Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Nur noch bis zum Sonntag, den 13. Juli 2014, ist „Evidence“ die große Retrospektive von Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Der Künstler selber hat die Ausstellung bisher nicht besuchen können, die chinesischen Behörden verweigern ihm nach wie vor die Ausreise. Seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis am 22. Juni 2011 erhält er seinen Reisepass nicht zurück. Auch Merkel konnte bei ihrem Besuch in China scheinbar nichts ausrichten (wenn sie es denn überhaupt angesprochen hat).

"Ai Weiweis Fahrrad vor dem Martin-Gropius-Bau", Foto © Friedhelm Denkeler 2014
„Ai Weiweis Fahrrad vor dem Martin-Gropius-Bau“, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Seit November 2013 steht vor Ai Weiweis Studio in Peking ein Fahrrad. Jeden Morgen legt der Künstler einen Strauß frische Blumen in den Korb des Rades – so lange bis er seinen Reisepass zurückbekommt. Das Fahrrad vor dem Martin-Gropius-Bau ist ein Zeichen der Solidarität; solange Ai Weiwei daran gehindert wird, seine eigene Ausstellung zu besuchen.

Siehe auch die Artikel „Freiheit für Ai Weiwei“ vom 13.06.2011, „Für die sofortige Freilassung von Ai Weiwei – China setzt ein weiteres Zeichen gegen die Meinungsfreiheit“ vom 09.04.2011 und „So geht Widerstand„, Artikel auf ZEIT ONLINE vom 20.03.2014.