Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Der neue Platz für Photographie ab Frühjahr 2014

"Open-Air-Ausstellung von C|O vor dem Amerika-Haus", Foto © Friedhelm Denkeler 2013
„Open-Air-Ausstellung von C|O vor dem Amerika-Haus“
Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Die C|O-Galerie musste bekanntlich das Postfuhramt in Mitte im März 2013 räumen. Aber es geht weiter.

Gestern Abend meldeten sich die Galeristen zurück und eröffneten Open Air vor der Baustelle des Amerika-Hauses in der Hardenbergstraße am Bahnhof Zoo eine Ausstellung unter dem Titel „Bourgeoisie, Swing und Molotow-Cocktails“.

Die Ausstellung mit 15 doppelseitigen Displays und 120 Fotografien zeigt die Geschichte des Amerikahauses im Wandel von über fünfzig Jahren. Sie ist noch bis zum 15. September 2013 zu sehen. Weitere werden folgen.

Das Amerika-Haus wurde 1957 als Kultur- und Informationszentrum der USA, einschließlich Kino, Bibliothek und Ausstellungsflächen eröffnet. Zu sehen waren hier u.a. die Werke von Robert Rauschenberg, Frank Lloyd Wright, Jackson Pollock, Lyonel Feininger und William Eggleston, dem Wegbereiter der künstlerischen Farbfotografie.

In den 1968er Jahren war das Haus Ziel vieler antiamerikanischer Demonstra-tionen, aber bereits am 5. Februar 1966 wurde das Haus anlässlich einer Anti-Vietnamkriegs-Demo mit Eiern beworfen, später folgten Molotov-Cocktails. Seitdem gehörten Polizei, Kontrollen und Zaunsysteme zum Besuch des Hauses. 2006 übergaben die USA das Gebäude der Stadt Berlin, die es nun für 16 Jahre an C|O vermietet hat.

"Stephan Erfurt präsentiert das aus dem Postfuhramt gerettete Schild", Foto © Friedhelm Denkeler 2013
„Stephan Erfurt präsentiert das aus dem Postfuhramt gerettete Schild“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

In der Nähe zum Museum für Fotografie/der Newton Foundation (Jebensstraße), der Galerie Camera Work (Kantstraße), der Universität der Künste (Hardenbergstraße) und dem Hotel Bogota (dazu demnächst mehr) entsteht nun ein einzigartiger Kultur-Cluster für fotografische Ausstellungen und Veranstaltungen.

Einzug und Eröffnung von C|O im Amerika-Haus mit einer Ausstellungsfläche von 2.000 Quadratmetern (ähnlich wie im bisherigen Postfuhramt) sind nach der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes für das Frühjahr 2014 geplant.

Im Stil der 1950er Jahre wird behutsam renoviert; so sollen auch die Solnhofer Fliesen, die sich unter diversen Bodenschichten befinden, wieder freigelegt werden.

„Erstmals in unserem Leben können wir über ein Jahr hinaus planen“ freute sich der Leiter von C|O Berlin bei der gestrigen Eröffnung, während er stolz das „gerettete“ Schild vom Postfuhramt präsentierte.

www.co-berlin.info, siehe auch: Von der Mitte in den Westen