Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monats-Archive: April 2015

… und es ward Licht!

Stadtverschönerung in der Bülowstraße
Kurar: “And The Light is Shining”

KuRAR: "And The Light is Shining" (Bülowstraße).  Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Kurar: “And The Light is Shining” (Bülowstraße).
Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Das Bild stammt von dem französischen Street-Art-Künstler Kurar, der Teil der internationalen Street-Art-Bewegung ist. Natrürlich sind seine Werke auf Leinwand und Papier inzwischen auch in Galerien erhältlich, in Berlin bei bei der Galerie Kellermann. Grundlage seiner Bilder sind Sprühschablonen (“Stencils”), allein dadurch ist jedes Werk ein Unikat, zusätzlich wird mit unterschiedlichen Farben und Hintergründen gearbeitet.

Ein Korkmännchen an der Bülowstraße

Stadtverschönerung mit Street-Yogi

Spaziert man durch Berlin und lässt den Blick an der Straßenecke noch oben schweifen, sieht man vermehrt kleine Strichmännchen auf den Straßenschildern. Mittlerweile sollen es angeblich an die 1000 sein. Sie bestehen aus zwei Flaschenkorken und einem Schaschlik-Spieß. Der Körper dieser Minis besteht dabei aus einem ganzen Korken; für die Arme, Beine und den Kopf wurde der zweite Korken dann in fünf Teile geteilt. Diese unterschiedlich bemalten Mini-Skulpturen stammen vom Yoga-Trainer Josef Foos, der sich das Little People-Projekt des Londoner Streetart-Künstlers Slinkachu zum Vorbild genommen hat. Ein angenehmer Werbegag, denn die Korkmännchen machen gute Laune, sind dezent und materialbedingt leider auch vergänglich.

"Ein Korkmännchen an der Bülowstraße", Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“Ein Korkmännchen an der Bülowstraße”, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Wer war das?

"Wer war das?", Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“Wer war das?”, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Erst wird der Nord-Süd-Tunnel  der S-Bahn gesperrt, jetzt  hat ein Handwerker auch noch die Rolltreppe auf dem Bahnhof Friedrichsstraße außer Gefecht gesetzt.

Wird ein Künstler erst nach seinem Tode berühmt?

Vivian Maier: “Street Photographer” im Willy-Brandt-Haus
(nur noch bis 12. April 2015)

Künstler haben es zu Lebzeiten oft schwer, sie werden nicht wahr genommen und nicht anerkannt, denn in der Regel sind sie keine Marketing-Genies. Sie beschäftigen sich mit ihrer Kunst, aber diese muss natürlich an die Öffentlichkeit, damit sie anerkannt wird. Der Begriff „brotlose Kunst“ kommt nicht von ungefähr; Leben und Arbeiten unter prekären Bedingungen lassen sie oft als gesellschaftliche Außenseiter erscheinen. Wenn Bescheidenheit hinzu kommt und das Werk nicht „Mainstream“ ist, wird es ganz schwierig.

Damit ein Betrachter die Werke des Künstlers qualitätsmäßig beurteilen kann, ist oft ein gewisser Abstand nötig. Hinzu kommt, dass, insbesondere bei Photographien, durch die Zeit die Werke neben der Qualität eine “Patina” erhalten, bedingt durch die “äußere” Technik, aber speziell das Aussehen und Verhalten der damals Abgebildeten. Meist erkennt man das Besondere erst mehrere Generationen später. Dass ein Künstler erst nach seinem Tod berühmt wird, passiert immer wieder. Er sollte sich aber nicht auf postume Ehrung verlassen. Eine große Ausnahme ist ganz aktuell die Fotografin Vivian Maier.

