Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Ein Kind der Zeit wartet auf die Querschläger

Child in Time – Einer der besten Songs der Rockgeschichte

Sweet child in time, you’ll see the line/ Line that’s drawn between good and bad/ See the blind man shooting at the world/ Bullets flying, ooh taking toll/ If you’ve been bad – Oh Lord I bet you have/ And you’ve not been hit oh by flying lead/ You’d better close your eyes, aahaouho bow your head/ Wait for the ricochet

"Deep Purple in Rock", Foto © Friedhelm Denkeler 2014

„Deep Purple in Rock“, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Einer der schönsten Songs der Rockgeschichte aus dem Jahr 1970 ist „Child in Time“ von Deep Purple mit Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Jon Lord. Die Musiker verstehen es, mit der Kraft der Musik und dem Gesang die Zuhörer zu faszinieren. Der Sinn des Liedes ist allerdings schwer nachzuvollziehen: Es geht um die Grenze zwischen Gut und Böse, um den Baum der Erkenntnis und um Mord, bei dem selbst wegducken sinnlos ist, denn es folgen noch die Querschläger. Einige Erklärungsversuche hingegen versuchen sich an der „Erbsünde“ und das sie wohl nicht zu besiegen sei; gleichzeitig ist es aber auch ein Anti-Kriegs-Song. Wie auch immer: Musikalisch gesehen, ist es ein Meisterwerk.

Deep Purple: „Child in Time“  [Ersatzlink Audio-Video]

Das Stück beginnt mit einer leisen Einleitung auf der Hammond-Orgel. Nach und nach setzt der Gesang ein, zusammen mit dem Bass wird er immer lauter und zum Schluss des Intros gibt es eine Reihe von hilferufähnlichen Schreien, die in rein ekstatischen Schreien enden. Nach einem Drittel des Songs beginnt ein dreiminütiges Solo von Gitarre und Orgel, dabei wird das Tempo laufend gesteigert, bis es abrupt abbricht. Und es beginnt wieder mit der Orgel-Einleitung des Intros. Das Ganze über zehn Minuten!

Damit gehört „Child in Time“ zusammen mit Led Zeppelins „Stairway To Heaven“ und Black Sabbaths „Paranoid“ zu den bekanntesten Hardrock-Hymnen. „Die drei Bands gelten als Gründer des Genres und kommen oft im gleichen Satz vor. Von vergleichsweise härteren Tönen abgesehen, haben Deep Purple jedoch wenig mit den anderen zwei gemeinsam. Einerseits, weil ihre Musik eher in der Klassik als im Blues wurzelt, andererseits, weil die Orgel wesentlicher Bestandteil ihrer Stücke ist.“ [Laut.de].

Insbesondere wurde Deep Purple durch ihre perfekten Live-Auftritte bekannt. In diesem Zusammenhang ist das 1972er Album „Deep Purple – Live in Japan“ zu erwähnen: mit harten Klängen und bisher in der Rockmusik nicht üblichen Tonleitern. Die Verbindung von Rock und Klassik zeigte sich auch an ihrem Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra: Livealbum „Concerto for Group and Orchestra“, 1969 und dem Studioalbum „Deep Purple in Rock“, 1970. Alle drei LPs enthalten den zehnminütigen Song „Child in Time“. Einer meiner All-Time-Favoriten.

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