einladen zu der Ausstellung

»Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand«

Die Vernissage findet am Freitag, den 17. Januar 2020, 19 Uhr, im »Atelier André Kirchner« (Grunewaldstraße 15, erster Hof, Parterre links, 10823 Berlin-Schöneberg, statt. Die Öffnungszeiten: 18. Januar bis 29. Februar 2020, Mittwoch, Freitag und Samstag, 16 bis 18 Uhr und Donnerstag 18 bis 20 Uhr.

Auszug aus der Einladungskarte: Denkeler hat 1980 den Autobahnbau zwischen Tempelhof und Neukölln fotografisch begleitet. Das Teilstück der A100 sollte als Hochstrecke ausgeführt werden. Nachdem viele Bauten bereits fertig waren, wurden die Planungen geändert, fertiggestellte Anlagen wieder rückgebaut und der Ortsteil Britz stattdessen mit einem Tunnel unterquert. Denkeler wurde an der »Werkstatt für Photographie« und als Privat-Schüler von Michael Schmidt ausgebildet. Er stellt seit 1978 freie fotografische Arbeiten her. Zur Ausstellung erscheint ein limitiertes Künstlerbuch.

Die Einladung zur Vernissage finden Sie hier und weitergehende Informationen in der Pressemitteilung(PDF).

Über einen Besuch zur Vernissage oder während der Laufzeit der Ausstellung würde ich mich freuen.

Ein glückliches, neues Jahr 2020 wünscht
Friedhelm Denkeler

Aus dem Portfolio »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand«, Foto © Friedhelm Denkeler 1978

Aus dem Portfolio »Tempelhofer Kreuz – Eine Autobahn im Märkischen Sand«, Foto © Friedhelm Denkeler 1978

Die Frau in Rot

»Die Schöne und das Tier – Geschichten aus Kindheit und Jugendzeit«, Teil 5: »1955 Die Frau in Rot«. Neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

Die vorliegenden Photographien, die zwischen 1981 und 1988 entstanden sind, habe ich zu einem Portfolio zusammengestellt, in dem 17 visuelle Geschichten aus Kindheit und Jugendzeit erzählt werden. Im Künstlerbuch sind sie in Kapitel eingeteilt; die Kapitel-Überschriften stehen symbolisch für die Jahre von 1951 bis 1967. Die Geschichten sind mehr oder weniger so passiert oder es hätte zumindest so sein können.

Grundlage der Photographien ist die Sammlung von Frauenporträts und Aufnahmen vom Bildschirm. (Die 17 Kapitel: Puppenspiele, Schiebung, Die Regentinnen, Die Scheinheiligen, Die Frau in Rot, Die Schöne und das Tier, Knees and Legs, Kindertraum, Die Lehrmeisterin, Träumer, Tatort, Ewalds Geheimnis, Die Zofe, Achterbahnfahrt, Visionen im Wald, Rhapsodie in Oel, Sammlung Konkret). Das gesamte Portfolio besteht aus 112 und die heutige vorgestellte »Geschichte« aus 3 Photographien.

»Frau in Rot«, aus dem Portfolio »Geschichten aus Kindheit und Jugendzeit« Foto © Friedhelm Denkeler 1982

»Die Frau in Rot«, aus dem Portfolio »Geschichten aus Kindheit und Jugendzeit«
Foto © Friedhelm Denkeler 1982

Der Titel dieser Episode ist der US-Amerikanischen Filmkomödie von und mit Gene Wilder entlehnt. Filme mit Szenen im Marylin Monroe-Stil gibt es viele. Am bekanntesten ist die Szene aus dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ von Billy Wilder. Darin wird der Rock von Marylin Monroe von der Abluft der U-Bahn angehoben. Die Szene schrieb Kinogeschichte, das Foto wurde weltberühmt. Aus naheliegenden Gründen musste diese Episode in Farbe sein.

Loth und seine Töchter

Georg Tappert: »Loth und seine Töchter«, 1911 & Lucas van Leyden: »Loth und seine Töchter«, 1530, Berlinische Galerie, Berlin, Foto & Collage © Friedhelm Denkeler 2019

Georg Tappert: »Loth und seine Töchter«, 1911 & Lucas van Leyden: »Loth und seine Töchter«, 1530, Berlinische Galerie, Berlin, Foto & Collage © Friedhelm Denkeler 2019

Das Gemälde »Loth und seine Töchter« von Georg Tappert aus dem Jahr 1911, spielt auf die biblische Geschichte von Sodom und Gomorra an. Es zeigt den alten Mann Loth und seine zwei erwachsenen Töchter. Nach der Zerstörung von Gomorra fürchteten beide, keinen Mann mehr zu finden. Sie machten den Vater betrunken und lagen ihm bei.

