Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Die Siegener Sammlung der Rubenspreisträger

"Museum für Gegenwartskunst in Siegen, Eingang mit dem Foto "Tulips" auf der Video-Wand am Museumseingang", Foto © Friedhelm Denkeler 2011
„Museum für Gegenwartskunst in Siegen, Eingang mit dem Foto „Tulips“ auf der Video-Wand am Museumseingang“, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Ja, seit 10 Jahren gibt es das Museum für Gegenwartskunst (MGK) in Siegen, mitten in der sogenannten Provinz, das seitdem dauerhaft zeitgenössische Kunst in der Geburtsstadt von Rubens zeigen kann. Die Sammlung von Rubenspreisträgern mit bisher rund 150 Werken und die bemerkenswerten Ausstellungen der letzten zehn Jahre bilden das Rückgrat des Museums.

Die bisherigen Rubenspreisträger von 1957 bis 2007 waren Hans Hartung, Giorgio Morandi, Francis Bacon, Antoni Tàpies, Fritz Winter, Emil Schumacher, Cy Twombly, Rupprecht Geiger, Lucien Freund, Maria Lassnig und Siegmar Polke.

Die aktuelle Ausstellung von Cy Twombly war das eigentliche Ziel meiner Reise nach Siegen. Twombly ist durch Malen und Schreiben auf Leinwand berühmt geworden. Als Photograph war er bisher nur Wenigen bekannt. In Siegen sind nun seine Photographien, die aus Polaroid-Photos entstanden sind, ausgestellt. Fünf Gemälde von Twombly aus der Siegener Sammlung werden gekonnt mit den Photos kombiniert. Eine Ausstellungsbesprechung habe ich für den nächsten Artikel vorgesehen.

Erwähnen möchte ich im Museum für Gegenwartskunst ferner die Industriefotografien und die Siegerländer Fachwerkhäuser von Bernd und Hilla Becher. Bernd Becher selbst wurde in Siegen geboren. Sehr gut gefallen hat mir auch das Werk „Study from the Human Body und Portait“ von Francis Bacon, obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von Bacons Bildern bin. Von Candida Höfer sind vier großformatige Photos zu sehen, u.a. der „Palazzo Pisani Moretta Venzia I“. Eine in dieser Art bisher noch nie gesehene Arbeit, ist das Werk von Diango Hernández „Il museo delle ombre“. Mit Fundstücken, die er in seiner Heimat Kuba aufgespürt hat, stellt er ein Museum des Schattens vor. Der Raum ist von Abwesenheit ‚erfüllt‘, da die Bruchstücke nur als Schatten zu sehen sind.

Das Museumsgebäude besteht aus einem Altbau, dem ehemaligen Telegrafenamt und einem Neubauteil. Das gesamte Ensemble wurde vom Architekten Kleihues in das Museum verwandelt. Fazit: Ein Besuch des Museum der Gegenwartskunst in dieser Provinz ist lohnenswert. Die Ausstellung Cy Twombly ist noch bis zum 30. Oktober 2011 zu sehen.

www.museumfuergegenwartskunstsiegen.de