Journal

Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst

Der goldene Esel

"Statuengruppe: Amor und Psyche", Sammlung Wilhelmine von Bayreuth, 1828/1830 erworben, Marmor, römische Kopie um 150 n. Chr., Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Statuengruppe: Amor und Psyche“, Sammlung Wilhelmine von Bayreuth, 1828/1830 erworben, Marmor, römische Kopie um 150 n. Chr., Foto © Friedhelm Denkeler 2018

„Amor und Psyche, ein Liebespaar aus dem antiken Roman „Der goldene Esel“ des Lucius Apuleius, sind in Kindergestalt, geflügelt und sich umarmend dargestellt. Die Gruppe entstand nach einem hellenistischen Vorbild aus dem späten 1. Jh. v. Chr. oder aus der frühen Kaiserzeit.“ [Altes Museum Berlin]

„Apuleius (* um 123 Algerien, † wohl nach 170) war ein antiker Schriftsteller, Redner und Philosoph. Seinen andauernden Ruhm verdankt er seinem Hauptwerk, dem lateinischen Roman Metamorphosen, auch bekannt als „Der goldene Esel“, der zur Weltliteratur gezählt wird. Die Interpretation des Romans, der wegen seiner Vielschichtigkeit zahlreiche Rätsel aufgibt, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Klassischen Philologie. Die raffinierte Erzähltechnik und die geschickte Verhüllung der Absichten des Autors haben in der Forschung zu einer Fülle von konkurrierenden Deutungsansätzen geführt. Die in den Roman eingefügte Erzählung von Amor und Psyche hat seit der Renaissance das Lesepublikum fasziniert und eine außerordentliche Breitenwirkung entfaltet. Ihr mythologischer Stoff, die Liebesbeziehung zwischen dem Gott Amor und der Königstochter Psyche, hat Hunderten von Dichtern, Schriftstellern, Malern, Bildhauern, Komponisten und Choreografen Motive geliefert.“ [Quelle: Wikipedia]

Vor 70 Jahren … Zum Schulanfang

"Marianne Meinert mit Schultüte", 1948,  "Erinnerungen – Ein Leben in Bildern": "Die Vorgeschichte" 1920-1943: "Von Neidenburg nach Lüttgen-Dortmund", © Archiv Friedhelm Denkeler

„Marianne Meinert mit Schultüte“, 1948,
„Erinnerungen – Ein Leben in Bildern“: „Die Vorgeschichte“ 1920-1943: „Von Neidenburg nach Lüttgen-Dortmund“,
© Archiv Friedhelm Denkeler

Eingepasst

Portfolio »Eingepasst – Die amtliche Bestätigung ins Gegenteil verkehrt«

Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website “Lichtbilder

"Eingepasst – 1. Oktober 1968", Foto/Collage © Friedhelm Denkeler 1987, aus dem Portfolio "Eingepasst"

„Eingepasst – 1. Oktober 1968“, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler 1987, aus dem Portfolio „Eingepasst

Im Mittelalter besaßen Orden, Kardinäle und Fürsten Siegelstempel und Siegelringe, die zum Besiegeln verwendet wurden. Man kann sie als Vorläufer des Stempels ansehen; seit damals sind sie unverzichtbarer Bestandteil im Warenverkehr und bei Beurkundungen. Mit dem Einsetzen des Postverkehrs kam der Poststempel dann ab dem 17. Jahrhundert zum Einsatz. Durch das Stempeln der Briefmarken sollte verhindert werden, dass sie mehrfach verwendet wurden. Seit 1885 gehört das Foto zum Ausweis, damals war er aber eher urkundenartig. Diese erkennungsdienstlichen Fotografien waren sachlich und nüchtern. Sie sollten vor allem der Polizei zur Kontrolle zu dienen.

»Stempel August Meinert, Vorsitzender des  Vereins der Kaninchenzüchter«, Archiv © Friedhelm Denkeler 1956

»Stempel August Meinert, Vorsitzender des Vereins der Kaninchenzüchter«, Archiv © Friedhelm Denkeler 1956

In den 1950er Jahren besaß mein Onkel Heinrich, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins der Kaninchenzüchter, einen Stempel (siehe Bild), der mich als Kind faszinierte. Leider sind der Stempel und das dazugehörige Stempelkissen für immer verloren gegangen. Aber glücklicherweise befindet sich ein Stempelabdruck auf einer Ansichtskarte vom 22. Mai 1956 (siehe Foto). Den Stempelabdruck „Aug. Meinert (mit Kaninchen)“  neben dem Stempel der „Deutschen Bundespost“ dürfte ich damals aufgebracht haben. Das war sicherlich der Auslöser für meine „Stempelleidenschaft“.

Im Verlaufe meines Lebens haben sich diverse Passbilder, die für Personalausweise, Reisepässe, BVG-Monatskarten, Führerscheine, Wehrpässe, Jugendherbergsausweise (Bleibenausweis), etc. Verwendung fanden, angesammelt. Wie im wirklichen Leben wurde in solchen Dokumenten, als Nachweis für die amtliche Bestätigung, viel gestempelt. (insbesondere auf den Fahrten durch die DDR!).

Das habe ich ebenfalls mit meinen Passbildern symbolhaft gemacht, so dass durch das „rauschhafte“ Überstempeln mit jedem Stempel „die Identität Stück für Stück hinter den Dienststempeln, die für die Bürokratie, für das administrierte Leben im Sozialverbund stehen, verloren geht. Das Leben verlischt mehr und mehr hinter dem bildhaften Ikon … Dient das Passbild primär zur Identifikation und damit als Existenzbeweis (der Pass steht für den Menschen), wirken Denkelers Bilder nun entgegengesetzt“… „Der Bürokratismus, als typisch deutscher Wesenszug verschrien (ob zu Recht oder Unrecht spielt dabei schon keine Rolle mehr), kommt dem Betrachter dabei in den Sinn. Denkelers Eulenspiegelei macht ihn zur Karikatur“ [Zitate Enno Kaufhold, „Photographie hat Sonntag“, NGBK und „PHOTONEWS“, Oktober 1991]

Meine Arbeit „Eingepasst“ aus dem Jahr 1987 (mit einem Nachtrag 2009) steht so langsam für das baldige Ende der „schönen“ Stempelei, denn mit dem Einzug des Digitalen in unser Leben ist sie aus der Mode gekommen. Und deshalb habe ich die Serie mit dem Bild „01. April 2009“ endgültig abgeschlossen.

Als Eulenspiegelei bezeichnet wird ein Schelmenstreich nach Art des Till Eulenspiegel, den jemand einem anderen spielt, indem er dessen Anweisungen wörtlich nimmt und ausführt. Darüber hinaus wird dieser Begriff auch zur Bezeichnung einer künstlerischen Darstellungsform verwendet, die von der historischen bzw. literarischen Figur des Eulenspiegels abgeleitet ist [Wikipedia]

»Ansichtskarte aus Bödefled im Hochsauerland an Familie Hermann Schmidt in Lüdenscheid vom 22. Mai 1956«  mit Zusatzstempel »Aug. Meinert (mit Kaninchen)« Archiv Friedhelm Denkeler 1956

»Ansichtskarte aus Bödefled im Hochsauerland an Familie Hermann Schmidt in Lüdenscheid vom 22. Mai 1956« mit Zusatzstempel »Aug. Meinert (mit Kaninchen)« Archiv Friedhelm Denkeler 1956

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