Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monats-Archive: Februar 2018

Vostells Décollage-Happening-Raum

Wolf Vostell: "Elektronischer dé-coll/age Happening Raum E. d. H. R." (Ausschnitt), 1968-1982, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Wolf Vostell: “Elektronischer dé-coll/age Happening Raum E. d. H. R.” (Ausschnitt), 1968-1982,
Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Die auch in den Raum erweiterte “Décollage” wurde für Wolfs Vostell als Ausdruck eines “abgelösten, zerrissenen” Zeitalters zum umfassenden Schaffensprinzip. Der Künstler gehörte zu den Wegbereitern von Environment, Happening und Fluxus in Deutschland. In diesem Environment, das Vostell während des Vietnamkrieges schuf und das ursprünglich begehbar war, werden Krieg und Zerstörung, Medien, Konsum und Alltag durch Glasscherben, Fernseher, Alltags- Freizeit- und Kriegsobjekte und eine Bombe kontrastiert und verknüpft.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft "moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume", Hamburger Bahnhof Berlin, 2017]

Eine Straßenbahnhaltestelle

Joseph Beuys: "Straßenbahnhaltestelle. A Monument to the Future" (2. Fassung 197699; Hamburger Bahnhof Sammlung Marx), Foto © Friedhelm Denkeler2017

Joseph Beuys: “Straßenbahnhaltestelle. A Monument to the Future”
(2. Fassung 1976; Hamburger Bahnhof Sammlung Marx),
Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Es werde Licht!

"Es werde Licht!" (Licht-Skulptur im Europa-Center, Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2018

“Es werde Licht!” (Licht-Skulptur im Europa-Center, Berlin)
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Urs Fischers Boffer Bix Kabinett

Denn hinderlich wie überall ist hier der eigene Todesfall

Urs Fischer: "Boffer Bix Kabinett", 1998, Hamburger Bahnhof, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Urs Fischer: “Boffer Bix Kabinett”, 1998, Hamburger Bahnhof, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Urs Fischers Rauminstallation “Boffer Bix Kabinet”, hier ergänzt durch mehrere gerahmte Gouachen auf Papier, evoziert ein dunkles Wohnzimmer. Die Schatten der Möbel an der Wand entstammen entgegen der ersten Erwartung nicht primär dem Licht der Scheinwerfer, sondern entpuppen sich als “blutige” Malerei aus roter Marmelade. Die dunklen Möbelskulpturen sind gänzlich beschriftet. Ironisch-humorvolle Satzfragmente wie “Denn hinderlich wie überall ist hier der eigene Todesfall” verorten dieses “Interieur” in der klassischen Gattung des (Vanitas-) Stilllebens.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft "moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume", Hamburger Bahnhof Berlin, 1917]

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