Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

„In a Lonely Place“ von Gregory Crewdson in der C|O-Galerie, Berlin

"In a Lonely Place", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
„In a Lonely Place“, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Die Fotografien von Gregory Crewdson aus der Serie „Beneath The Roses“  (2003-2008) erinnern an Bilder von Edward Hopper, an Standbild-Fotos aus Filmen von David Lynch, an die inszenierten Lichtbilder von Jeff Wall und auch an die Skulpturen von Duane Hansen. Der Aufwand, den Crewdson für die Erstellung seiner Bilder treibt, ist ähnlich hoch. Wie beim Film gehören die Location-Suche, aufwendige Beleuchtung, kostpieliges Setdesign, künstlicher Nebel und Schnee, eine „Film“-Crew und bekannte Hollywood-Schauspieler zur Inszenierung dazu.

Leere Vorort-Straßen mit orientierungslosen Menschen, die zu keiner Kommunikation mehr fähig sind, wenden sich ohne Blickkontakt voneinander ab. Im Hintergrund sieht man brennende Häuser und zugewachsene Bahngleise. Gewalt ist nicht sichtbar, lauert aber im Verborgenen. Alle haben sich anscheinend mit der ausweglosen Situation abgefunden. Crewdsons Bilder sind Ein-Bild-Filme, aber den Anfang und das Ende der Geschichte sieht man nicht, der Betrachter muss den Faden selber weiter spinnen.

Die Kuratoren schreiben: „In den schönen, jedoch verstörenden Bildern der bis ins kleinste Detail choreografierten und arrangierten Serie „Beneath The Roses“ erforscht Crewdson die amerikansiche Psyche und die Dramen, die sich in ganz alltäglichen Umgebungen abspielen. Die Bilder thematisieren die dunklen Seiten des amerikanischen Traums und nehmen dabei Bezug auf die Mythen des Hollywoodkinos.“

Auch die zweite ausgestellte Serie „Sanctuary“ (2009) zeigt ähnliche Stimmungen. Hier fehlen die Menschen ganz. Crewdson hat in den vorgefundenen Sets der legendären Cinecittá-Studios bei Rom mit den Schauplätzen aus dem antiken Rom in schwarz-weiß fotografiert, „gedreht“ ist man versucht zu sagen. Die dritte Serie „Fireflies“ (1996), zeigt Schwärme von Glühwürmchen, die er Abend für Abend an der Waldhütte seiner Eltern aufgenommen hat. Auch diesen Bildern sieht man die Einsamkeit an.

Auf dem Blog Fantomatik sind 17 Fotos von Gregory Crewdson, der 1962 in Brooklyn geboren wurde, aus der Serie „Beneath The Roses“ zu sehen. Videos und Interviews und finden Sie hier. Die Ausstellung endet am heutigen Sonntag.