Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Michael Sailstorfer in der Berlinischen Galerie bis 08.10.2012 (Preisträger Vattenfall Contemporary 2012)

Michael Sailstorfer "Forst", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
Michael Sailstorfer „Forst“, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten, könnte man sich angesichts der Ausstellung „Forst“ des diesjährigen Vattenfall Contemporary-Preisträgers fragen: Die fünf Tannen und Birken kreisen, kopfüberhängend, durch die zehn Meter hohe Eingangshalle der Berlinischen Galerie. Sailstorfer versteht sich als Bildhauer, der klassische Begriff der Skulptur wird von ihm aber deutlich zu einer „Raumintervention“ erweitert.

Da die Bäume auf dem Boden und an den Wänden schleifen, hinterlassen sie ihre Spuren und verlieren Laub und Äste. Die Eingangshalle ist mit einer massiven Stahlträger-Konstruktion ausgestattet worden und die Bäume werden mit großen Elektromotoren in Bewegung gesetzt. Manchmal wirkt es komisch, wenn die Bäume sich ineinander verhaken und nach lauten Geräuschen wieder frei drehen.

In einer weiteren Arbeit „Schwarzwald“ hat Sailstorfer in einem Waldstück seiner Heimat den Waldboden „schwarz gestrichen“. Der Wald wuchert im Laufe der Zeit das schwarze Quadrat wieder zu. Das Natürliche wird zum Künstlichen und am Ende wird die Kunst wieder zur Natur. Das Ganze kann man sich in der Ausstellung per Live-Stream auf einem Monitor (natürlich im schwarzen Quadrat), der per Internet direkt mit dem Waldstück verbunden ist, ansehen. Video, www.berlinischegalerie.de