Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Berlinale (II): Malgoska Szumowska: „In the Name of“ („Wimię“)

"Der Berlinale-Palast im Schneetreiben", Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„Der Berlinale-Palast im Schneetreiben“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Pünktlich zur Berlinale kehrt der Winter mit heftigem Schneetreiben in die Hauptstadt zurück. Daran sind Film-Enthusiasten bereits gewöhnt. Der erste Berlinale-Film hingegen, den wir heute sahen, spielt im Sommer, mitten auf dem Land im erzkatholischen Polen, weit weg von jeglicher Großstadt.

In diesem Drama spielt der strafversetzte Priester Adam (hervorragend gespielt von Andrzej Chyra) die Hauptrolle zwischen Gebet, Sport, Wodka, Rockmusik und verbotener Liebe. Es ist weniger ein Film, der die katholische Kirche provoziert (auch wenn das in Polen sicher anders gesehen wird), sondern eher über die Suche eines Priesters nach sich selbst.

Zum Schluss bleibt alles in der Schwebe, aber die kraftvollen Bilder der inneren Zerrissenheit bleiben dem Zuschauer im Gedächtnis.

„Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren, prügelnden und pöbelnden Heranwachsenden zu tun.

"Malgorzata Szumowska",  Foto © Friedhelm Denkeler  2013
„Malgorzata Szumowska“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Die eindeutigen Avancen von Ewa, einer blonden jungen Frau, lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass er ihre Leidenschaft nicht erwidert.

Adam weiß, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist.

Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passions-geschichte aufgeladenen Film wagt sich Malgoska Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern.

Dabei erlebt die Hauptfigur, mit ihrer verbotenen Lust konfrontiert, Momente des Glücks, aber auch der tiefsten Verzweiflung.

Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.“ [Quelle: Filmbeschreibung] www.berlinale.de