Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Die Berlinische Galerie zeigt ab dem 1. Oktober 2011 Friedrich Seidenstückers Fotografien aus den Jahren 1925-1958

"Großeltern in Lüttgen-Dortmund", Archiv © Friedhelm Denkeler 1926
Großeltern in Lüttgen-Dortmund, Archiv © Friedhelm Denkeler 1926

Diese erste umfassende Retrospektive Friedrich Seidenstückers unter dem Titel „Von Nilpferden und anderen Menschen“ präsentiert rund 200 Originalfotografien.

Beinahe jeder Berliner kennt Seidenstückers Arbeiten. Diejenigen, die sich für die Geschichte ihrer Stadt interessieren, schätzen seine atmosphärischen Aufnahmen vom Berliner Alltagsleben der Weimarer Republik.

Unter den Tier- und Zooliebhabern erwarb er sich mit seinen einfühlsamen Tierstudien einen geradezu legendären Ruf, und für die Historiker sind die eindringlichen Aufnahmen des zerstörten Berlin eine kostbare Quelle.

Auch wenn Seidenstücker als typischer Berliner Fotograf gilt, ist er doch auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – nicht zuletzt deshalb, weil er sich um eines ganz besonders verdient gemacht hat: Seine Bilder zeugen von Humor, und den findet man in der Fotografie selten.

Aus dieser Haltung heraus hat sich das Werk von Friedrich Seidenstücker entwickelt. Es ist von Optimismus getragen, ohne die Zumutungen und Härten, ohne die Armut und das Elend der Zeit zu verschweigen.

Mit der Retrospektive setzt die Berlinische Galerie ihre sehr erfolgreiche Ausstellungsreihe fort, die darauf ausgerichtet ist, das Werk von großen Fotografen des Zwanzigsten Jahrhunderts wissenschaftlich zu erschließen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Vorausgegangen sind Ausstellungen zu Heinrich Zille, Erich Salomon, Fritz Kühn und Herbert Tobias. Quelle: Presseinformation