Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monats-Archive: Juli 2017

Eva

Carl Schulz(?): "Adam und Eva" 1825/62, Kopien nach dem Genter Altar, um 1432 (Ausstellung "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia" Hamburger Bahnhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Carl Schulz(?): “Adam und Eva” 1825/62, Kopien nach dem Genter Altar, um 1432 (Ausstellung “Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia”, Hamburger Bahnhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Jan und Hubert van Eycks um 1432 entstandene Verehrung des Lammes Gottes, besser bekannt als Genter Altar, gilt als einer der Höhepunkte der nördlichen Renaissance. Das in der St.-Bravo-Kathedrale zu Gent befindliche Werk erzählt auf acht Tafeln die Geschichte des christlichen Glaubens. Im oberen Teil wird mit Adam und Eva die Idee der Erbsünde eingeführt, darunter werden Verehrung und Erlösung dargestellt: Propheten, Apostel und Märtyrer versammeln sich mit anderen um das Lamm Gottes.

[Gemäldegalerie Staatliche Museen Berlin, Text: Ausstellungsheft "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia", Hamburger Bahnhof Berlin, in der Ausstellung ist je ein Gemälde von Eva und Adam zu sehen]

Camouflage

"Camouflage" (Stadtverschönerung in Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

“Camouflage” (Stadtverschönerung in Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Rosemaries Gewohnheitstier

Rosemarie Trockel: "Gewohnheitstier 3", 1990, (Ausstellung "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia", Hamburger Bahnhof Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Rosemarie Trockel: “Gewohnheitstier 3″, 1990, (Ausstellung “Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia”,
Hamburger Bahnhof Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Rosemarie Trockel hat ein Auge für das Gewöhnliche, für Dinge wie Wolle und Herdplatten. Dieses Interesse am Alltäglichen gilt auch Tieren oder Getier, zum Beispiel Motten, für die sie einmal ein Kaschmirhaus entwarf. Trockels Kunst zeigt gern die ambivalente Beziehung zwischen Tier und Mensch. Für ihre Serie Gewohnheitstiere fertigte sie Bronzeabgüsse verschiedener Tier wie Reh oder Hund. Unter einem “Gewohnheitstier” versteht man üblicherweise eine Person mit unumstößlichen Gewohnheiten, ein Charakterzug, der gewöhnlich Tieren nachgesagt wird.

[Nationalgalerie, Staatliche Museen Berlin, Text: Ausstellungsheft "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia", Hamburger Bahnhof Berlin]

Ein Geldstein von den Yap-Inseln

Geldstein", Yap-Inseln/Karolinen, (Ausstellung "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia", Hamburger Bahnhof Berlin) Foto © Friedhelm Denkeler 2016

“Geldstein”, Yap-Inseln/Karolinen, (Ausstellung “Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia”, Hamburger Bahnhof Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Rai oder Steingeld ist ein Zahlungsmittel der zu Mikronesien gehörigen Yap-Inseln. Die Durchmesser der Steinscheiben variieren von wenigen Zentimetern bis zu über vier Metern. Der Wert eines Rai-Steins beruht aber nicht nur auf Größe und Gewicht, sondern auch auf seiner Material- und Fertigungsqualität sowie seiner Geschichte. Ende des 19. Jahrhunderts kurbelten deutsche Kolonialherren mithilfe des Steingelds die Produktion von Kopra (getrocknetem Kokosnussfleisch) an. Es gelang ihnen, einige Häuptlinge – und mit Ihnen deren Dörfer – zu Schuldnern zu machen. Die Schulden wurden in Form von Kopra zurückgezahlt.

[Ethnologisches Museum, Staatliche Museen Berlin, Text: Ausstellungsheft "Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia", Hamburger Bahnhof Berlin]

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