"Ausstellung 'Vivian Maier: Street Photographer' im Willy-Brand-Haus", Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“Ausstellung ‘Vivian Maier: Street Photographer’ im Willy-Brand-Haus”, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Vivian Maier (*1926, † 2009) arbeitete Jahrzehnte lang als Kindermädchen in Chicago und New York. Scheinbar war aber ihre wirkliche Passion die Photographie, ansonsten lebte sie sehr zurückgezogen. Sie soll in ihrem Leben geschätzte 150.000 Aufnahmen, hauptsächlich vom Straßenleben gemacht haben. Ihre Photos hat sie zu Lebzeiten kaum jemandem gezeigt. Im Nachlass fanden sich zudem noch einige tausend unentwickelte Filme. Allein die Geschichte ihres Nachlasses ist eine eigene Geschichte wert.

John Maloof entdeckte die Arbeiten bei einer Zwangsversteigerung, denn Maier konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen. Die Geschichte der Suche nach der Person hinter dem Kindermädchen, der Fotografin, hat er im Dokumentarfilm Finding Vivian Maier in Szene gesetzt. Maier fing mit einer zweiäugigen Rolleiflex das urbane Leben auf den Straßen von Chicago und New York ein. Dabei entstanden Straßenszenen und eindringliche Porträts aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Selbstporträts sind in ihrem Fundus zu finden; Maier fotografierte immer wieder ihr Spiegelbild in den Schaufenstern.

Zurzeit tobt ein großer Kampf um die Bildrechte, denn auf einmal fanden sich doch noch entfernte Verwandte. Ein ungutes Gefühl beschleicht einen nun schon, ob der Vermarktung ihres Nachlasses mit all den Fotografien, den daraufhin entstandenen Büchern, Filmen und Ausstellungen. Ein bisschen davon hätte Vivian Maier zu Lebzeiten verdient. Aber so ist das Leben, so ist der Kunstmarkt.

Fotos von Vivian Maier, Website Vivian Maier

Wir sehen nur das, was wir sehen wollen

“Blow Up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie”
bei C|O Berlin (nur noch bis 8. April 2015)

Antonionis Film endet, wie sonst Krimis anfangen, weil er diese Beunruhigung mitteilen möchte, weil hinter der Frage, ob auf den Photos nun ein Mord zu sehen war oder ob Thomas nur geträumt hat, die wichtigere Frage wartet, ob dies nicht vielleicht gleichgültig ist. Diese Frage wird von Antonioni beantwortet, denn nicht eine geheimnisvolle Mordgeschichte ist das Sujet seines Filmes, sondern Thomas und seine Arbeit [DIE ZEIT]

Wenn man 1968 vom Land in die Stadt kommt, gibt es erst mal einen großen Nachholbedarf an sehenswerten Filmen. Deshalb beginnt meine Auswahl der gesehenen Filme der ersten “Westberliner Jahre” bereits 1966. Aus meinen Tagebuchnotizen 1968 bis 1972 habe ich 14 Filme herausgefiltert, die auch heute noch alle Bestand haben. Die Filme liefen damals nicht im “Kino im Märkischen Viertel” (das gibt es schon lange nicht mehr; siehe mein Foto von 1968), sondern in den Berliner Programm-Kinos, wie Lupe 1 und 2, Filmkunst 66, Arsenal, Kant-Kino, Delphi, Kurbel, Filmbühne am Steinplatz, Schlüter-Kino, um nur einige rund um den Kurfürstendamm zu nennen. Das Schlüter-Kino von Bruno Dunst war eines der ältesten Programmkinos Deutschlands und musste 1996 leider schließen.

