Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Friedhelm Denkeler

1955 – Bill Haley & His Comets: »Rock Around The Clock«.

Wie Bill Haley auf der Hochzeitsfeier meiner Cousine der Star war.

Die erste echte Rock ’n‘ Roll-Single, die eine Nummer-eins-Position in den US-amerikanischen Charts erreichte war »Rock Around the Clock«. Sie hielt sich sechs Monate, von Mai bis Oktober 1955, in den Charts. Bis zum Jahresende wurde sie sechs Millionen Mal verkauft, in der Folgezeit mit über 25 Millionen verkauften Platten rückte sie zum umsatzstärksten Pop-Hit aller Zeiten auf. Bekannt wurde der Song auch 1955 durch den Film »Die Saat der Gewalt (Blackboard Jungle)« von Richard Brooks mit Glenn Ford. Der Film beginnt und endet mit dem Song »Rock Around The Clock« von Bill Haley.


Bill Haley: »Rock Around The Clock«, 1954
Bill Haley: »Rock Around The Clock«, 1954

In Deutschland war »Rock Around the Clock« die erste ausländische Schallplatte, die über eine Million Mal verkauft wurde und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Sie kam im November 1955 in die deutschen Singlecharts, blieb für zwei Monate die Nummer eins. Der Siegeszug des Rock ’n‘ Roll nahm seinen Anfang, der allerdings insbesondere bei den Älteren auf Widerstand stieß. Damit begann langsam ein kultureller Umbruch, der in den 1960er Jahren so richtig zum Tragen kam.


Auf dem Land in Westfalen war davon erst wenig zu spüren, aber auf der großen Feier anlässlich der Hochzeit meiner Cousine Marianne Meinert im Festsaal von Heitkamp in Alt-Espelkamp Mitte der 1950er Jahre tanzte mein Cousin Hans-Dieter Meinert wilden Rock ’n‘ Roll nach dem Song »Rock Around The Clock« von Bill Haley & His Comets. Mein Interesse an der Rockmusik war damals noch nicht ausgeprägt; das sollte sich mit diesem Tag ändern.


»Denn eine neue Art von Musik einzuführen, muss man sich hüten, weil es das Ganze gefährden heißt; denn nirgends wird an den Weisen der Musik gerüttelt, ohne dass die wichtigsten Gesetze des Staates mit erschüttert würden«. Platons Worte (Der Staat, 370 v. Chr.) sind ein frühes Zeugnis der großen Bedeutung, die der Wirkung von Musik auf Menschen zugeschrieben wird.

Schellackplatte,
 Bill Haley & His Comets: »Rock Around The Clock«, 1955
Schellackplatte, Bill Haley & His Comets: »Rock Around The Clock«, 1955

Hervorheben möchte ich als Alternative eines meiner Lieblingslieder für das Jahr 1955 »The Great Pretender« von den »Platters«. Die Gruppe hatte in den 1950er Jahren neben dem Pretender mit weiteren balladenhaften Songs wie «Only You« und »Smoke Gets in Your Eyes« große Erfolge. In Deutschland dagegen war das Hula Hawaiian Quartett mit dem Schlager «Jim, Jonny & Jonas« beliebt. Sie führten im Januar und Februar 1955 die deutsche Hitparade an. Heute ist der Song nicht mehr zu ertragen.

Songtext – Bill Haley & His Comets: »Rock Around The Clock«

One, two, three o’clock, four o’clock, rock
Five, six, seven o’clock, eight o’clock, rock
Nine, ten, eleven o’clock, twelve o’clock, rock
We’re gonna rock around the clock tonight

Put your glad rags on, join me hon‘
We’ll have some fun when the clock strikes one

We’re gonna rock around the clock tonight
We’re gonna rock, rock, rock, ‚til broad daylight
We’re gonna rock, we’re gonna rock around the clock tonight

When the clock strikes two, three and four
If the band slows down we’ll yell for more

We’re gonna rock around the clock tonight
We’re gonna rock, rock, rock, ‚til broad daylight
We’re gonna rock around the clock tonight

When the chimes ring five, six and seven
We’ll be right in seventh heaven

We’re gonna rock around the clock tonight
We’re gonna rock, rock, rock, ‚til broad daylight
We’re gonna rock, we’re gonna rock around the clock tonight

Oh, when it’s eight, nine, ten, eleven too
I’ll be goin‘ strong and so will you

We’re gonna rock around the clock tonight
We’re gonna rock, rock, rock, ‚til broad daylight
We’re gonna rock, we’re gonna rock around the clock tonight

When the clock strikes twelve we’ll cool off then
Start rockin‘ ‚round the clock again

