Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Berlinale (IX): Richard Linklater: „Before Midnight“ mit Julie Delpy und Ethan Hawke, USA/Griechenland

"Ethan Hawke und Julie Delpy auf dem Roten Teppich",  Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„Ethan Hawke und Julie Delpy auf dem Roten Teppich“
Foto © Friedhelm Denkeler 2013

„Ihre Dialoge über die Liebe und das Leben, über Gott und die Welt begannen vor 17 Jahren: In Before Sunrise (1995) lernten sich der Amerikaner Jesse und die Französin Céline im Zug nach Wien kennen. Sie flirteten, philosophierten und argumentierten, während eines nächtlichen Spaziergangs durch die Stadt. Im Morgengrauen gab es am Bahnsteig das Versprechen eines Wiedersehens.

Doch erst neun Jahre später kreuzten sich ihre Wege in Before Sunset (2004) erneut. Die beiden verbrachten einen Tag in Paris zusammen, tauschten sich über ihre unglücklichen Beziehungen aus und entdeckten dabei ihre Gefühle füreinander aufs Neue.

In Before Midnight erfährt man nun, dass Jesse und Céline damals zusammen geblieben sind. Mit ihren Töchtern verbringen sie den Urlaub in Griechenland. Und noch immer ist die Welt der Gefühle ihr favorisiertes Thema. Mittlerweile aber steht die eigene Beziehung auf dem Prüfstand, denn der Alltagstrott hat seine Spuren hinterlassen.

"Julie Delpy  und Ethan Hawke auf der Festival-Bühne",  Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„Julie Delpy und Ethan Hawke auf der Festival-Bühne“
Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Wieder haben die Schauspieler das Drehbuch gemeinsam mit ihrem Regisseur entwickelt, wieder macht sich in den Dialogen das Leben breit, und wieder ist der Ausgang ungewiss: Kann eine romantische Nacht im Hotel die Liebe retten?“ [Quelle: Filmbeschreibung]

Wird es einen vierten Teil geben? Diese Frage musste natürlich auch in der morgendlichen Pressekonferenz kommen. Darüber will Richard Linklater frühestens in sechs Jahren nachdenken: „Wer kennt schon die Zukunft?“. Aber zunächst zum außer Konkurrenz laufenden dritten Film der Trilogie, der dieses Mal „Before Midnight“ heißt.

Wie in beiden vorausgehenden Teilen geht es weniger um eine Handlung, sondern um Dialoge über Liebe, Sex, Beruf und Partnerschaft. Jesse (Hawke) und Celine (Delpy) kennen sich in der Trilogie seit nunmehr 18 Jahren, haben inzwischen Zwillingsmädchen, sind aber nicht verheiratet.

Eigentlich sollte es ein romantischer Abend in einem Hotel werden, die Kinder sind bei Freunden gut versorgt und die Nacht kann beginnen. Schlag auf Schlag hingegen folgen Rede und Gegenrede, aus harmlosen Andeutungen werden leidenschaftliche Grundsatzdiskussionen und der Abend droht mit einem ernsthaften Zerwürfnis zu enden. Eine Tür fällt ins Schloss.

"Shooting Stars",  Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„Shooting Stars“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Aber es ist Sommer in Griechenland; es gibt ein kleines Hafencafé (Foto hier) und der nächste Tag hat noch nicht begonnen. Verlieben, Liebe, Leben. Davon handeln die drei Filme. Ob die Bilder im Hafencafé die letzten sein werden, wird sich zeigen. Schade, um ein Paar, das so schön streiten kann.

Vor dem Film wurden die zehn europäischen Shootingstars von Delply und Hawke ausgezeichnet; nach dem Abspann tauchte überraschenderweise Berlinale-Chef Dieter Kosslick auf und überreichte Richard Linklater eine Berlinale-Kamera. www.berlinale.de