Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Berlinale (IXX und Schluss): Acht Filme werden in Erinnerung bleiben

Die Gewinner der 63. Filmfestspiele Berlin 2013 habe ich bereits hier vorgestellt. Meine Lieblingsfilme, die ich im diesjährigen Wettbewerb gesehen habe, stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Jury und der Kritiker überein. Deshalb zum Schluss dieser Artikelreihe zur Berlinale 2013 eine persönliche Bilanz. Dabei beziehe ich auch die außer Konkurrenz laufenden Filme mit ein. Von den 16 gesehenen Filmen des Wettbewerbs werden in Erinnerung bleiben:

"Der Graue Bär", Foto © Friedhelm Denkeler
„Der Graue Bär“, Foto © Friedhelm Denkeler

Gloria”, Chile, von Sebastián Lelio mit Paulina García (siehe: „Gloria tanzt den Umberto Tozzi). Mit einer “charmanten Kombination aus Unsicherheit, Mut und Lebenslust” (FR) tanzt die 58-jährige Gloria nach Umberto  Tozzis “Gloria”. Sie hat den Silbernen Bären als beste Darstellerin verdient. Mein Lieblingsfilm der Berlinale.

Harmony Lessons”, Kasachstan, (siehe „Die Geschichte einer zunehmenden Brutalisierung). Zu Beginn des Films fragt Aslan seine Großmutter, ob Menschen ohne Fleisch leben können, sie antwortet: “Vielleicht im Himmel”. In der Schlussszene sieht Aslan ein Schaf “über das Wasser gehen”. Den Himmel auf Erden wird es für ihn nicht geben. Mir ist der Film zu brutal, aber er ist wegen der guten Bilder des Kameramanns sehenswert.

Parde” von Jafar Panahi, Iran (siehe: „Der geschlossene Vorhang – Psychodrama mit Jafar Panahi und seinem Alter Ego über das Eingesperrtsein”). Die Vielschichtigkeit der verschiedenen Ebenen hier wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Der eigentliche Film findet im Kopf statt und was dies minimalistisch gedrehte Kammerspiel dort entfacht, ist enorm. Der anspruchsvollste Film des Wettbewerbs.

In the Name of”, Polen von Malgoska Szumowska (siehe „Ein Priester zwischen Anpassung und Leidenschaft”). Zum Schluss bleibt alles in der Schwebe, aber die kraftvollen Bilder der inneren Zerrissenheit bleiben dem Zuschauer im Gedächtnis.

Die Nonne” von Guillaume Nicloux, Frankreich (siehe: „Die Gute, die Böse und die Andere … Mutter Oberin). Die Kamera fängt eine wahre Ästhetik wie in der Malerei ein: Halbdunkle Landschaftsbilder, karge klösterlichen Zellen, das Kerzenlicht, zeitlose Stillleben. Fazit: Ein zu langer und zwiespältiger Film, dessen Ästhetik angesichts der dunklen Machenschaften dennoch überirdisch schön ist.

Aber auch weniger „anspruchsvolle“ Film gefielen mir: “Promised Land” von Gus Van Sant, USA (siehe „Matt Damon “I’m not a bad guy” zwischen Energieautonomie und Umweltrisiko”) und “Gold”, Deutschland vonThomas Arslan (siehe: „Sieben auf der Suche nach Gold – Nur eine kam durch”) sowie “Before Midnight” von Richard Linklater, USA (siehe: „Im Neun-Jahres-Rhythmus vom Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang bis Mitternacht„).

Da die meisten dieser Filme im Laufe des Jahres auch in den Lichtspieltheatern gezeigt werden, kann ich alle acht Filme empfehlen. www.berlinale.de