Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Stephen Daldry mit „Extrem laut und unglaublich nah“ (USA) mit Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow

"Berlinale am Potsdamer Platz", Foto © Friedhelm Denkeler 2012
„Berlinale am Potsdamer Platz“, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

In der gestern Abend gesehenen und außer Konkurrenz laufenden Deutschlandpremiere „Extremely Loud And Incredibly Close“ stehen drei bekannte Hollywoodstars auf der Darstellerliste, getragen wird der Film aber hauptsächlich von dem neunjährigen Thomas Horn, der die Rolle des Oskar Schell verkörpert.

Auf der Suche nach dem Sinn und dem Versuch des Verstehens des Todes seines Vaters im World Trade Center spielt er seine erfahrenen Kollegen mit Leichtigkeit in dem über zweistündigen Film an die Wand.

Eine Geschichte mit vielen Wendungen, auf spannende und vielschichtige Weise mit exzellenten Schauspielern erzählt, ergänzt durch leicht surreale Momente, ergeben ein perfektes Kino. Vielleicht zu perfekt, denn das wahre Leben sieht leider oftmals anders aus. Wenn auch jeder persönlichen Leidensgeschichte nach dem 11. September ein solch versöhnlicher Ausgang gewünscht wäre.

Der Film hat bereits zwei Nominierungen für den Oskar erhalten, einen für die beste Regie und einen für den 82-jährigen Max von Sydow als bester Nebendarsteller. Gestern Abend erhielt der Film stehende Ovationen – Thomas Horn, Max von Sydow und Stephen Daldry waren anwesend. Bei der Pressevorführung soll der Applaus (wie üblich) eher verhalten gewesen sein.

Die „Expedition“ nach einem Geheimnis seines Vaters führt Oskar durch die Distrikte von New York und mit leicht autistischen Zügen ausgestattet, lernt er eine Vielzahl von Menschen kennen und entdeckt, dass sie alle auf die eine oder andere Weise mit einem Verlust umgehen müssen. Die Angst auf seinen Streifzügen überwindet er, indem er sie systematisch mit Hilfe seines selbst erstellten „Aufklappbaren Distrikt Register (A-D-R)“ plant und sein ständiger Begleiter, ein Tamburin, beruhigt ihn. Am Ende des Films konnte er loslassen und sich gleichzeitig auf andere Menschen wieder einlassen.

Oskar Schell, ein aufgeweckter Neunjähriger, erlebt wie viele andere New Yorker seinen schlimmsten Tag am 11. September 2001. Sein Vater kommt im World Trade Center ums Leben. In den Hinterlassenschaften des Verstorbenen findet der Junge einen Schlüssel. Er stürzt sich in die Suche nach dem zugehörigen Schloss. Es ist die einzige Möglichkeit für ihn, eine Verbindung zum geliebten Vater aufrechtzuerhalten. Systematisch sucht er 472 Personen mit Namen Black auf – sie alle kommen als Besitzer des Schlüssels in Frage. Bei seiner Odyssee durch New York wird er von einem mysteriösen alten Mann begleitet, der bei Oskars Großmutter ein Zimmer bezogen hat. Oskar vermutet, dass es sein in Deutschland geborener Großvater ist, doch der weigert sich, ein Wort zu sprechen…

Stephen Daldry hat den Stoff nach dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Jonathan Safran Foer verfilmt. Bereits mit „The Hours“ und „The Reader“ drehte er Filme nach literarischen Vorlagen. „Extremely Loud and Incredibly Close“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte und zugleich eine Liebeserklärung an einen magischen Ort und seine Bewohner. [Quelle: Filmbeschreibung] Trailer