"Kino im Märkischen Viertel", Foto © Friedhelm Denkeler 1968

“Kino im Märkischen Viertel”, Foto © Friedhelm Denkeler 1968

  • “Blow Up” von Michelangelo Antonioni (1966) mit David Hemmings, Vanessa Redgrave, Jane Birkin, Veruschka Gräfin von Lehndorff und der Musik von Herbie Hancock, The Yardbirds
  • “The Wild Angels” von Roger Corman (1966) mit Peter Fonda, Nancy Sinatra, Bruce Dern und den Songs von Davie Allen and The Arrows
  • “Belle de Jour” von Luis Buñuel (1967) mit Catharine Deneuve, Michel Piccoli
  • “Bonnie und Clyde” von Arthur Penn (1967) mit Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman
  • “Die Reifeprüfung” von Mike Nichols (1968) mit Anne Bancroft, Dustin Hoffman, Katharine Ross mit dem von Simon & Garfunkel eingespielten Soundtrack.
  • “Rosemary’s Baby” von Roman Polański (1968) mit Mia Farrow, John Cassavetes
  • “Easy Rider” von Dennis Hopper (1969) mit Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson und der Musik von Steppenwolf, The Byrds, The Band, The Jimi Hendrix Experience, u.a.
  • “Spiel mir das Lied vom Tod” von Sergio Leone (1969) mit Henry Fonda, Claudia Cardinale, Charles Bronson, Jason Robards und der Musik von Ennio Morricone
  • “Zabriskie Point” von Michelangelo Antonioni (1970) mit der Musik von Pink Floyd, Patti Page, Grateful Dead, Rolling Stones, u.a.
  • “Decameron” von Pier Paolo Pasolini (1970) mit Franco Citti, Ninetto Davoli und der Musik von Ennio Morricone
  • “The Last Picture Show” von Peter Bogdanovich (1971) mit Jeff Bridges und der Musik von Hank Williams
  • “A Clockwork Orange” von Stanley Kubrick (1971) mit Malcolm McDowell, Patrick Magee
  • “Aguirre, der Zorn Gottes” von Werner Herzog (1972) mit Klaus Kinski
  • “Der diskrete Charme der Bourgeoisie” von Luis Buñuel (1972) mit Fernando Rey, Delphine Seyrig, Stéphane Audran, Jean-Pierre Cassel, Bulle Ogier.
"Filmplakat Blow Up", Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“Filmplakat Blow Up”, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Zum Film “Blow-Up”

Auf dem Höhepunkt der Swinging Sixties bewegt sich der Mode- und Sozialfotograf Thomas (David Hemmings) in London durch die Popkultur der 1960er Jahre. Er gerät auf seinen Streifzügen in ein Konzert der Yardbirds mit Jeff Beck und Jimmy Page, dem späteren Gründer von Led Zeppelin. Während die Band den Titel “Stroll On” spielt, zertrümmert Jeff Beck seine Gitarre und wirft die Einzelteile in das tosende Publikum. Ausgerechnet Thomas, der mit der Trophäe nichts anfangen kann, ergattert sie und wirft sie später weg.

The Yardbirds: “Stroll On”, Audio-Version

Ursprünglich hatte Antonioni The Who für diese Szene vorgesehen; die lehnten den kurzen Auftritt aber ab. So ließ er die Yardbirds einfach The Who imitieren, einschließlich der Zerstörung von Verstärkern und Gitarren.

Eigentlich besteht Blow Up aus einzelnen Episoden. Für eine Recherche verbringt der Protagonist eine Nacht im Obdachlosenasyl. Später zeigt er die Porträts einem Verleger. Die Fotos, die wir im Film sehen, sind aber in Wirklichkeit von Don McCullin aufgenommen worden. In der Ausstellung von C/O sind sie im Original zusehen.

Auch die bildende Kunst der 1960er Jahre in Großbritannien zeigt Antonioni in einer Episode. Thomas besucht seinen Nachbarn, den Maler Bill. Sie diskutieren über seine abstrakte Kunst. Das interessiert natürlich Thomas, denn seine (zu stark) vergrößerten Prints sind gleichermaßen abstrakt. Die Filmfigur Bill basiert auf dem britischen Künstler Ian Stephenson, dessen Gemälde die Ausstellung ebenfalls zeigt.

London war in den 1960er Jahren das Zentrum der Modefotografie mit drei bekannten Modefotografen, Black Trinity genannt, David Bailey (der als Vorbild für den Protagonisten dient), Terence Donovan und Brian Duffy. Diese nahmen ihre Models an ungewöhnlichen Orten außerhalb des Studios auf. Die dabei entstandene dynamische Bildsprache war hauptsächlich mit Kleinbildkameras zu realisieren und der Reportage-Fotografie entlehnt.

