Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Rettet eine Katze in „Saranghanda, Saranghaji Anneunda“ die Beziehung?

Foto © Friedhelm Denkeler 2011
Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die diesjährige Berlinale könnte als Berlinale der Katzen in die Annalen eingehen. In Miranda Julys „The Future“ wird der Film aus der Sicht einer Katze erzählt, im deutschen Beitrag „Wer wenn nicht wir“ wird in der Anfangsszene eine Katze erschossen und im heute besprochenen koreanischen Film von Lee Yoon-ki „Saranghanda, Saranghaji Anneunda“ am achten Berlinaletag scheint eine junge Katze, die Beziehung retten zu können.

Bereits am Roten Teppich und später auch im Berlinale-Palast bereiten die jungen, insbesondere weiblichen Fans, dem koreanischen Star Lim Soo-jeong einen begeisternden Empfang und feiern natürlich auch seine Filmpartnerin Hym Bin.

Lee Yoon-ki hat einen sehr minimalistischen Film vorgelegt. Er beginnt mit einer zehn Minuten dauernden Autofahrt, bei der die Kamera in einer einzigen Einstellung fest montiert ist und den Dialog des Paares auf der Fahrt zum Flughafen aufzeichnet. Die restliche Zeit verbringen die Beiden in ihrem Haus im Dauerregen, bei der Diskussion um die bevorstehende Trennung, sowie beim Pasta kochen.

Wir hören keine Filmmusik, nur den prasselnden Regen. Nichts weiteres passiert in dem Film, wir hatten also Zeit, über das eigene Leben nachzudenken. Die ZEIT urteilt „Muss die Agonie von Filmhelden auch beim Zuschauer Agonie auslösen? Man sehnt sich nach barockem Überschwang, nach bigger than life, danach, dass es kracht.“ Übrigens, einmal schien die Sonne. Warum eigentlich? Den Stillstand zum Inhalt zu machen, trägt den Film gequälte 120 Minuten kaum. Die Ästhetik mag perfekt sein, aber dann doch lieber ein Bild betrachten.

Sie muss zu einem Geschäftstermin nach Tokio fliegen. Er fährt sie im Auto zum Flughafen. Auf der Fahrt sagt sie ihm, dass es vorbei ist. Sie wird ihn verlassen. Er scheint das zu akzeptieren. Kein Streit kommt auf, es gibt auch keine Nachfrage. Einige Zeit später. Ein schwerer Sturm zieht über die Stadt und das Paar verbringt in dem Haus, in dem es drei Jahre zusammengelebt hat, den letzten gemeinsamen Tag. Es sind Kleinigkeiten, die sie an das Leben erinnern, das sie einmal geführt haben. Aber keiner versucht die Zeit zurückzudrehen, beide scheinen sich mit der Situation abgefunden zu haben.

Als der Regen schlimmer wird, bemerken sie eine Katze auf ihrem Schuppen und holen sie zu sich ins Trockene. Doch sie läuft weg und versteckt sich irgendwo. Kurz darauf klingelt es an der Tür. Das Paar von nebenan sucht seine Katze. Der unerwartete Besuch lässt die Hilflosigkeit hervorbrechen, die das Paar lähmt, was auch die alten Gefühle wieder weckt, die es immer noch zu geben scheint. Das Telefon klingelt. Es ist der Mann, für den sie ihn verlassen will. Aber sie zögert mit ihrem Auszug, will noch eine Nacht im Haus verbringen. Denn die Brücke ist durch das Unwetter blockiert.

Überlegt sie es sich anders? Die Nachbarn gehen endlich nach Hause, die Katze ist immer noch nicht wiederaufgetaucht, und das Paar kocht die letzte gemeinsame Mahlzeit. Als er Zwiebeln schneidet, beginnen dem Mann die Augen zu tränen. Er geht ins Badezimmer, wäscht sich das Gesicht, doch er kann nicht aufhören zu weinen. Liegt das an den Zwiebeln? Als sie mit dem Kochen fast fertig sind, findet sie die verängstigte Katze. Sie beruhigt das Tier, oder sich selbst? „Alles wird gut.“ (Quelle: Filmbeschreibung)