Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Edwin mit „Postcards From The Zoo (Kebun binatang)“ (Indonesien/ Deutschland/ Hongkong, China 2012, im Wettbewerb)

"Edwin mit seiner Hauptdarstellerin Ladya Cheryl im Berlinale-Palast", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
„Edwin mit seiner Hauptdarstellerin Ladya Cheryl im Berlinale-Palast“, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Aus künstlerischer Sicht gesehen, sind Ansichtskarten eher langweilig. Kinder lieben sie. So ähnlich ist es auch mit dem indonesischen Film „Postcards From The Zoo“ von Edwin (ohne Nachnamen). Für die Kinderfilmreihe der Berlinale wäre er passender gewesen.

Großaufnahmen einer Giraffe, von Elefanten und Nilpferden. Eine lustige Eisenbahn, die durch den Zoo fährt. Belehrende Anmerkungen über bedrohte Tierarten. Und Menschen als Besucher, Tierpfleger oder irgendwie Gestrandete, die ihr Leben mit den Tieren teilen. Das Ausbrechen der Hauptdarstellerin aus dieser in sich geschützten Lebenswelt und die Aufnahme einer Arbeit im Massagesalon, ja selbst dies ist für Kinderaugen geeignet.

„Es gibt keine Verbindung des Films zu der gegenwärtigen Situation der Minderheiten in Indonesien. Es ist einfach ein Film, der das Gefühl der Sehnsucht darstellen möchte. Das ist für mich ein wichtiges Thema“, so der Regisseur. Ja, das mag sein und es hätte auch eine schöne Geschichte werden können, aber es hapert an der Umsetzung.

Der Zuschauer wartet auf die entscheidenden Wendungen, Fragestellungen und Auflösungen. Die Frage, ob Lana es in dem Film noch schafft, einer Giraffe am Bauch zu streicheln, ist doch etwas wenig. Sehnsucht hin oder her. Übrigens, ja, sie schafft es.

Fazit: Der bisher schwächste Film im Wettbewerb der Berlinale, zumindest von meiner bisherigen Auswahl. Und es zeigt sich, dass es mittlerweile egal ist, ob ein Film im Wettbewerb oder in einer der zahlreichen anderen Sektionen läuft.

Der Zoo als Sehnsuchtsort. Die Tiere sehnen sich nach Freiheit und so mancher Besucher nach Abenteuer und Wildnis. In dieser Umgebung, in der man sich in andere Welten fantasieren kann, wächst Lana auf. Als kleines Mädchen hat ihr Vater sie im farbenfrohen Tierpark von Jakarta zurückgelassen. Tierpfleger haben sie groß gezogen. Wonach sehnt sich eine junge Frau, die zwischen Giraffen, Elefanten und Nilpferden aufgewachsen ist? Ist der eines Tages auftauchende, zaubernde Cowboy eine Wunschgestalt oder Wirklichkeit? Lana wird ihm assistieren und ihre vertraute Welt verlassen. So plötzlich, wie er erschienen ist, wird er durch einen Zaubertrick auch wieder verschwinden.

Auf sich allein gestellt, beginnt Lana als Masseurin in einem Spa zu arbeiten. Doch die Erinnerung an den Cowboy und das Heimweh nach dem verwunschenen Zoo lassen sie nicht los. Wie bereits „The Blind Pig Who Wants To Fly“, Edwins international gefeiertes Regiedebüt, lädt auch „Postcards From The Zoo“ zum Schauen und Schweben ein. Ein Film, der sich den Sehnsüchten überlässt, von denen er erzählt. [Quelle: Filmbeschreibung]