Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monatsarchive: Mai 2018

Zwei Opern live und im Film – Quadratur des Kreises

Berlin-Premiere des Operndoppels „The Bear/ La voix humaine“
von Axel Ranisch im Theater „KLICK-O-TonArt“ in Berlin-Schöneberg

Heiko Pinkowski (Film) und Stefanie C. Braun (live), Berlin-Premiere "The Bear/ La voix humaine" von Axel Ranisch im Theater "KLICK-O-TonArt", Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Heiko Pinkowski (Film) und Stefanie C. Braun (live), Berlin-Premiere „The Bear/ La voix humaine“
von Axel Ranisch im Theater „KLICK-O-TonArt“, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Seit April 2018 hat das KLICK Kino ein neues Zuhause im Theater O-TonArt in der Kulmer Straße 20a in Schöneberg gefunden. Durch die Zusammenarbeit von Bernd Boßmann (Theater O-TonArt) und Christos Acrivulis (KLICK) ergeben sich völlig neue Perspektiven in Sachen Theater und Filmkunst. Und was würde da besser passen als die gestrige Berlin-Premiere des Operndoppels „The Bear/ La voix humaine“ vom Berliner Regisseur Axel Ranisch. Ranisch hat die Doppeloper „The Bear/ La voix humaine“ für die Bayerische Staatsoper entwickelt.

In den beiden Einaktern geht es um zwei Frauen, die sich in die falschen Männer verliebt haben oder so ähnlich. Wie das in Opern eben ist, versteht man ohne Kenntnis des Inhalts nicht unbedingt alles. Wenn dann die Protogonisten aus dem Film auch noch live im Zuschauerraum singen und agieren, wird die Verwirrung noch größer. Weil aber alles irgendwie zusammen gehört, wunderschön klingt und ein wahres Kunststück ist, werde ich mir die Oper morgen ein zweites Mal ansehen.

Schminkversuch zum Muttertag

Irving Penn: "Mouth (for L'Oreal)", New York, 1986, Ausstellung "Irving Penn – Centennial, der Jahrhundert-Fotograf"  bei C/O Berlin, 2018, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Irving Penn: „Mouth (for L’Oreal)“, New York, 1986,
Ausstellung „Irving Penn – Centennial, der Jahrhundert-Fotograf“
bei C/O Berlin, 2018, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Wenn die Hand in der Natur zur Skulptur wird …

Auf vertrauten Wegen – »Sommer in einer Hand« von Friedhelm Denkeler

Die fünf Künstler der »momenta« im Roxypalast Berlin-Friedenau (5)

Friedhelm Denkeler: "Sommer in einer Hand", Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Friedhelm Denkeler: »Sommer in einer Hand«, Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung “Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen” vor.

Und nun zum Abschluss der Vorstellung der fünf Künstler der »momenta«, ein paar Worte zu Friedhelm Denkelers Arbeit »Sommer in einer Hand«. 1985 fuhr er mit dem Fahrrad die Spuren seiner Kinderzeit und Jugendjahre auf dem Lande in Ost-Westfalen ab. Auch wenn er seit Jahren in der Stadt lebt, spielte in dieser Serie die Natur, so wie er sie auch heute noch in Erinnerung hat, die Hauptrolle. Seine eigene Hand in den Bildern deutet den persönlichen Bezug an, aber auch ein fremder Betrachter kann sich in den Bildern sicherlich wieder finden. Es geht nicht nur um das visuelle Erlebnis auf dem Lande und die Ursprünglichkeit, sondern auch um eine haptische Wahrnehmung der Natur. Die große Rolle der Hand, etwa durch Überstreichen der Oberfläche und Nachfahren der Konturen, bedeutet die sinnliche Erfahrung als Ergänzung zu der visuellen Wahrnehmung. Die Bilder habe ich erst 30 Jahre später entwickelt und ausgewertet. Sie sind in der »momenta« erstmalig öffentlich ausgestellt.

FRIEDHELM DENKELER lebt und arbeitet seit 1968 in Berlin. Neben seiner Technischen Ausbildung an der Beuth-Hochschule Berlin hat er an der Werkstatt für Photographie Kreuzberg und als Privat-Schüler von Michael Schmidt seine Fotografische Ausbildung erhalten. Seit 1978 stellt er freie fotografische Arbeiten in Form von Portfolios und Autorenbüchern her. Seine Arbeiten sind auf der Website www.denkeler-foto.de und auf dem Blog »Journal – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« zu sehen. Denkelers Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen: Rudolf Kicken Galerie, Köln, the ffoto gallery, Cardiff, Wales, Fotogalerie, Oslo, Castelli Graphics, New York, Jones/Troyer Gallery, Washington D.C., Galerie Fotohof, Salzburg, Centre de la photographie, Genf, Berlinische Galerie, Berlin, Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin, Yale University Art Galerie, New Haven und C/O Berlin. Die Serie »Sommer in einer Hand« besteht aus insgesamt 64 Bildern in den Maßen 45 x 30 cm. 25 Bilder aus dieser Serie werden in der Ausstellung gezeigt. www.denkeler-foto.de.