Natürlich sehen wir Thomas auch bei der Arbeit mit den Models, wie Veruschka von Lehndorff, Jill Kennington und Peggy Moffitt, in seinem Studio. Dabei verwandelt er die Fotosession mit Veruschka in einen quasi-sexuellen Akt. Der Standfotograf Arthur Evans hielt die in Blow Up mitwirkenden Models darüber hinaus in eigenständigen, ebenfalls in der Ausstellung zu sehenden, Modefotos fest.

Von den Studioaufnahmen und den Models ist Thomas gelangweilt, so zieht er, bewaffnet mit seiner NIKON F in der Abenddämmerung durch den Maryon Park und macht heimlich Aufnahmen von einem Liebespaar (Vanessa Reggrave). Beim Vergrößern der Fotos entdeckt er am Rand des Bildes einen Mann, der eine Pistole mit Schalldämpfer hält. Auf einem weiteren Foto, scheint er einen reglosen Mann zu sehen. Hat Thomas einen vermeintlichen Mord versehentlich aufgenommen? Also geht er mitten in der Nacht in den Park zurück und findet tatsächlich eine Leiche. Natürlich ist die Leiche am nächsten Morgen verschwunden. Er untersucht nun akribisch das entsprechende Foto und vergrößert es immer weiter bis die vermeintliche Leiche sich in der Körnung des Films auflöst. Ist das Verbrechen vielleicht pure Einbildung? Die Aufnahmen stammen in Wirklichkeit von McCullin und sind gleichfalls im Original zu sehen.

C/O stellt weitere unterschiedliche künstlerische Strömungen der 1960er Jahre in der Ausstellung vor und beleuchtet die Wechselwirkung von Film, Kunst und Gesellschaft mit Werken von David Bailey, Ron Galella, Terence Donovan, Richard Hamilton, John Hilliard, Hiroshi Sugimoto, Don McCullin, Cecil Beaton, Ian Stephenson, John Stezaker, Arthur Ewans, Alicja Kwade u.a.

Zum Ende des Films geht Antonioni noch einen Schritt weiter in Richtung Abstraktion: Er zeigt Pantomimen bei einem imaginären Tennisspiel, wobei Schläger und Ball, die Grundlagen des Spiels, gleich ganz abwesend sind. Mit einem realen Tennispiel hat die Filmzeit 24 Stunden vorher begonnen. Man kann Blow Up heute auf mehrere Arten rezipieren, einmal als Avantgarde, als Statement über die Wirkung von Bildern und deren Betrachtung und als Zeitdokument der 1960er Jahre. Kurz gesagt, ein inzwischen klassisches Meisterwerk.

In Inszenierung, Fotografie und Darstellung hervorragender Film von Antonioni, der die Faszination des Bildes als Abbild tatsächlicher oder vermeintlicher Wirklichkeit und die Möglichkeiten der Manipulation aufzuzeigen versucht und zugleich ein Porträt der Beat Generation zeichnet [Lexikon des internationalen Films]

Die Weiterentwicklung der Porträtfotografie

“Inszenierte Bildnisse” von Amin El Dib in der Kommunalen Galerie.
Der Betrachter muss das Geheimnis der Bilder selbst entschlüsseln.

Heutzutage verstehen wir unter einem Porträt alles Mögliche: Porträt einer Stadt, eines Landes, einer Gruppe von Menschen und dies alles als gemaltes, fotografisches, literarisches oder auch gefilmtes Porträt. Aber zuerst kommt einem das fotografische Porträt in den Sinn, das es von Anfang an in der fast 200-jährigen Geschichte der Fotografie gegeben hat – von William Henry Fox Talbot (1840), über Alfred Stieglitz (1915), August Sander (1930), Richard Avedon (1965), Diane Arbus (1965), Ralph Gibson (1975) bis Helmut Newton (1990), um willkürlich nur sieben Fotografen zu nennen.