We’re gonna rock around the clock tonight
We’re gonna rock, rock, rock, ‚til broad daylight
We’re gonna rock, we’re gonna rock around the clock tonight

Anmerkung zur Kategorie »Rock-Archiv»

Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

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»Sehen und gesehen werden – am Zeughaus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Sehen und gesehen werden – am Zeughaus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Das ehemalige Zeughaus Unter den Linden beherbergt mittlerweile das Deutsche Historische Museum mit seiner Dauerausstellung »Bilder und Zeugnisse der deutschen Geschichte«. Für Wechselausstellungen gibt es auf der Rückseite des Gebäudes seit 2003 einen von Ioeh Ming Pei, dem großen Architekten der Gegenwart, entworfenen Neubau mit 2.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Pei hat trotz des schwierigen Bauplatzes eine Brücke zwischen dem klassizistischen Berlin und der Klassischen Moderne geschlagen. Bekannt geworden ist I. M. Pei mit der gläsernen Pyramide vor dem Pariser Louvre.

Das Pei-Bauwerk ist unterirdisch über den Schlüterhof des Zeughauses zu erreichen. Schöner anzusehen ist allerdings der Zugang von außen mit der imposanten Glasspindel, die gleichzeitig Eingang und Treppenhaus dieses Museumsquartiers bildet. Der Treppenturm in Sichtweite der Schinkel-Bauten, des Alten Museums und der Neuen Wache, ist bereits von der Straße Unter den Linden zu sehen. Aus dem Turm heraus hat man eine faszinierende Aussicht auf das Forum Fridericianum (heute Bebelplatz) mit Opernhaus und Humboldt-Universität. Aus der Halle, offen vom Untergeschoss bis zum gläsernen Dach, mit ihren den Rolltreppen, Freitreppen, Brücken und Galerien fällt der Blick immer wieder auf die gegenüberliegende Fassade des Zeughauses.

Anmerkung zur Kategorie »In den Straßen von Berlin«

Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Erste Bilder waren 2013 in der Ausstellung »Friedhelm Denkeler – Photographien« im Katharinenhof am Preußenpark, Berlin, zu sehen. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2023 geplant.

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»Mamma Mia! Fallendes Auto rammt den Potsdamer Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008
»Mamma Mia! Fallendes Auto rammt den Potsdamer Platz«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Diesen spektakulären Autoeinschlag gab es 2008 am Potsdamer Platz. Kein Wunder, dass der unterirdische Bahnhof seitdem immer wieder durch eindringendes Wasser beschädigt wird. Aber das Fahrzeug ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war Teil der Umwelt-Performance »Wenn der Himmel streikt…« des Künstlers Jurgen Ostarhild.

»Durch die Schnelllebigkeit, den geforderten technischen Fortschritt, die immer schnellere Entwicklung laufen wir Gefahr – wie dieses sinnbildliche Auto – total abzustürzen«, so Ostarhild. Zur Beruhigung kann ich aber sagen, dass es sich hierbei zumindest in Bezug auf das Auto um einen einmaligen Vorfall handelte. Der Himmel hatte aber seine Schleusen geöffnet.

Anmerkung zur Kategorie »In den Straßen von Berlin«

Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Erste Bilder waren 2013 in der Ausstellung »Friedhelm Denkeler – Photographien« im Katharinenhof am Preußenpark, Berlin, zu sehen. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2023 geplant.

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1954 – Elvis Presley: »That’s All Right (Mama)«.

Die Zeit rast, aber auf dem Hängeboden harrt sie aus – der SIEMENS Plattenwechsler PW3.

Das Stück »That’s All Right« ist ein von Arthur Crudup geschriebenes Lied und wurde 1946 als Single veröffentlicht. Der Erfolg kam aber erst durch die von Elvis Presley (*1935, †1977) interpretierte Version im Jahr 1954. Elvis stand 1954 am Anfang seiner Karriere. Wegen seiner Erfolge und Ausstrahlung wurde er auch als »King« tituliert. Angeblich hat er mehr als eine Milliarde Tonträger verkauft und ist damit der erfolgreichste Solo-Künstler weltweit. Für Aufsehen sorgte er durch seine körperbetonten Bühnenauftritte – »Elvis the Pelvis«. Zu der damaligen Zeit fanden Erwachsene diese Art der Darstellung provozierend, wenn nicht noch schlimmer.

