Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Monatsarchive: Juni 2013

Die Turmruine der Gedächtnis-Kirche als Wahrzeichen

"Baustelle mit Gedächtnis-Kirche", aus "In den Straßen von Berlin", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

"Baustelle mit Gedächtnis-Kirche", aus "In den Straßen von Berlin", Foto © Friedhelm Denkeler 2009

In den Straßen von Berlin (14)

Kaiser Wilhelm II. ließ im Jahre 1895 die evangelische Gedächtnis-Kirche auf dem Breitscheidplatz erbauen. 1943 wurde sie durch alliierte Luftangriffe fast vollständig zerstört und von den ursprünglich fünf Türmen ist heute nur noch die Ruine des Hauptturms als Mahnmal gegen den Krieg zu sehen. Die von Egon Eiermann rund um die alte Turmruine geplante neue Kirche wurde 1961 eingeweiht. Sie besteht aus einem oktogonalen Kirchenschiff, einem rechteckigen Foyer, dem neuen Glockenturm und einer Gemeindekapelle. Das gesamte Ensemble ist mittlerweile denkmalgeschützt.

Touristen wird immer wieder erzählt, die Turmruine würde im Volksmund als „Hohler Zahn“, das neue Kirchenschiff und der Glockenturm als „Lippenstift und Puderdose“ bezeichnet. In meinen 45 Jahren in Berlin habe ich das nicht ein einziges Mal gehört. Um die Turmruine zu erhalten muss sie bautechnisch immer wieder einmal überarbeitet werden. Zurzeit ist sie vollständig eingehaust. Die Baustelle auf meinem Foto aus dem Jahr 2009 zeigt übrigens den Beginn der Bauarbeiten für das neue Zoofenster mit dem Waldorf Astoria-Hotel, das im Januar 2013 eingeweiht wurde.

In einer Vorab-Auswahl, bestehend aus zehn großformatigen Farb-Fotos, sind Bilder aus dem Nach-Wende-Berlin im Foyer des “Katharinenhof am Preußenpark” seit dem 1. Juni 2013 zu sehen. Sie zeigen den Wandel des Stadtbildes in den letzten zehn Jahren: Abriss des Palastes und neue Hotels im Osten, Bautätigkeiten im alten Westen, Touristenströme am Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte (ausführlich siehe hier)

Monatsarchiv