Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Berlinale (XVIII): Filme aus Osteuropa prägten das Festival

Die Jury, bestehend aus Wong Kar-Wai (Regisseur, China), Susanne Bier (Filmregisseurin, Dänemark), Andreas Dresen (Filmregisseur, Deutschland), Ellen Kuras (Dokumentarfilmerin, USA), Shirin Neshat (Videokünstlerin, Iran), Tim Robbins, Schauspieler, USA), Athina Rachel Tsangari (Filmregisseurin, Griechenland) hat heute Abend die Preise der diesjährigen Berlinale vergeben. Am kommenden Dienstag werde ich meine persönlichen Favoriten vorstellen.

"Berlinale-Plakat", Foto © Friedhelm Denkeler 2013
„Berlinale-Plakat“, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Die Preisträger

Die Pressestimmen

  • DIE WELT: „Berlinale ohne große Überraschungen. Osteuropäische Produktionen prägten eher durchschnittlichen Wettbewerb.“
  • DIE ZEIT: „Die Realität wird prämiert. Korruption in Rumänien, lebensgefährliche Armut einer Roma-Familie: Die stärksten Filme dieser Berlinale zeichneten sich durch ihre Wirklichkeitsnähe aus.“
  • Frankfurter Rundschau: „Ada Solomon, die Produzentin dieses Films (Child’s Pose), nutzte die … Dankesrede auch gleich zu einem Appell an die Politiker ihres Heimatlandes, jenes nationale Kino mehr zu schätzen und zu fördern, das weltweit gefeiert wird. Und das wird es in der Tat! Die Berlinale pries es als Hort des Arthouse-Kinos. Das war nett von ihr.“
  • DIE ZEIT: „Keine noch so gute Geschichte kommt beim Publikum an, wenn die Darsteller sie ihm nicht nahe bringen – oder sie uns, wie Paulina García, direkt ins Herz pflanzen. Dafür erhielt die Chilenin zu Recht den Darstellerpreis. Ihre Titelfigur der Gloria hatte alle – Zuschauer wie Kritiker – begeistert.“
  • DER SPIEGEL: „Die wenigen US-Beiträge, Soderberghs „Side Effects“, Fredrik Bonds Debüt „The Necessary Death Of Charly Countryman“ und David Gordon Greens schönes, aber letztlich belangloses Buddy-Movie „Prince Avalanche“, gehörten zu den Enttäuschungen des Festivals.“
  • Berliner Morgenpost: „Das Muttermonster kriegt Gold, die Stars gehen leer aus. Die Berlinale hat ein Problem: Die Gewinner kennt kein Mensch … Am Ende sind die drei Regisseurinnen zwar leer ausgegangen, aber die mehrheitlich weibliche Jury hat bei ihrer Bären-Vergabe zumindest die Frauenquote der Filme voll erfüllt.“
  • Deutsche Welle: „Die Berlinale knüpft an ihre Ursprünge an Berlin … die Stadt zwischen Ost und West, die Metropole zwischen den einstigen politischen Blöcken, hatte lange die Funktion eines kulturellen Brückenbauers – indem sie Filme zeigte, die hinter dem Eisernen Vorhang produzierten wurden.“
  • Handelsblatt: „Osteuropäer räumen Berlinale-Preise ab. Elend, Verbrechen, Gewalt und Hoffnungslosigkeit – osteuropäische Filme voller tragischer, düsterer Geschichten holen die Berlinale-Bären. Für die Deutschen gibt es keinen Preis. Ein politisches Signal geht in den Iran.“
  • Frankfurter Rundschau: „Allgemein wird der im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächere Wettbewerb beklagt … Hier laufen weitgehend Filme, die in Ordnung und mitunter sogar sehr interessant sind, aber kaum solche, die eine Dekade prägen, geschweige denn Meilensteine der Kinematografie sind.
  • Der Tagespiegel: “Ende gut, nicht alles gut. Die Berlinale steckt in einer schweren Krise im Wettbewerb der großen Festivals … Dieses Festival hat sich … offenkundig bestürzend entspannt aus der Riege der relevanten Weltfestivals verabschiedet. Cannes ist und bleibt die Nummer eins, man weiß es.“