Denkelers Werke sind zur Zeit in Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de. Friedhelm Denkeler ist am 10. Mai 2018 (Feiertag!), 15–20 Uhr und am 12. Mai 2018 (letzter Tag!), 12–17 Uhr, in der Ausstellung anwesend.

Außerdem zeigt Friedhelm Denkeler noch bis zum 4. Juni 2018 seine Arbeit „Second Hand Model“ im Theater O-TonArt in Berlin-Schöneberg.

Die hängenden Bilder der »momenta«

Horst Hinder nimmt die Stadt auseinander und setzt sie neu zusammen

Die fünf Künstler der »momenta« im Roxypalast Berlin-Friedenau (4)

Horst Hinder: "Fotografische Collagen", Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Horst Hinder: „Fotografische Collagen“, Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung “Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen” vor.

Zu Horst Hinders Fotografischen Collagen fällt mir als Erstes der Song von Peter Fox ein „Guten Morgen Berlin, du kannst so schön schrecklich sein“. Hinder nimmt die Stadt fotografisch auseinander und setzt sie Quadrat für Quadrat wieder zu neuen quadratischen Collagen zusammen. Bei der Interpretation der Bilder hilft uns der Bildtitel, zum Beispiel „7 x 7“, auch nicht viel weiter, außer dass man sich ausrechnen kann, aus wie vielen Quadraten ein einzelnes Bild besteht. Die Quadrate sind aber nicht nach dem Zufallsprinzip ausgeordnet, sondern fügen sind nach Strukturen, Themen und Farben zusammen. Ein Gesetz lässt sich daraus nicht erkennen, obwohl jeder zugeben muss, dass das Ergebnis exzellent ist. Der Philosoph Reinhard Knodt spricht hier von „ästhetischen Korrespondenzen“; das Spiel zwischen Notwendigkeit und Möglichkeit sind im Auge des Betrachters vielfältig interpretierbar. Eine Schwebe, die uns in den Bann zieht. www.horst-hinder.de

HORST HINDER. Geboren 1961 in Weidenhausen, Hessen – seit 1985 in Berlin. Nach dem Abitur Ausbildung zum Korbmachergesellen und Ausübung des Handwerks. Von 1989-94 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin mit dem Abschluss als Diplom-Kommunikationswirt. Seit 1993 selbständig und freischaffend als Grafiker und Fotograf tätig.

Hinders Werke sind zur Zeit in Berlin-Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.

Wenn die Fische Trauer tragen …

Die gemalten, eigenwilligen »Stadtlandschaften« des Thomas Boenisch

Die fünf Künstler der »momenta« im Roxypalast Berlin-Friedenau (3)

Thomas Boenisch mit »Stadtlandschaften« (Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau 2018), Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Thomas Boenisch mit »Stadtlandschaften« (Ausstellung »momenta« im Roxy-Palast Berlin-Friedenau 2018)
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung “Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen” vor.

Die Stadtlandschaften von Thomas Boenisch bezeichnet er selbst als „eigenwillig“. Sie sind als malerisches Reisetagebuch zu den südeuropäischen Städten wie Venedig, Neapel, Lissabon oder Pamplona zu sehen. Seine Städte sieht er wie einen Stadtplan von oben; Ausgangspunkt der Gemälde sind stets maßstabsgetreue Kartographien. Wie beim Reisen üblich entdeckt er dabei Neues. Dass Venedig, wenn man auf eine Landkarte schaut, die Form eines Fisches hat, haben sicherlich schon einige entdeckt, aber auch in den anderen Städten hat Boenisch Formen, wie zum Beispiel Schmetterlinge, entdeckt und macht sie uns in seinen farbenprächtigen Bildern sichtbar.

THOMAS BOENISCH. Geboren in Berlin. Ausbildung zum Werbegestalter, Plakatmaler, Siebdrucker und Grafiker. In den 60er Jahren Gruppen- und Einzelausstellungen in Berliner Cafés und Galerien mit experimentellen Popart-Plakaten und Objekten. In den 70er Jahren stärkere Hinwendung zu politischen Sujets und realistischer Malweise. Die Werke aus dieser Schaffensphase wurden bis in die 90er Jahre regelmäßig auf der Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) gezeigt und waren bei diversen Gruppenausstellungen in Berliner Galerien zu sehen. Seit Ende der 1990er Jahre Interesse an urbanen Strukturen und deren verborgenem, fantastischem Innenleben. Seit 2010 mehrfach Einzelausstellungen der »Stadtlandschaften« in öffentlichen Räumen. www.thomasboenisch.de.

Boenischs Werke sind zur Zeit in Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.

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