1954 – Elvis Presley: »That's All Right (Mama)«, Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler
1954 – Elvis Presley: »That’s All Right (Mama)«, Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler

Wir Menschen vergessen viel, aber das Vergessene wartet geduldig auf seine Wiederentdeckung und es ist ein schöner Zufall, wenn man es dann findet. Und das war hier der Fall: Ich entdeckte den SIEMENS Plattenwechsler PW3, den mein Vater Mitte der 1950er Jahre erworben hat. Für den Einbauspieler hatte er extra einen Schrank mit Lade gebaut. Die Grundplatte mit dem Plattenwechsler habe ich vierzig Jahre später von Westfalen nach Berlin gerettet und eingelagert, einschließlich der Schellackplatten. Ein Hängeboden kann eine Zeitkapsel sein: Die Zeit rast, aber verstaubt harrte sie hier aus und gleichzeitig erinnert sie auch an die Proust’sche Madeleine.

Es vergingen noch einmal dreißig Jahre, bis ich die Schönheit der technischen Anlage erkannte. Den Plattenspieler habe ich komplett gesäubert und restauriert. Natürlich hat der Zahn der Zeit am Gerät genagt, insbesondere der aus Spritzguss bestehende und lackierte Tonarm ist leicht korrodiert, dafür sehen die verchromten Teile, der Plattenteller und die beiden Türme mit dem Abwurfmechanismus, nach dem Polieren wie neu aus. Das Gerät war auf der ehemaligen Grundplatte des Plattenschrankes aufgebaut, auf deren Unterseite die Schaltmechanik und der Antriebsmotor untergebracht waren.

»SIEMENS Plattenwechsler PW3«, 1955, Foto © Friedhelm Denkeler 2020
»SIEMENS Plattenwechsler PW3«, 1955, Foto © Friedhelm Denkeler 2020

Der SIEMENS Plattenwechsler PW3 spielte automatisch in beliebiger Reihenfolge acht bis zwölf Normalschallplatten mit 78 UPM und Langspielplatten mit 33 und 45 UPM in beliebiger Reihenfolge von 25 oder 30 cm Durchmesser ab. Nach der automatischen Plattengrößenabtastung, fuhr auf jeder der beiden Säulen ein ›Messer‹ zwischen der abzuwerfenden Platte und dem restlichen Stapel heraus und ließ die entsprechende Platte auf den Plattenteller fallen.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Meine Großeltern zogen Mitte der 1950er Jahre vom Kronspon in Varl Nr. 6 nach Twiehausen Nr. 37. Während eines Festes in Twiehausen bugsierte mein Vater seine Truhe mit dem Plattenspieler auf dem Fahrrad (sic!) von Varlheide nach Twiehausen. Das hatte wohl zwei Gründe, zum einen fehlte die Musik zum Tanz, zum anderen gab es auf dem Fest eine Anneliese und Ewald wollte unbedingt den Song von Hans Arno Simon »Anneliese« spielen. Die alte Original-Schelllack-Schallplatte von Electrola, gedacht für einen Plattenspieler mit 78 Umdrehungen pro Minute, befindet sich glücklicherweise auch in meinem Archiv.

»SIEMENS Plattenwechsler PW3«, 1955, Foto ©»SIEMENS Plattenwechsler PW3«, 1955, Foto © Friedhelm Denkeler 2020
»SIEMENS Plattenwechsler PW3«, 1955, Foto © Friedhelm Denkeler 2020

Songtext: Elvis Presley: »That’s All Right (Mama)«

Well, that’s all right now mama
That’s all right with you
That’s all right now mama, just anyway you do
That’s all right, that’s all right
That’s all right now mama, anyway you do

Well mama, she done told me, papa done told me too
„Son, that gal you’re foolin‘ with
She ain’t no good for you“
But that’s all right now, that’s all right
That’s all right now mama, anyway you do

I’m leaving town, baby
I’m leaving town for sure
Well, then you won’t be bothered with me hanging ‚round your door
Well, that’s all right, that’s all right
That’s all right now mama, anyway you do

Ah dala dee dee deelee
Dee dee deelee
Dee dee deelee, I need your lovin‘
That’s all right,
That’s all right now mama, anyway you do

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Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

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»Einsatz in der Leipziger Straße«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007
»Einsatz in der Leipziger Straße«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007

»Operation Walküre« mit Tom Cruise, »Die Bourne Verschwörung« mit Matt Damon, »Lola rennt« mit Franka Potente oder »Unknown Identity« mit Liam Neeson – irgendein Film, einer von ca. 300 in jedem Jahr, wird immer gerade irgendwo in den Straßen von Berlin gedreht. Nichtsahnend geht man vom Potsdamer Platz in Richtung Leipziger Platz und steigt im Bahnhof Friedrichstraße aus der S-Bahn. Im U-Bahn-Eingang brennt es bereits und Rauch steigt auf. Liam Neeson steht an der Ecke wartend herum und kaut auf einem Zahnstocher. Die Regisseure und Stars drehen gern in Berlin und in der Regel gibt es bei den Drehgenehmigungen nur wenige Probleme.

