Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monatsarchive: Juli 2018

Kraftfigur

"Mangaaka" (Kraftfigur), Yombe, Region des Flusses Chiloango, Kongo oder Angola, 19. Jh., Holz, Eisen, Porzellan, Farbpigmente, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Mangaaka“ (Kraftfigur), Yombe, Region des Flusses Chiloango, Kongo oder Angola, 19. Jh., Holz, Eisen, Porzellan, Farbpigmente, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Mit ihrer Kraft protzend sich dem Betrachter entgegenstellend, sollte diese mangaaka-Kraftfigur helfen, Gerechtigkeit und Ordnung in der der Yombe-Region nördlich des unteren Flusses Kongo aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig war es Ihre Aufgabe, Unheil abzuwehren und, in einer Zeit traumatischer Umwälzungen als Folge des „Wettlaufs um Afrika“ der europäischen Großmächte, die gesellschaftliche Ordnung zu stärken. [Bode Museum Berlin]

Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten

"Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten" (Winterberg im Hochsauerlandkreis), Foto © Friedhelm Denkeler 2002

„Ein Roter Fingerhut auf dem Kahlen Asten“ (Winterberg im Hochsauerlandkreis),
Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Beim Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) sind alle Pflanzenteile hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Er wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr ein bis zu 200 cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56, seltener 112 – was auch immer das bedeuten mag. Fälschlicherweise hatte ich die Pflanze zunächst als Glockenblume angesehen – für den Hinweis danke ich Ulrich Fritz.

Pistoletto und das Second Hand Model

Michelangelo Pistaletto vor den Photographien »Second Hand Modell«  von Friedhelm Denkeler im LichtSpielTheater KLICK-O-TonArt, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Michelangelo Pistoletto vor den Photographien »Second Hand Modell« von Friedhelm Denkeler
im LichtSpielTheater KLICK-O-TonArt, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Das Italienische Kulturinstitut ehrt jedes Jahr einen Künstler mit einer Veranstaltungsreihe und einer Ausstellung. „Michelangelo Pistoletto und Cittadellarte – Spiegelungen und Widerspiegelungen“ (bis zum 29. September 2018) heißt die diesjährige Hommage an Pistoletto, den Wegbereiter der Arte Povera. Im Zuge der Veranstaltungen fand im LichtSpielTheater KLICK-O-TonArt eine Präsentation des Dokumentarfilms in Anwesenheit des Künstlers statt. Kurz nach dem Film und dem anschließenden Künstlergespräch wurde es privater und so konnte ich Michelangelo Pistoletto vor einem Teil meiner fotografischen Arbeiten der Serie „Second Hand Model“ ablichten. Ausführliches finden Sie im Artikel „Second-Hand-Model – Eine One-Woman-Performance in 52 Rollen über vier Jahre„. Die Ausstellung im Theater ist noch bis zum 31. Juli 2018 zu sehen.

Memento Mori

"Memento Mori", Chicart Bailly zugeschrieben, um 1520, Elfenbein, Bode-Museum, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Memento Mori“, Chicart Bailly zugeschrieben, um 1520, Elfenbein, Bode-Museum, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Die Gruppe ist ein raffiniertes Beispiel eines Memento Mori („Bedenke, dass du sterben musst!“), einer Darstellung der Unausweichlichkeit des Todes, und zugleich der Aufforderung, sein Leben sinnvoll und sündenfrei zu gestalten. Offensichtlich tut die dargestellte Frau dies nicht: Mit dem rechten Mittelfinger weist sie auf ihre Scham. Die gegensätzliche Darstellung der Frau und des Todes ist eine deutliche Mahnung, dass ein sorgenloses, unkeusches Leben mit Verdammnis bestraft wird.“ [Bode-Museum]. Allerdings, ob keusch oder unkeusch: an der Unausweichlichkeit des Todes ändert das nichts. [FD]

Gegensatz oder Ergänzung?

"Gegensatz oder Ergänzung?", Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba (Kongo), Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Gegensatz oder Ergänzung?“,
Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba (Kongo), Holz,
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Das Luba-Königtum im südöstlichen Kongo war vom Gedanken der geschlechtlichen Dualität geprägt. Traditionell galten Frauen als Botinnen und Beraterinnen der Könige, was ihre Anwesenheit auf Emblemen männlicher Herrschaft – wie diesem Objekt – erklärt. Weiblich und männlich werden hier im Gleichgewicht gezeigt, als zwei Komponenten eines idealen und positiven Ganzen, als Zeichen einer einzigen Herrschaft, die göttlich legitimiert ist.“ [Bode-Museum Berlin]

Monatsarchiv