Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

SAVAGES – SUVAGES – SUVKEES – FUVKERS

Berlinale die Erste: „The Dinner“ von Oren Moverman mit Richard Gere

„In The Dinner geht es um ein Abendessen, das den Blick auf das poröse Innenleben einer US-Familie freilegt. Zwei Brüder treffen sich mit ihren Frauen (Laura Linney, Rebecca Hall) im Luxusrestaurant zur Aussprache. Der eine, Paul (Steve Coogan), ist Geschichtslehrer; der andere, Stan (Richard Gere), ein Politiker, der als Gouverneur kandidiert. Der Film will die Protagonisten ihrer moralischen Defizite überführen: Sei es in Rückblenden, die szenenhaft Ursachen für Misstrauen und Wut umreißen, sei es über das Verbrechen zweier Söhne, das aus dem Hintergrund langsam ins Zentrum des Films rückt.“ [Der Standard]. The Dinner liefert gut gemachte Film-Hausmannskost.

"Jehnny Beth, Savages" (Ausschnitt aus dem Video "Fuckers"), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

„Jehnny Beth, Savages“ (Ausschnitt aus dem Video „Fuckers“), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Eine Neuentdeckung ist für mich die tolle Musik einer britischen Frauen-Band aus London. Man kann die Musik von Jehnny Beth (Sängerin; eigentlicher Name Camille Berthomier), Gemma Thompson (Gitarre), Ayse Hassan (Bass) und Fay Milton (Schlagzeug) als Post-Punk bezeichnen. Im Abspann des Films „The Dinner“ lief der Song „Fuckers“ von „Savages“. Er stammt von ihrer 2014 erschienen gleichnamigen Maxi-Single. Das Stück dauert 10 Minuten.

Savages: „Fuckers“ (2014)

So ein geniales Stück von rebellischen Frauen habe ich lange nicht gehört. Es muss unbedingt in einer größeren Lautstärke gehört werden, denn das Stück beginnt sehr leise mit dem fast flüsternden Gesang von Jehnny Beth und steigert sich immer mehr in eine, entsprechend des Bandnamens, große Wildheit.

Die Art von Crescendo finden wir in vielen bekannten Rockballaden: bei Jim Morrison (The Doors) mit „The End“, Deep Purple mit „Child in Time“ oder Led Zeppelin mit „Stairway to Heaven“. Sie weisen alle ein Länge von ca. zehn Minuten auf oder sogar, wie bei Iron Butterfly mit „In-A-Gadda-Da-Vida“ über 17 Minuten. Als klassisches Vorbild sei der „Boléro“ von Maurice Ravel, der auch um die zehn Minuten dauert, genannt.

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