Amin El Dibs Bilder sind in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren (1988-2003) in Berlin entstanden und wahrscheinlich in dieser Form auch nur in Berlin möglich gewesen. Und vor allen Dingen auch nur in Berlin auszustellen, denn wie der Künstler bei der Vernissage am letzten Sonntag betonte, sind die Bilder bei anderen Institutionen in anderen Gegenden nicht so gut angekommen. In Berlin wurde die Serie mit den 43 Porträts dagegen mit Hochachtung aufgenommen.

Mehr als zehn Jahre nach ihrer Entstehung sind die Bilder in dieser Zusammenstellung nun erstmalig in Berlin zu sehen. Damit ein Künstler seine eigene Arbeit qualitätsmäßig beurteilen kann, ist oft ein gewisser Abstand nötig. Hinzu kommt, dass, insbesondere bei Photographien, durch die Zeit die Werke neben der Qualität eine “Patina” erhalten, bedingt durch die “äußere” Technik, aber speziell bei Porträts durch das Aussehen und Verhalten der damals Abgebildeten. Beides trifft auf El Dibs Arbeiten besonders zu. Meist erkennt man das Besondere erst ein oder zwei Generationen später.

"Amin El Dib in der Kommunalen Galerie Berlin in Wilmersdorf", Foto © Friedhelm Denkeler 2015

“Amin El Dib in der Kommunalen Galerie Berlin in Wilmersdorf”, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Natürlich könnte man aus den “Inszenierten Bildnissen” einige mehr oder weniger klassische Porträts heraussuchen, auch Aufnahmen von halb verdeckten (und auch nackten) Menschen haben wir schon oft gesehen, aber diese Serie zeigt in ihrer Ganzheit eindeutig die Handschrift des Künstlers. Erst die Gesamtheit und die Gegenüberstellung, so wie die Porträts in der Ausstellung zu sehen sind, zeigt ein besonderes Berlin-Bild; ein Bild, das Nähe und Intimität erzeugt, auch über die ausgewählten Personen hinaus.

Die abgebildeten Personen, Frauen und Männer, Junge und Alte, Verletzte und Tätowierte , Paare, Mutter und Kind, kennt nur der Künstler allein, aber der Betrachter erkennt ihre Verletzlichkeit, ihren Stolz und ihre Trauer. Im Endeffekt muss der Betrachter das Geheimnis der Bilder selbst entschlüsseln bzw. er muss es spüren. Da die Bilder keine erklärenden Titel aufweisen, braucht es dazu mehr als flüchtiges Hinsehen. Amin El Dib hat seine eigene Bildsprache gefunden, deshalb kann die Werkreihe auch als eine Weiterentwicklung der Porträtfotografie angesehen werden.

Der 1961 in Kairo geborene, ab 1966 zuerst in Duisburg, seit 1983 in Berlin und inzwischen (seit 2003), in der Nähe von Basel lebende und arbeitende Amin El Dib ist mit seinen Werken in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten. Seine Photographien waren in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Die Ausstellung in Berlin läuft noch bis zum 24. Mai 2015 in der Kommunalen Galerie Berlin in Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 176. Passend zur Ausstellung ist das Buch “Amin El Dib, Autonome Bilder” bei Peperoni Books, 2011, erschienen. Die Website von Amin El Dib gibt einen sehr guten Überblick über seine bisherigen Arbeiten.

An dieser Stelle soll einmal die Arbeit der Kommunalen Galerien in Berlin hoch gelobt werden (man denke nur an die zehn Ausstellungen in sieben Bezirken von Karl-Ludwig Lange im Monat der Fotografie 2014). Dies trifft auch auf die aktuelle Fotoausstellung in der Kommunalen Galerie unter Leitung von Elke von der Lieth in Wilmersdorf zu. Die Galerie im ersten Stock ist vorzüglich für (Foto)-Ausstellungen geeignet und die Werke sind vorbildlich gehängt worden. Ein Ausstellungsbesuch ist unbedingt zu empfehlen.