Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Voodoo, Wah-Wah und Fuzz im Berliner Sportpalast

Jimi Hendrix – Der beste Gitarrist aller Zeiten mit Voodoo Child

Well, I stand up next to a mountain / And I chop it down with the edge of my hand. / Well, I stand up next to a mountain, / Chop it down with the edge of my hand. / I’m a voodoo child, baby.

"Jimi Hendrix im Berliner Sportpalast", Foto © Friedhelm Denkeler 1969

„Jimi Hendrix im Berliner Sportpalast“, Foto © Friedhelm Denkeler 1969

Am 23. Januar 1969, vor 43 Jahren, sah ich im Sportpalast mein erstes Berliner Konzert, nachdem ich im Herbst 1968 in Berlin ankam – The Jimi Hendrix Experience. Gleich nach der Vorgruppe startete James Marshall „Jimi“ Hendrix mit „Hey Joe“, und der Saal brodelte.

Weiter ging es mit „Purple Haze“, „Foxy Lady“, „The Wind Cries Mary“,“All Along the Watchtower“ und „Sunshine Of Your Love“, und süßliche Rauchschwaden zogen durch die Halle. Herausgesucht habe ich den folgenden Song wegen seiner beispielhaften Wah-Wah- und Fuzz-Effekte:

The Jimi Hendrix Experience: „Voodoo Child (Slight Return)“

„Hendrix baute ein einleitendes Gitarrenriff ein, das einfach alles in sich vereinte, was ihn zum unbestrittenen Champion des Gitarren-Schwergewichts machte – schiere Wah-Wah-Pedal-Herrlichkeit, die sich in seinem umwerfend genialen E-Gitarrenspiel entlud. ‚Well I stand up next to a mountain‘, begann er, und ließ keinen Zweifel daran, dass er ebenso gigantisch war wie dieser Berg, wie die Natur selbst, bereit, mit seiner Axt alles niederzumähen.“ [Matthew Oshinsky]

"Jimi Hendrix im Berliner Sportpalast – Plakat", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

„Jimi Hendrix im Berliner Sportpalast – Plakat“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Damals lösten die total übersteuerten E-Gitarren von Hendrix (und später von anderen Bands) Verstörungen bei vielen Zeitgenossen aus. Diese Verfremdungseffekte wurden mit einem elektrischen „Wah-Wah“-Pedal mit dem Fuß erzeugt; beide Hände konnten somit an der Gitarre verbleiben (typisches Beispiel: Jimi Hendrix: „Voodoo Child“).

Eine weitere Verfremdung des Gitarrensignals wurde mit dem „Fuzz“-Effect (typisches Beispiel: Iron Butterfly: „In A Gadda Da Vida“) erreicht.

Ein halbes Jahr später, im August 1969, wagte sich sich Hendrix im Festival von Woodstock an die amerikanische Nationalhymne. Das „Star Spangled Banner“ verfremdete er durch die Einsatz des Wah-Wah-Effektes und der Untermalung von Maschinen-Gewehr-Salven.

Die Botschaft war zur Zeit des Vietnam-Krieges deutlich. Das zeigte sich später auch an „Machine Gun“ aus seinem Album „Band of Gypsys“.

Ein Jahr später, am 4. September 1970 gab Jimi Hendrix noch einmal ein Konzert in der Deutschlandhalle. Von Berlin fuhr er direkt nach Fehmarn zu seinem letzten Auftritt.

Am 18. September 1970 starb er mit 27 Jahren in London in seinem Hotel. Die Ära des Superstars währte nur gut drei Jahre. In dieser Zeit entstanden die legendären Alben „Are You Experienced“ (1967), „Axis: Bold AS Love“(1967), „Electric Ladyland“ (Doppel-LP, 1968) und „Band of Gypsys“ (1970).

Das Rolling Stone Magazin kürte Hendrix zum besten Gitarristen aller Zeiten.

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