Journal

Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Eine Treppe bauen

»Mit etwas Geschick kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen.« [Robert Lembke], Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2003

»Mit etwas Geschick kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen« [Robert Lembke], Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2003

Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden

Die Fotografin Christa Mayer im „Atelier Kirchner“ mit introspektiven Selbstporträts

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) zeigt das „Atelier Kirchner“ neuere, zwischen 1990 und 2010, entstandene analoge Schwarzweiß-Photographien von Christa Mayer. Neben ihrer Tätigkeit als Diplompsychologin hat sie sich 1981 bis 1985 an der legendären Kreuzberger „Werkstatt für Photographie“ zur Fotografin ausgebildet.

Ihre bisherige fotografische Arbeit war mit ihrer Tätigkeit als Klinische Psychologin eng verknüpft. Zuletzt waren ihre Bilder in der Ausstellung “Kreuzberg – Amerika: Werkstatt für Photographie 1976–1986” bei C/O Berlin (2016) zu sehen. Sie erhielt zahlreiche institutionelle Stipendien u.a. der Krupp-Stiftung in Essen, des Berliner Senats und der Akademie der Künste Berlin, sowie ein Jahresstipendium für das PS1 in New York.

Plakat zur Ausstellung »Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden« von Christa Meyer im »Atelier Kirchner«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Plakat zur Ausstellung »Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden«
von Christa Mayer im »Atelier Kirchner«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Aus der Eröffnungsrede von Andrè Kirchner am 21. September 2018: „Mit Christa Mayer betritt eine ebenso eigensinnige wie einfühlsame Fotografin die Bühne meines Ateliers und mit ihr eine der wenigen Frauen, die sich an der Kreuzberger Werkstatt für Photographie behaupten konnten. Christa Mayer ist eine Pendlerin zwischen den Welten, im Wortsinn hälftig in Kalifornien und Berlin mit ihrem Mann lebend, in ihrer Fotografie ebenso in Landschaft wie im Porträt zu Haus. Sie ist geradezu eine Mittlerin zwischen einander oft genug ausschließenden oder gar befeindenden Welten – wie das der programmatische Titel ihrer Ausstellung sehr gut auf den Punkt bringt.

Sie macht sich scheinbar Fremdes zu Eigen und findet das Fremde in sich selbst wieder. Ihre Fotografien sind immer auch eine Art von introspektivem Selbstporträt. Zwei explizite Selbstporträts hat sie in dieser Ausstellung auch versteckt. Christa Mayer bewegt sich in der großen Tradition der klassischen analogen Fotografie, die es ihr ermöglicht, Innen und Außen in ihren Bildern zusammenzubringen und dabei doch die Einzigartigkeit der Lebewesen und Dinge zu bewahren.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 04.11.2018 im Atelier Kirchner, Grunewaldstraße 15, Berlin-Schöneberg, zu sehen (Mi, Fr und Sa von 16 bis 18 Uhr, Do von 18 bis 20 Uhr). Im Rahmen des Schöneberger Galerierundgang am kommenden Wochenende (3. bis 4. November) gibt es verlängerte Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 20 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

www.andrekirchner.de

Störung im Netz

»Störung im Netz«, Ausschnitt aus der Arbeit von Waqas Kahn, Untitled 2014, Tusche auf Papier, Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, PalaisPopulaire, Unter den Linden, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler

»Störung im Netz«, Ausschnitt aus der Arbeit von Waqas Kahn, Untitled 2014, Tusche auf Papier,
Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, PalaisPopulaire, Unter den Linden, Berlin,
Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug

»JungerZwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Zwerotter leben in Gruppen von vier bis zwölf Tieren und zeigen eine ausgesprochene Paarbindung. Die Männchen beteiligen sich auch an der Jungenaufzucht. Ihre Nahrung „waschen“ Zwergotter ähnlich wie Waschbären vor dem Verzehr. Die Raubtiere sind bei den Reisbauern in Südostasien sehr beliebt, da sie mit ihrem starken Gebiss gut Krebse knacken können, die den Bauern die Ernte beschädigen. Sie ertasten die Krebse im Wasser.

One Dollar in Aquarell

»One Dollar Bill« (Ausschnitt), 2006, Yan Pei-Ming, Aquarell auf Papier, Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, PalaisPopulaire, Unter den Linden, Berlin

»One Dollar Bill« (Ausschnitt), 2006, Yan Pei-Ming, Aquarell auf Papier, Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, PalaisPopulaire, Unter den Linden, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Menschen auf dem Brandenburger Tor

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Meine Rubrik »Stadtverschönerung« ist meistens ironisch zu verstehen. Das trifft auch heute zu: Die unzähligen und unsäglichen Buden, Aufbauten, Zelte, Bühnen, Fahrzeuge, Absperrgitter und Dixi-Klos zum Fest der Deutschen Einheit verschandeln die Plätze vor, hinter und am Brandenburger Tor, ebenso wie vor dem Reichstag und behindern die Touristen, die die Berliner Sehenswürdigkeiten gerne unverbaut sehen möchten.

Da kann man die Installation auf der Westseite des Brandenburger Tores durch den Pariser Streetart-Künstler »JR« mit gutem Willen noch als interessant ansehen. Seine Installationen waren bereits weltweit zu sehen, u.a. an der Grenze Mexiko/USA und Israel/Palästina. Als Grundlage für die Installation am Brandenburger Tor nahm er ein Foto vom 10. November 1989, auf dem feiernde Berliner auf der Mauer sitzen und tanzen; vor ihnen stehen Grenzsoldaten, die das Geschehen beobachten. Ob das damalige Geschehen mit dieser Darstellung nachvollziehbar wird oder dem 10. November 1989 gerecht wird, bleibt –wie immer – jedem selbst überlassen.

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

St. Oberholz

»Nicht jede Kuh lässt sich melken« (gefunden in der Torstraße, Café  St. Oberholz), Foto © Friedhelm Denkeler 2016

»Nicht jede Kuh lässt sich melken«
(gefunden in der Torstraße, Café St. Oberholz),
Foto © Friedhelm Denkeler 2016

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