»Feuer am U-Bahnhof Friedrichsstraße«, Foto © Friedhelm Denikeler 2010
»Feuer am U-Bahnhof Friedrichsstraße«, Foto © Friedhelm Denikeler 2010

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Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Erste Bilder waren 2013 in der Ausstellung »Friedhelm Denkeler – Photographien« im Katharinenhof am Preußenpark, Berlin, zu sehen. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2023 geplant.

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1953 – Al Martino: »Here in my Heart«.

Das Pferdehalfter war der Boxen-Schlager des Monats Dezember.

Der US-amerikanische Sänger Al Martino (*1927, †2009) hatte seine größten Erfolge Anfang der 1950er bis Mitte der 1970er Jahre; hauptsächlich kenne ich seine Songs »Here in my Heart« (1953), »Spanish Eyes« (1965) und »Volare« (1975). Als Schauspieler wurde er auch in seiner Rolle als Johnny Fontane in Francis Ford Coppolas »Der Pate« (1972) bekannt.

Martinos erste Single »Here in my Heart« wurde zu einem Welterfolg und er kam bei der großen Plattenfirma »Capitol Records« unter. Nun wurde die amerikanische Cosa Nostra auf ihn aufmerksam; er musste sich für 75.000 Dollar freikaufen. Daraufhin zog er für sieben Jahre nach England und seine amerikanische Karriere kam ins Stocken. Mit der Komposition »Spanish Eyes« von Bert Kaempfert gab es dann einen neuen Welterfolg; er wurde zum Evergreen.

Al Martino: »Here in my Heart«, Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler
Al Martino: »Here in my Heart«, Fotos/Collage © Friedhelm Denkeler

Die Zeitschrift »Der Automaten-Markt« machte in ihrer ersten Ausgabe im Dezember 1953 mit der Schlagzeile »Das Pferdehalfter war der Boxen-Schlager des Monats Dezember« auf. Gemeint war das Lied »Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand« von der Band »Kilima Hawaiians«. Damit wurde es zum ersten Nummer-eins-Hit der deutschen Musikcharts.

Ermittelt wurde damals, wie oft ein Titel in den aufgestellten Musikboxen (Jukeboxen) in Deutschland gespielt wurde. Der Automaten-Markt war bis Mitte 1959 die einzige Organisation, die solche Charts aufstellte. Danach übernahm die Fachzeitschrift der Musikwirtschaft, der »Musikmarkt«, bis Mitte 2016 die Aufstellung der deutschen Hitparade. Die Bedingungen zur Ermittlung wurden, entsprechend der Marktentwicklung, während dieser Zeit oft angepasst.

Die niederländische Band »Kilima Hawaiians« nahm in den ersten Nachkriegsjahren Hawaii- und Westernlieder auf und traf damit die aktuelle Stimmungslage; so habe auch ich den Song im Gedächtnis behalten. Von dem Westernsong wurde über eine Million Singles verkauft und erhielt ein Jahr später die Goldene Schallplatte. Es erschien dann noch eine Satireversion von den Peheiros »Es hängt ein Autoreifen an der Wand«, die Platz vier (sic!) der Charts erreichte.

Sontexte: Al Martino: »Here in my Heart« /
Kilima Hawaiians »Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand

Here in my heart I’m alone, I’m so lonely
Here in my heart I just yearn for you only
Here in my arms I long to hold you
Hold you so near, ever close to my heart
So, darling

Say that you care, take these arms I give gladly
Surely you know I need your love so badly
Here is my heart, my life, and my all, dear
Please be mine and stay here in my heart

Say that you care, take these arms I give gladly
Surely you know I need your love so badly
Here is my heart, my life, and my all, dear
Please be mine and stay here in my heart

Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand
und ein Sattel liegt gleich nebenan.
Fragt ihr mich, warum ich traurig bin
schau ich nur zum Pferdehalfter hin.

Ich sah das Eisen, das ich einst ihm schlug.
Es ist das Eisen, das mein Pony trug.
Das Zaumzeug rostet jetzt im Stall,
doch mein Pony seh‘ ich überall.

Es war mein Feund, ich habe niemals einen Menschen so verehrt.
Nur ich allein kenn den Wert.
Ich sprach zu ihm, wie man nur zu einem guten Freunde spricht,
deinen Platz in meinem Herz verlierst du nicht.

Kilima Hawaiians: »Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand«, Quelle: Wikipedia
Kilima Hawaiians: »Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand«, Quelle: Wikipedia

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