Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Die Stimmnägel von Plettenberg

Im Jahr 2014 habe ich mein Portfolio „Köbbinghauser Hammer“ abgeschlossen. Die gesamte Serie mit 186 Photographien von Gewerbegebieten, Fabrikationsgebäuden und deren Einbettung in die Berg-, Hang- und Wald-Landschaften des südlichen Westfalens sind in den Jahren 2008 bis 2014, hauptsächlich im Landschaftsgebiet Sauerland, entstanden (siehe ausführlicher mein Artikel „Wenn man vor lauter Bäumen, die Fabrik nicht mehr sieht“ und eine Auswahl von 30 Photographien auf meiner Website „Lichtbilder„). Mit der Photographie der Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH in Plettenberg begann im Jahr 2008 meine Serie „Köbbinghauser Hammer“.

"Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH mit der Schutzmarke 'Biene'", aus der Serie "Köbbinghauser Hammer",  Foto © Friedhelm Denkeler 2008

„Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH'“, aus der Serie „Köbbinghauser Hammer“,
Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Die Firma W. Wagner jr. GmbH ist ein Beispiel für eine größere Industrieansiedlung innerhalb der Stadtgrenzen von Plettenberg. Zum Zeitpunkt meiner Aufnahme im Jahr 2008, stand allerdings nur noch das Büro- und Verwaltungsgebäude des Unternehmens. Die eigentlichen Fertigungshallen mussten 1995 zu Gunsten des Baus von Wohn- und Seniorenhäusern weichen. Und zum Abschluss meiner Serie im Jahr 2014 war nur noch eine Baugrube vorhanden, das schöne Ensemble musste Platz für weiteren Wohnungsbau machen.

Das Unternehmen wurde 1853 in Plettenberg gegründet und begann mit der handwerklichen Fertigung von Stimmnägeln und Stiften für die Klavierindustrie zunächst am Kirchplatz und bedingt durch die Umstellung auf die industrielle Fertigung zog das Unternehmen später in das größere Areal an der Kaiserstraße. Neben der Wasserkraft durch die Else als Energiequelle, wurde eine Dampfmaschine angeschafft. Die Stimmnägel unter dem Markennamen „Biene“ (der auf meinem Bild immer noch vorhanden war) wurden in der ganzen Welt gerne gekauft. Seit 1930 wurden auch Holzschrauben gefertigt und in den 1950er Jahren wurde der Betrieb durch eine weitere Halle für die Blechschraubenproduktion erweitert.

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