Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monats-Archive: Juni 2014

Das Krokodil im Freiburger Bächle

"Das Krokodil im Freiburger Bächle", Foto © Friedhelm Denkeler 2014

“Das Krokodil im Freiburger Bächle”, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Durch die Obere Altstadt fließt in Freiburg der Gewerbebach. Und er weist eine Besonderheit auf, die scheinbar noch nicht einmal alle Einheimischen kennen. Erst ein ehemaliger Berliner führte uns an die richtige Stelle in der Gerberau, denn im Bach treibt ein steinernes Krokodil sein Unwesen. Das Werk hat der Künstler Ole Meinecke geschaffen.

Der Gewerbebach wurde schon vor der Stadtgründung von Freiburg angelegt; der Kanal diente der Wiesenbewässerung und mit ihm wurden seit dem Mittelalter Mühlen angetrieben. Heute speist er die kleinen Bächle, die überall neben den Bürgersteigen fließen. Den Touristen erzählt man, wer in die etwa 30 cm tiefen, offenen Kanäle hineinfällt, muss jemanden aus Freiburg heiraten. Unserem freundlichen Begleiter ist dies offenbar widerfahren und es hat ihm Glück gebracht.

"Schatten am Bächle" (Freiburg), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

“Schatten am Bächle” (Freiburg), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage

Der Lehrstuhl: planmäßige Stelle eines Professors, einer Professorin an einer Universität oder Hochschule; Professur; Lehrstuhlinhaber/-in und seine/ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Synonyme: Ordinariat, Professorenstelle, Professur [Quelle: DUDEN].

Der Leerstuhl: Es handelte sich um einen Sitz, der – wie es der Name deutlich sagt – ganz “leer von Stuhl” ist [Quelle: Stupidedia].

Lehrstuhl = 1.930.000 Einträge bei Google; Leerstuhl = 37.200 Einträge bei Google.

"Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage" (Universitätsbibliothek Weimar), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

“Leerstuhl oder Lehrstuhl – das ist hier die Frage” (Universitätsbibliothek Weimar), Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Dieser Riesensitz ist auf dem Hochschulforum zwischen dem Limona-Gebäude (ehemalige Brauerei) und dem Bibliotheksneubau der Bauhaus-Universität in der in der Steubenstraße in Weimar zu finden. Geschaffen hat die Skulptur, betitelt “Lehrstuhl – leerer Stuhl”, Hermann Bigelmayr. Um auf die in 3,50 Meter Höhe befindliche Sitzfläche zu gelangen, braucht man eine Leiter. Der gesamte Stuhl misst die stattliche Höhe von 7,50 Meter und wiegt 20 Tonnen oder anders gesagt: Er ist so schwer wie 400 Zentnersäcke Kartoffeln.

Der 2005 zusammen mit dem Neubau der Bibliothek errichtete Stuhl passt sich, ohne dass er zu wuchtig wirkt, hervorragend dem Gebäudeensemble aus Alt- und Neubau an und soll einen Bezug zu der Universität als Lehrinstitution darstellen.

Mamorspiegelungen

Mamorspiegelungen im Quartier 206 in der Friedrichstraße,  aus: "Hand und Fuß", Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Mamorspiegelungen im Quartier 206 in der Friedrichstraße, aus: “Hand und Fuß”,
Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Thank you for the music

Die Super-Gruppe, die niemals zurückkam – ABBA-Trilogie (3)

I’m hearing images, I’m seeing songs/ No poet has ever painted/ Voices call out to me, straight to my heart/ So strange yet we’re so well acquainted/ I let the music speak, with no restraints

ABBA "I Let The Music speak", Foto & Gafik © Friedhelm Denkeler 2014

ABBA “I Let The Music speak”, Foto & Gafik © Friedhelm Denkeler 2014

Sechs Jahre nach ihrem ersten Erfolg mit “Waterloo” ging die Abbamania 1980/81 mit den Alben “Super Trouper” und “The Visitors” langsam zu Ende.

In einem der letzten Songs von ABBA “I Let The Music speak” (1981) geben Björn und Benny die Richtung vor, in der sie zukünftig arbeiten wollen: die Welt der Musicals. Agnetha und Frida dagegen nehmen Solo-Alben auf.

ABBA: “I Let The Music speak”
(Ersatzlink)

Björn und Benny schrieben zusammen mit Tim Rice das weniger erfolgreiche Musical “Chess”. Berühmt wurde nur der Star des Musicals, Murray Head, mit dem Hit “On Night in Bangkok” aus dem Jahr 1984. In Deutschland stand er zwei Wochen auf Platz 1 der Single-Charts.

1989 entwickelte die britische Autorin Catherine Johnson ein Musical mit 22 ABBA-Songs. Die Story hat aber nichts mit der Geschichte der Band zu tun. Premiere war 1999 in London und 2008 kam das Musical “Mamma Mia” als Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle und Pierce Brosnan in die Kinos. Der Film ist es wert, in einem eigenen Artikel behandelt zu werden.

Offiziell hat sich die Gruppe ABBA nie aufgelöst; sie macht nur eine Pause, die aber bis heute anhält. Zum Schluss dieser Trilogie kann man mit einem ihrer Songs von 1977 nur sagen “Thank you for the music“.

Siehe auch ABBA-Triologie (1): “Waterloo, finally facing my Waterloo

Siehe auch ABBA-Triologie (2): “Video Killed The Radio Star

Boyhood – Der schönste Film des Jahres

Die Jugendzeit eines Jungen – Alles gespielt und alles echt

Der Tagesspiegel titelte zum jetzt endlich im Kino angelaufenen Film “Boyhood” von Richard Linklater: “Der schönste Film des Jahres – Alles gespielt und alles echt”. Anlässlich der Berlinale im Februar 2014 stand in diesem Journal (siehe “Das kann man nur im Kino sehen“):

"Selbst mit Damen-Fahrrad", Juni 1960, Archiv © Friedhelm Denkeler 1960

“Selbst mit Damen-Fahrrad”, Juni 1960, Archiv © Friedhelm Denkeler 1960

“Man kann schon misstrauisch werden, wenn man so einen perfekten Film gesehen hat und sich nach fast drei Stunden wünscht, der Film möge noch weiter gehen. In Richard Linklaters “Boyhood” stimmt aber auch alles: Die Schauspieler agieren, als wenn es das richtige Leben wäre, die warmen Farben unterstützen das Wohlfühl-Feeling, die Story ist logisch und knapp aufgebaut; man möchte keine Minute des Films missen, in dem es eigentlich nur um das Aufwachsen eines Jungens namens Mason geht … Zwölf Jahre lang hat Linklater die Protagonisten von “Boyhood” verfolgt und jedes Jahr einige Szenen gedreht (insgesamt 39 Drehtage).”

Filmtrailer,  Artikel Tagesspiegel