Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Lee Young-Sik, 1981 in Seoul geboren und seit 2002 in Berlin lebend, stellt bis zum 17.02. im Showroom der Agentur Komet fünf großformatige Arbeiten aus.

Kleine Insekten oder Chamäleons werden ihrer natürlichen Umgebung entzogen, mutieren ins Riesenhafte, irritieren zutiefst den Betrachter und stellen seine Beziehung zu ihnen komplett in Frage. In den warmen, sanft schimmernden Farben ihrer Darstellung strahlen sie eine ungeheure Kostbarkeit aus und erinnern an die Perfektion der „alten Meister“. Und doch bleibt da ein Schrecken: „Die Ästhetik des Schreckens“ so nennt es Lee.

Lee Young-Sik mit "Narziss und Abschied", Foto © Friedhelm Denkeler 2014
Lee Young-Sik mit „Narziss und Abschied“, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Und dann ist da ein Krokodil. Es taucht aus dem Dunkeln auf. Seine Schuppen erinnern an schönstes Perlmutt und kleine Edelsteine; das Maul ist weit aufgerissen und vor ihm liegt ein toter Vogel. Der Titel „Narziss und Abschied“ und das genaue Hinsehen ergeben die Lösung. Sie liegt nicht in dem vordergründigen Eindruck, den wir von einem Krokodil haben, sondern ist in der zwischen beiden Tieren liegenden Symbiose begründet. Ein großartiges Bild.