Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

The Apparatjik Light Space Modulator

Eine Mischung zwischen Kunst und Popmusik –

Schattenspiele in der Neuen Nationalgalerie Berlin

"Selbst im Apparatjik Light Space Modulator", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

"Selbst im Apparatjik Light Space Modulator", Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Zwei Wochen lang ist in der oberen Halle der Neuen Nationalgalerie ein – ja was denn, ein Kunstwerk, eine Installation mit Videos oder eine Musikperformance? – der Künstlergruppe Apparatjik zu sehen. Sie besteht aus vier Musikern: Guy Berryman (London) aus der Band „Coldplay“, Jonas Bjerre (Kopenhagen), Sänger der dänischen Indie-Rocker „Mew“, Magne Furuholmen (Oslo), Keyborder von „a-ha“ und Martin Terefe (London).

„Apparatjik versteht sich als experimentelle Plattform und kooperiert mit einem Pool von Künstlern, Medien-Technikern, Designern, aber auch Wissenschaftlern wie dem Astrophysiker Max Tegmark oder der Kunstwissenschaftlerin Ute Bauer (MIT, Cambridge, USA)“, so der Text der Einladung. Während dieser zwei Wochen gibt die Künstlergruppe 3 Konzerte in der Nationalgalerie. Das dürfte sicher spannender werden als meine Besichtigung des weißen Kubus am Samstagmittag.

Der Kubus steht in der Mitte der ansonsten leeren, oberen Halle der Nationalgalerie und ist mit milchiger Folie überspannt. Um den Kubus herum sind auf dem Boden Spiegel ausgelegt. So hat man herrliche Blicke kreuz und quer durch die Halle (siehe Foto). Auf die Folie werden von innen heraus diverse abstrakte, farbige Bilder projiziert. Besonders in der Dämmerung dürfte dies gut aussehen, denn die Projektionen strahlen durch den Mies van der Rohe-Bau bis in den Stadtraum hinein.

„Die Aufführungen knüpfen in ihrer medialen und performativen Ausrichtung an die visuellen Experimente von László Moholy-Nagy an, der wie Mies van der Rohe, dem Architekten der Neuen Nationalgalerie, am Bauhaus lehrte … Apparatjik bezieht sich damit konkret auf den elektrisch bewegten ‚Licht-Raum-Modulator‘, den Moholy-Nagy im Jahr 1930 geschaffen hatte“, so der Pressetext.

Das Werk ist noch bis zum 25. März 2011 zu sehen. Kleine Filme zum Projekt habe ich hier und hier, sowie ein Interview mit Magne Furuholmen hier entdeckt.  Die beiden nächsten Konzerte finden am 26. Und 27. März 2011 für 29 Euro statt. Das „Light-Space Modulator Mobile“ von Laszlo Moholy-Nagy können Sie hier in Bewegung sehen.

Monatsarchiv