Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Neue Nationalgalerie Berlin 12. Februar bis 13. Mai 2012

"Unbekannte Schöne nach Gerhard Richter", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Unbekannte Schöne nach Gerhard Richter“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Am 9. Februar 2012 feiert Gerhard Richter seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass richtet die Nationalgalerie gemeinsam mit der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris eine umfassende Retrospektive seines Ãuvres aus.

Etwa 150 Gemälde aus allen Schaffensphasen des umfangreichen Werkes vermitteln in einer pointierten Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, einen Einblick in das thematisch wie stilistisch facettenreiche Schaffen.

Kanonisch gewordene Bilder, wie das der die Treppe herabsteigenden Ema (1966) und der sich vom Betrachter abwendenden Betty (1988), werden mit selten oder noch nie gezeigten Arbeiten kombiniert – zentrale Beispiele einer Schaffensphase oder Werkgruppe werden mit Einzelgängern und Vorweggriffen auf Späteres in Bezug gesetzt.

In einer weitestgehend chronologisch strukturierten Ausstellungsdramaturgie wird das Zwiegespräch zwischen Abstraktion und Figuration als ein sich über alle Jahrzehnte fortsetzender Dialog deutlich werden, ein Dialog, der sich bereits im allerersten Gemälde aus Richters Werkkatalog, dem ebenfalls gezeigten Werk Tisch von 1962 ankündigt.

Die von Gerhard Richter vielseitig vorangetriebene Befragung des Mediums der Malerei führt – und auch dies will die Ausstellung zeigen – auf konsequente Weise zu ihrer Übertretung.

Das Bild als Fläche, als Fenster, als Durchblick und Blickfeld leiten hinüber zu Richters Auseinandersetzung mit Spiegeln und Glasscheiben, in der die Frage nach der Möglichkeit von Repräsentation kulminiert. An diesem Punkt entsteht eine Korrespondenz ganz eigener Art: Richters Glasscheiben und gläserne Stellwände, wie auch seine in täuschendem Illusionismus gemalten Wolken und Fensterbilder treten in einen beziehungsreichen und charmanten Dialog mit Mies van der Rohes auf Durchlässigkeit angelegten Architektur des Gebäudes der Neuen Nationalgalerie.

Eigens für die Berliner Ausstellung verwirklicht Gerhard Richter erstmals die Version I seiner abstrakten, aleatorischen Arbeit 4900 Farben, die, über 200 Meter hinweg, die gesamte Ausstellung umrahmen werden. [Quelle: Presseerklärung]

www.gerhardrichterinberlin.org siehe auch “Gerhard Richter. Bilder einer Epoche”  und  “Ich kaufe keine Photos!”