Tappert vermittelt in seinem Bild den bedenkenlosen Lebenswillen, der bei einer der Schwestern gerade in Sorgen und Skrupel umschlägt. Das Bild ist ein Programmbild des frühen Expressionismus Tapperts und wurde 1911 in III. Ausstellung der Neuen Secession gezeigt.

Als Gründungsmitglied und zweiter Vorsitzende der Neuen Secession war Georg Tappert neben Max Pechstein einer der wichtigsten Vertreter dieser neuen Künstlervereinigung. [Quelle: Bildbeschreibung der Berlinischen Galerie]

Der Große Riese steigt aus dem Wasser

Berliner Künstlergruppe »momenta« in Cottbus (5)

»Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher«,, Zweiter Tag »Die Wiedervereinigung«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

»Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher«,, Zweiter Tag »Die Wiedervereinigung«,
Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Anlässlich des 20-jährigen Mauerfall 2009 erzählte die französische Theatergruppe »Compagnie Royal De Luxe« auf den Straßen von Berlin das Einheitsmärchen »Die Riesen kommen – ein Märchen für Berlin«. Die ausführliche Story finden Sie hier: Zur Geschichte der Kleinen Riesin und des Tiefseetauchers.

www.momenta-Cottbus.de

Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher

Berliner Künstlergruppe »momenta« in Cottbus (3)

»Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher«, 2009, Zweiter Tag »Die Wiedervereinigung«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

»Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher«, 2009, Zweiter Tag »Die Wiedervereinigung«,
Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Zum 20-jährigen Mauerfall 2009 erzählte die französische Theatergruppe  Compagnie Royal De Luxe auf den Straßen von Berlin das Einheitsmärchen “Die Riesen kommen – ein Märchen für Berlin” mit der Geschichte vom Großen Riesen und seiner Nichte, der Kleinen Riesin, die sich nach langer Trennung am Brandenburger Tor wieder finden. Das Märchen wurde an drei Tagen erzählt:

Erster Tag: Auf der Suche

Die Kleine Riesin wacht vor dem Roten Rathaus auf und macht sich auf den Weg zum Bebelplatz. Nach dem Mittagsschlaf wandert sie zum Gendarmenmarkt, besteigt dort ihr Weltmeereboot und fährt zum Lustgarten. Hier übernachtet die Kleine Riesin.

Zweiter Tag: Die Wiedervereinigung

Der Große Riese steigt am Humboldthafen vormittags aus dem Wasser und geht Richtung Tiergarten, während die Kleine Riesin durch die Friedrichstraße spaziert. Am Nachmittag treffen sie sich nach langer Trennung am Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor wieder. Dort übernachten sie.

Dritter Tag: Die Glücksparade

Das vereinte Paar zieht in einer Glücksparade durch das Regierungsviertel bis zur Moltkebrücke. Der Große Riese und die Kleine Riesin besteigen an der Moltkebrücke ein Boot und fahren gemeinsam durch das Regierungsviertel in Richtung Museumsinsel davon.

momenta in Cottbus

Das Portfolio »Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher« ist in der Ausstellung »momenta« vom 11. bis 27. April 2019 im Haus am Spremberger Turm, 03046 Cottbus, Spremberger Straße 19, zu sehen. Die Ausstellung ist am Donnerstag, Freitag und Samstag von 15 bis 19 geöffnet.

Portfollio »Die kleine Riesin und der Tiefseetaucher« in der »momenta« in Cottbus,
Foto © Horst Hinder 2019

Berliner Künstlergruppe »momenta« in Cottbus (2)

Malerei und Fotografie vom 11. bis 27. April 2019 im Haus am Spremberger Turm

Plakat zur Ausstellung »momenta in Cottbus«, Layout © Horst Hinder

Plakat zur Ausstellung »momenta in Cottbus«, Layout © Horst Hinder

Die Berliner Gruppe »momenta« versteht sich als loser Zusammenschluss von Künstlern aus Berlin und außerhalb, die gemeinsam temporäre Ausstellungen an außergewöhnlichen Orten veranstalten. Der Autorenfotograf Friedhelm Denkeler mit der Serie »Die Kleine Riesin und der Tiefseetaucher«, Aleksander Gudalo mit Immersivem Realismus, Thomas Boenisch mit seinen gemalten, eigenwilligen Stadtlandschaften, der abstrakte Maler Dieter Franke und der Grafiker und Fotograf Horst Hinder mit seinen Fotografischen Collagen, sind zu Gast in Cottbus.

Zu sehen sind unterschiedliche Arbeiten von Malerei bis Fotografie, von Klein- bis Großformat, von abstrakt bis gegenständlich. Sie werden von den Künstlern im Haus am Spremberger Turm, 03046 Cottbus, Spremberger Straße 19 in einer Ausstellung vom 11. bis 27. April 2019 (Verlängerung evtl. bis 4. Mai 2019) angeboten. Die Ausstellung ist am Donnerstag, Freitag und Samstag von 15 bis 19 geöffnet.

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